Spektakuläre Baumaschine
: Der neue Technik-Gigant an der Hochbrücke in Horb

Bei Passanten an der Hochbrücken-Baustelle in Horb sorgt er für Aufsehen: Der riesige Raupenkran LR 1700-1. Bauleiter Rainer Gumz sagt, was es mit dem Riesen-Koloss auf sich hat.
Von
Jürgen Lück
Oberndorf
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Bauleiter Rainer Gumz am Raupenkran LR 1700-1: Der Gigant kann bis zu 700 Tonnen heben – mit einem Ausleger von bis zu 165 Metern Höhe.

Jürgen Lück

Seit dem 1. September zieht ein gigantischer Raupenkran an der Hochbrücken-Baustelle in Horb alle Blicke auf sich. Der Liebherr LR 1700-1 ist nicht nur ein technisches Schwergewicht, sondern auch ein logistisches Großprojekt – und sorgt bei Passanten für offene Münder und gezückte Handys. Berthold Schlotter, Gewässerwart des Fischereivereins Horb am Neckar, staunt: „Das ist schon gigantisch – was für riesige Raupen.“

Auch für Bauleiter Rainer Gumz vom Regierungspräsidium Karlsruhe ist der Kran ein Novum: „So etwas habe ich in meinem Berufsleben noch nie gehabt. Das ist eine spektakuläre Baumaschine hier in Horb.“

55 Schwertransporte brachten Technik-Giganten nach Horb

Allein 55 Schwertransport-Lastwagen hat es gebraucht, die ganzen Teile des Riesen-Raupenbaggers zur Hochbrücke nach Horb a.N. zu bringen: Das Fahrwerk mit den Ketten, die Gewichte, die ersten Ausleger. Derzeit sind die Bauarbeiter mit einem Autokran dabei, die Elemente für den Ausleger mit 165 Meter Höhe aneinander zu fügen. Gumz: „Am 15. und 16. September wartet dann der erste Einsatz auf den Raupenkran.“

Links die Traverse, an der das Stahlblech monitert ist, rechts montiert der Autokran Teile für den 165 Meter langen Ausleger an den Raupenkran. Der Liebherr LR 1700-1 wird sie oben in gut 65 Meter Höhe auf die blauen Stahlträger heben.

Foto: Jürgen Lück

Die spektakuläre Baumaschine. Laut Hersteller Liebherr hat der Motor 543 PS. Höchstgeschwindigkeit: 1,2 km/h. Laut Bauleiter Gumz kann das insgesamt 850 Tonnen schwerer Gefährt dann bis zu 700 Tonnen tragen: „Normalerweise wird dieser Raupenkran auch für die Montage von Windkraftanlagen eingesetzt. Raupenkräne haben den Vorteil, dass sie mehr tragen können als Autokrane.“

Doch warum wird er ausgerechnet vor dem Kleintierzuchtverein am Neckar aufgebaut? Gumz: „Hier liegen die Stahlbleche, die vorab in die Verschalung eingebracht werden und später mit einbetoniert werden Die 60 Meter langen Stahlbleche sind während des Einhubs mit einer Traverse verstärkt, damit sie sich nicht durchbiegen. Der Raupenkran wird sie an zwei Punkten in 65 Meter Höhe zur Montage auf den blauen Tragbalken oben heben.“

Die Hochbrücken-Baustelle im Mai 2025. Die Stahlbleche sind an dieser Stelle mit Stahlträgern ergänzt. Rechts wird die Schalung ergänzt. Später wird der ganze Bereich einbetoniert.

Foto: Jürgen Lück

55 Lastwagen, 14 Tage Zusammenbau – lohnt sich das überhaupt für „das bisschen Stahlblech“? Gumz erklärt: „Die Stahlbleche sind gut 60 Meter lang. Die Distanz zwischen den Pylonen ist gut 157 Meter. Ein derartiger Kran ist erforderlich, wenn wie hier große Lasten in hohe Höhen gehoben werden müssen.“

Gumz weiter: „Der nächste Einsatz erfolgt auf dem Sportplatzgelände, um dort die Stahlbleche in die Höhe zu heben.“

Und warum hat der Liebherr LR 1700-1 gleich zwei Ausleger? Gumz: „Den kleinen Ausleger nennt man Derrick-Ausleger. Der ist 42 Meter hoch und sorgt dafür, dass der gesamte Raupenkran mehr heben kann und stabiler steht.“

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