Schülerbeförderung im Kreis Freudenstadt
: „Im ländlichen Raum ist der Schulweg keine Wahl!“

Vor den Haushaltsberatungen im Kreistag fordert die Elterninitiative Schülerbeförderung im Landkreis Freudenstadt erneut, die Drittkindregelung zu überdenken. Die Befreiung von den Beförderungskosten war zum laufenden Schuljahr gestrichen worden.
Von
red
Kreis Freudenstadt
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Schulbusse an der großen Dammstraßenkreuzung: Weil die meisten Schülerinnen und Schüler in den Teilorten wohnen, fahren sie mit dem Bus zur Schule.

Schulbusse an der großen Dammstraßenkreuzung in Horb: Weil die meisten Schülerinnen und Schüler in den Teilorten wohnen, fahren sie mit dem Bus zur Schule.

Karl-Heinz Kuball (Archiv)
  • Elterninitiative im Kreis Freudenstadt fordert Rückkehr zur Drittkindregelung.
  • Befreiung ab dem dritten Kind fiel mit Beginn des Schuljahres 2026/27 weg.
  • Initiative betont geringe Kosten: rund 150.000 Euro pro Jahr laut Landrat.
  • Familien knapp über Fördergrenzen zahlen voll – Schulweg sei keine Wahl.
  • Übergangsidee: halbierter Eigenanteil fürs dritte Kind, bis Haushalt Spielraum hat.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bevor die Kreistagsfraktionen in ihre Beratungen zum Haushalt 2027 gehen, hat die Elterninitiative Schülerbeförderung im Landkreis Freudenstadt ihr Anliegen noch einmal zusammengefasst. In deren Mittelpunkt steht die Befreiung ab dem dritten Kind, die mit Beginn des Schuljahres 2026/27 weggefallen ist.

„Geht um einen vergleichsweise kleinen Betrag“

Der Kreistag hatte im Februar angesichts der angespannten Haushaltslage mehrere Kürzungen bei der Schülerbeförderung beschlossen, darunter die Befreiung von Beförderungskosten für Familien ab dem dritten Kind. „Wir verstehen, dass der Kreis sparen muss, und tragen den Wegfall der übrigen Zuschüsse als Sparbeitrag mit“, sagt Lissy Jetter, eine der beiden Sprecherinnen der Initiative. „Bei der Drittkindregelung geht es aber um die Familien, die es am härtesten trifft – und um einen vergleichsweise kleinen Betrag.“

Nach Angaben des Landrats koste die Befreiung ab dem dritten Kind rund 150.000 Euro im Jahr, heißt es in der Mitteilung. Zum Vergleich verweist die Initiative auf den Zwischenbericht zum Haushalt 2026: In diesem habe Kreiskämmerer Ulrich Bischoff eine Abweichung von rund 182.000 Euro als „praktisch ein Nullergebnis“ bezeichnet.

Familien der Mitte besonders betroffen

Betroffen von der Streichung seien vor allem Familien der Mitte, betont die Initiative. Familien, die Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, könnten die Fahrkosten über das Bildungs- und Teilhabepaket erstattet bekommen. „Wer knapp darüber liegt, bekommt keine Hilfe und zahlt für jedes Kind voll“, sagt Sprecherin Katja Rumpelt. „Im ländlichen Raum ist der Schulweg keine Wahl. Bildungschancen dürfen nicht davon abhängen, wie viele Geschwister ein Kind hat.“

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Die Initiative fordert deshalb die Wiedereinführung der Drittkindregelung für alle Familien, unabhängig vom Einkommen. Sei das im Haushalt 2027 des Landkreises Freudenstadt noch nicht möglich, wäre laut Initiative für die Eltern übergangsweise auch ein halbierter Eigenanteil für das dritte Kind denkbar – „befristet, bis wieder Spielraum im Haushalt besteht“, heißt es in der Mitteilung.

4000 Menschen haben Petition unterzeichnet

Zugleich setzt sich die Initiative auf Landesebene für eine Entlastung von Mehrkindfamilien beim Jugendticket ein.

Die Elterninitiative dankt den Fraktionen im Kreistag für die sachlichen Rückmeldungen auf ihre Anfrage. „Wir haben den Eindruck, dass unser Anliegen ernst genommen wird“, sagt Jetter. „Wir stehen für Gespräche jederzeit bereit.“ Die Petition haben nach Angaben der Initiative bislang mehr als 4000 Menschen unterzeichnet.