Wird Tübinger Standort ganz geschlossen?: Klarheit über Biontech-Standorte bis Ende September

Wie es mit dem ehemalige Hauptsitz des Impfstoff-Herstellers Curevac in Tübingen weitergeht, will Biontech Ende September bekanntgeben.
www.imago-images.de- Biontech entscheidet bis Ende September über bedrohte Standorte in Deutschland und Singapur.
- Geprüft werden Veräußerungen für Idar-Oberstein, Marburg, Singapur und frühere Curevac-Standorte.
- Bis zu 1.860 Stellen betroffen, davon rund 820 bei Curevac, größtenteils in Tübingen.
- Gründe sind geringe Auslastung, Überkapazitäten, Kostendruck und Fokus auf Krebsmedizin.
- Nachfrage nach Corona-Impfstoff sinkt, Biontech meldete im ersten Halbjahr 2026 Verlust.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Biontech will bis Ende September über die Zukunft der von der Schließung bedrohten Produktionsstandorte in Deutschland und Singapur entscheiden. Dabei gehe es um das Ausloten möglicher Veräußerungsoptionen für Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie die Standorte von Curevac in Deutschland und im Ausland, teilte das Mainzer Unternehmen mit. Bei Curevac allein sind nach früheren Angaben rund 820 Jobs bedroht – größtenteils am Hauptsitz in Tübingen. Insgesamt geht es um bis zu 1860 Stellen.
Biontech begründet die Einschnitte mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten, Kosteneinsparungen sowie dem Fokus auf der Krebsmedizin. Die Nachfrage nach Corona-Impfstoff, der das Unternehmen während der Pandemie weltbekannt machte, geht mittlerweile massiv zurück. Schwerpunkt ist nun die Entwicklung neuer Produkte, vor allem in der Onkologie.
Nach der Übernahme der einst als großer Hoffnungsträger für einen Corona-Impfstoff gehandelten Biotech-Firma Curevac hatte Biontech 2025 noch große Versprechungen gemacht: Man wolle „den hochmodernen Forschungs- und Produktionsstandort von Curevac in Tübingen“ nutzen für „eine Synergie aus Vision und Technologie“, sagte damals Biontech-Aufsichtsratschef Helmut Jeggle.
Doch dann kam es anders: Im Mai 2026 verkündeten die Mainzer die Abwicklung des einstigen Konkurrenten. In Tübingen war das Entsetzen groß: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr warf dem Biontech-Management und den Eigentümern „Täuschung“ vor und dass sie „Menschen wie Müll“ behandelten. Tübingens OB Boris Palmer kritisierte die Entscheidung scharf. Viele verzweifelte Curevac-Mitarbeiter machten sich auf die Suche nach anderen Jobs.
Biontech hat global etwa 8000 Mitarbeitende. Unternehmensmitbegründer Ugur Sahin verlässt den Impfstoffhersteller. Spätestens zum Februar kommenden Jahres wird Guido Oelkers den Job des Vorstandsvorsitzenden antreten. Wegen der weltweit geringeren Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff haben die Mainzer im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro verbucht.
Curevac in Tübingen – ein Rückblick
- 07.05.2026: Curevac: Wer sind die über 700 Leute im Tübinger Technologiepark?
- 06.05.2026: „Es ist so bitter“
- 06.05.2026: Biontech zerschlägt eine schwäbische Erfolgsstory
- 05.05.2026: „Erst kaufen, dann killen, das geht so nicht“ – so reagiert Palmer auf den Curevac-Schock
- 05.05.2026: Betriebsrat kritisiert die Biontech-Geschäftsleitung scharf
- 05.05.2026: Biontech schließt Standorte: Mehr als 800 Curevac-Jobs sind betroffen
- 05.05.2026: Nach Übernahme: Pharma-Konzern Biontech schließt Curevac
- 17.03.2026: Curevac und Biontech in Tübingen: „Rosinenpicken verhindern“ – Betriebsrat schlägt Alarm
- 03.12.2025: Curevac-Milliarden-Deal mit Biontech kurz vor Abschluss
- 12.06.2025: Milliardendeal in der Biotech-Branche: Das Pharmaunternehmen Biontech will Curevac aus Tübingen übernehmen
- 12.06.2025: Kommentar: Über den Verkauf darf man auch etwas traurig sein
- 16.05.2025: Patentstreit – ein weiterer Teilerfolg für Curevac
- 03.07.2024: Massiver Personalabbau bei Curevac – ein Drittel muss gehen
- 13.07.2023: Kommentar: Mysterium Curevac: Nichts Genaues weiß man nicht
- 20.05.2023: Curevac wartet weiter auf den Erfolg
- 23.02.2023: Firma Curevac gibt Einblicke: In einem Jahr pandemiebereit
- 09.06.2021: Impfen: Abflauen der Corona-Pandemie macht Impfstoff-Hersteller Curevac zu schaffen
- 04.02.2021: Aktienmarkt: Curevac beschafft sich halbe Milliarde Dollar mit Kapitalerhöhung
- 10.02.2021: Nobelpreis: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr ist nominiert
- 20.11.2020: Biotech: Curevac feiert das Finanzjahr 2020
- 23.11.2020: Interview: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr über Impfstoffe, Impfgegner und den Tod
- 17.10.2020: Curevac in Tübingen: Die Impfstoff-Hoffnung
- 04.09.2020: Curevac plant Produktion von 100 Millionen Impfdosen
- 02.09.2020: Elon Musk bei Curevac :Ein „informelles Treffen“, das „im Ton sehr gut“ verlief
- 17.03.2020: Curevac: „Es gab nie ein Angebot von Trump“
- 15.03.2020: Curevac : „Ein Impfstoff für die ganze Welt“
- 01.11.2017: RNA statt USB: Mit Informationen therapieren
