Tartanfeld Talheim: Ein neuer Platz für die Jugend freigegeben

Es ist Talheim guter Brauch, dass viele Einwohner bei wichtigen Ereignissen mit dabei sind.
Peter Morlok- In Talheim ist das Tartanfeld an der Steinachhalle wieder für Freizeitsport geöffnet.
- Ehrenamt räumte das Feld frei: Lohnunternehmer entfernte Moos, Jugendfeuerwehr spritzte ab.
- Die Grundschule verzichtete auf die Nutzung, der Ortschaftsrat initiierte die Öffnung.
- Regeln gelten: keine nächtliche Lärmbelästigung, keine Fahrzeuge wie E‑Scooter oder Fahrräder.
- Wunsch des Ortsvorstehers: ein Basketballkorb – dafür wird finanzielle Unterstützung gesucht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Das ist heute ein richtiger Glückstag für Talheim“ so der Eindruck von Ortsvorsteher Anton Ade am Samstagnachmittag.
Zusammen mit Mitgliedern des Ortschaftsrates, des Jugendgemeinderates sowie interessierten Bürgern durfte er zuerst eine Großspende für ein neues Spielgerät für den Kindergarten von der Narrenzunft „Zigeuner“ Untertalheim entgegennehmen. Eine halbe Stunde später gab er dann das Tartanfeld bei der Steinachhalle wieder für die Benutzung frei.
Nun ist die Sperrung Geschichte
Es war kein großer Akt. Drei Schnitte mit einer Zange und das Schild „Dieser Platz ist bis auf Weiteres gesperrt – der Sicherheitsbeauftragte“, mit dem bisher die Benutzung des rund 600 Quadratmeter großen Platzes verboten worden war, ist nun Geschichte und etwas Neues konnte beginnen.

Kinder – also die zukünftigen Nutzer – freuen sich ebenso wie die Erwachsenen, dass der Platz zukünftig wieder genutzt werden kann.
Peter MorlokDer Ortsvorsteher ging bei dieser Wiedereröffnung kurz auf die Historie dieses multifunktionalen Spielfeldes ein, das zusammen mit der Steinachhalle vor 50 Jahren im Herzen von Talheim erbaut wurde. Hinten – Richtung Wald – gibt es eine 100-Meter-Bahn, im vorderen Bereich wurde anfangs Tennis gespielt und Schulsport betrieben, doch diese Zeiten sind vorbei. Die Grundschule nutzte den Platz zwar nicht mehr, mit der Begründung, dass er für Schulsport oft zu rutschig sei, untersagte jedoch lange die öffentliche Nutzung.
Dass der Platz mit der Zeit rutschig wird, liegt daran, dass er in der Nähe der Steinach und des Waldes liegt. „Durch die Feuchte und den Schatten vermoosten einige Bereiche des Feldes, wenn sie nicht regelmäßig genutzt wurden“, erklärte Ade.
Lohnunternehmen hilft im Ehrenamt
Damit die Nutzung nun wieder möglich ist, verdankt die Gemeinde dem Lohnunternehmer Johannes Müller, der sich nach einer telefonischen Anfrage von Ade sofort bereit erklärte, das Feld in ehrenamtlicher Arbeit vom Moosbelag zu befreien. „Es waren um die vier Zentimeter Moos auf dem Tartanbelag, die ich in mehreren Schichten mit der Bürste am Radlader abtragen musste“, erklärte Müller am Rande der Freigabe. „Zehn bis zwölf Stunden hat das ungefähr gedauert und ich musste viermal drüberfahren, bis alles sauber war“, sagte er ergänzend.

Endlich konnte Ortsvorsteher Anton Ade dieses Schild am Eingang der Sportfläche entfernen.
Peter Morlok„Die Jugendfeuerwehr hat dann den Platz komplett abgespritzt“, machte Ade auf einen weiteren ehrenamtlichen Einsatz aufmerksam, der unterstrich, wie wertvoll es ist, wenn verschiedene Personen zusammenarbeiten. Doch dies ist, so wie in Talheim, nur in einem gesunden und gut funktionierenden Dorfgefüge möglich.
„Diese Aktion ist ein schönes Beispiel für ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Ortschaft“, lobt deshalb der Ortsvorsteher. Und fügt noch an: „Ohne Ehrenamt würde in Zeiten klammer Kassen wenig gehen.“ Dieser Erkenntnis schloss sich auch Jugendgemeinderat Louis Herold an, der es toll fand, dass trotz der bescheidenen Haushaltslage gerade für die Jugend eines Dorfes noch etwas gemacht wird.
Grundschule verzichtete auf das Spielfeld
Und der Aspekt „Jugend und Bewegung“ stand im Fokus der Überlegungen des Ortschaftsrates, der die Idee zur Öffnung des Spielfeldes hatte, nachdem die Schule auf ihren Anspruch auf das Spielfeld verzichtete und es wieder an die Kommune zurückgab.

Viel Platz zum Spielen bietet der Sportplatz neben der Mehrzweckhalle.
Peter MorlokDie Jugend habe wenig Anlaufpunkte in Talheim, merkte Ade an, und damit auch wenig Gelegenheit, sich sportlich auszutoben. „Dies ist nun alles hier möglich“, machte er deutlich, appellierte aber gleichzeitig an die Vernunft der zukünftigen Nutzer, deren Alter er so zwischen zehn und fünfzehn Jahren einordnete. „Es kann natürlich nicht sein, dass man nachts um halb zwei den Fußball auspackt und Hurra schreit“, machte er an einem etwas überspitzt formulierten Beispiel deutlich, was geht und was nicht. Auch dürfe das Spielfeld mit keinem Fahrzeug befahren werden, und dazu zählen auch E-Scooter, Skateboards oder gar Fahrräder, – eine weitere Vorgabe.
Kann dauerhaft in Händen der Jugend bleiben
„Wenn die Jugend das erfüllt, das Spielfeld nur für Sport nutzt und den Platz sauber hält, dann kann er dauerhaft in den Händen der Jugend bleiben“, versprach Ade.
„Schön wäre es, wenn wir noch einen Basketballkorb für die Anlage beschaffen könnten, dafür benötigen wir aber finanzielle Unterstützung“, formulierte der Ortsvorsteher einen weiteren Optimierungswunsch, bevor er die Anlage endgültig für ihre neue Nutzung freigab.
Und genau das war das Signal für ein paar Buben, die das Spielfeld sofort als Fußballplatz nutzten und sich nicht weiter um das Gerede der Erwachsenen scherten.