Rockfestival in Seebronn: Partystimmung wie eh und je auf dem Campingplatz

Die gemischte Gruppe aus Balingen kommt seit über 15 Jahren nach Seebronn.
Andreas Straub- Festival in Seebronn: Auf dem Campingplatz herrscht trotz kleinerem Programm Partystimmung.
- Rund die Hälfte der 150 Campingtickets wurde laut Veranstalter dieses Jahr zurückgegeben.
- Stammgäste blieben teils weg, doch die Anwesenden feierten vom Vormittag an weiter.
- Zwei Gruppen mieten eine Wiese privat – mit Küche, Dusche, Feuerstelle und DJs.
- After-Party bis früh morgens; Willkommensbier und alter Zwetschgenschnaps gehören dazu.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für viele Besucher beginnt das Festival nicht erst mit dem ersten Gitarrenriff, sondern bereits beim Aufbau von Zelten, Wohnwagen und Pavillons. Das erste Wochenende der Sommerferien ist seit Jahren fest im Kalender markiert. Drei Tage lang wird gemeinsam gegrillt, gefeiert und gefachsimpelt.
Auch beim deutlich kleineren Festival „Road to Rockin' Memories“ war das Campinggelände deshalb einer der lebendigsten Orte. Zwischen Zelten, Campern und Wohnwagen herrschte vom Vormittag an reges Treiben.
Hälfte der 150 Campingtickets wieder zurückgegeben
Zwar wurden in diesem Jahr rund die Hälfte der 150 Campingtickets wieder zurückgegeben, wie Veranstalter Antonio Luceri berichtete. Viele Stammgäste hätten wegen des kleineren Programms mit überwiegend unbekannten Bands und des abgespeckten Rahmenprogramms auf eine Anreise verzichtet. Wer jedoch gekommen war, ließ sich die gute Stimmung nicht nehmen. Manche bekamen wenig von der Musik nebenan mit.

Verglichen mit dem Konzertbesuch war auf dem Campingplatz einiges los.
Andreas StraubBesonders auf einer Wiese unterhalb des offiziellen Campingplatzes zeigte sich, was das Festivalleben in Seebronn seit jeher ausmacht. Dort treffen sich jedes Jahr zwei Gruppen, die über die Jahre fast schon eine kleine Dorfgemeinschaft gebildet haben: eine Männergruppe aus dem Raum Ludwigsburg und eine gemischte Gruppe aus Balingen.
Wiese mieten sie von einem Privatmann
Eine selbst gebaute Küche gehört ebenso zur Ausstattung wie Wasserfässer, eine improvisierte Dusche mit Vorhängen am Waldrand und eine große Feuerstelle als Mittelpunkt des Lagerlebens. Drei Hobby-DJs sorgen rund um die Uhr für den passenden Soundtrack. „Wir sind sehr gut organisiert“, sagte Tobias Häberlein aus dem Raum Ludwigsburg, der mit 25 Freunden angereist ist. „Eigentlich bräuchten wir hier eine eigene Postleitzahl.“ Die Wiese mieten sie von einem Privatmann aus Seebronn an. Für den Campingplatz zahlen sie trotzdem, um das Festival zu unterstützen. „Hinterher ist da kein Kronkorken und kein Zigarettenstummel mehr zu sehen. Wir hinterlassen das absolut sauber.“ Die Gruppen kamen sogar, als kein Rockfestival war.
Oft wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert
Manche Teilnehmer übernachten im Camper, andere im Zelt, einige sogar in umgebauten Brennholzanhängern. Nach den Konzerten auf dem Festivalgelände verlagert sich das Geschehen auf den Campingplatz. „Nach den offiziellen Konzerten steigt bei uns die After-Party“, erzählte Anja aus Balingen. Oft wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Auf der privat angemieteten Wiese am Waldrand gibt es sogar eine improvisierte Dusche.
Andreas StraubDie Gemeinschaft zeigt sich auch nach außen. Die Balinger Gruppe trägt T-Shirts mit der Aufschrift „Rock the Metal Camp“. Anjas Kapuzenpullover weist sie augenzwinkernd als „Anstaltsleitung“ aus, auf der Rückseite steht: „Die Irren hören auf mich“. Humor gehört ebenso zum Campingleben wie die Musik und Gastfreundschaft.
Besucher erhalten sofort ein Willkommensbier und zuweilen einen 40 Jahre alten, selbst gebrannten Zwetschgenschnaps. Die Party auf dem Campingplatz läuft immer, unabhängig davon, wer auf der Bühne steht.
