Reha-Klinik in Horb: Geriatrie gerettet – aber Förderverein warnt vor falscher Sicherheit

Ich bin der Dritte vom Dreiergestirn des Fördervereinvorstands“, sagt Konrad Faßnacht schmunzelnd. Der Förderverein zieht eine erste Zwischenbilanz und hofft auf weitere Unterstützer. Deshalb wird der Verein gleich doppelt beim Steiglefest vertreten sein.
Florian Ganswind- Geriatrische Reha in Horb bleibt erhalten, doch Förderverein warnt vor trügerischer Sicherheit.
- Der Verein zählt 425 Mitglieder und peilt 1000 an – weitere Unterstützer sind erwünscht.
- Beim Steiglefest informiert der Verein an zwei Ständen über Nutzen der Geriatrie.
- Reha stärkt ältere Patientinnen und Patienten und entlastet Angehörige, so der Vorstand.
- Beiträge und Spenden fließen direkt in die Einrichtung, Vorstandsarbeit ist ehrenamtlich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit mehr als 12.000 Unterschriften hatten Bürger im vergangenen Jahr ein deutliches Zeichen für den Erhalt der geriatrischen Rehabilitation in Horb gesetzt. Die geplante Schließung oder Privatisierung der Einrichtung konnte damit zunächst verhindert werden.
Doch wie steht es um den kurz danach gegründeten Förderverein zum Erhalt der geriatrischen Reha Horb am Neckar? „Wir haben inzwischen 425 Mitglieder“, berichtet Konrad Faßnacht, der zusammen mit Katrin Lohner und Andreas Bronner den Vorstand des Fördervereins bildet.
425 Mitglieder – ist der Förderverein damit zufrieden?
„Das ist schon mal ordentlich, aber wir wünschen uns natürlich mehr.“ Seine persönliche Zielmarke: 1000 Mitglieder. Der Vorstand sei stolz auf die bereits „starke Truppe”, dennoch dürfe man sich darauf nicht ausruhen. Damit es noch mehr werden, ist der Förderverein auch beim Steiglefest am kommenden Sonntag präsent – und das gleich doppelt. Die Mitglieder werden an zwei Informationsständen vertreten sein – einer befindet sich beim Mühlenladen der Walzmühle im Steigle, der andere bei der Fattoria la Vialla. Besucher können sich dort über die Arbeit des Fördervereins und die Bedeutung der Geriatrie informieren.
Eines der Ziele: mehr Aufmerksamkeit für die Reha
„Wir wollen zeigen, wofür der Förderverein steht und was die Geriatrie für die Menschen in unserer Region leistet“, erklärt das Vorstandsmitglied. Je größer der Rückhalt in der Bevölkerung sei, desto stärker werde auch die Aufmerksamkeit für die Einrichtung.
Die Geriatrie spiele nicht nur für ältere Menschen eine wichtige Rolle.Sie stärke ältere Menschen und entlaste damit Angehörige. „Älter werden wir alle”, begründet Faßnacht. Nach Krankenhausaufenthalten helfe die Rehabilitation vielen Patienten dabei, wieder möglichst selbstständig leben zu können und nicht unmittelbar auf einen Pflegeheimplatz angewiesen zu sein.
Warum der Reha-Erhalt sich auszahlt
Längerfristig spare das dem Gesundheitssystem sogar Geld, da ein Heimplatz auf Dauer deutlich teurer wäre – auch für die Kommune und den Staat. „Auf der einen Seite sparen wir das Geld, auf der anderen müssen wir es mehr als doppelt ausgeben“, zeigt Faßnacht das Szenario auf, wenn solche Einrichtungen geschlossen würden. „Die Geriatrie betrifft eigentlich jeden“, sagt der 71-Jährige mit Blick auf die demografische Entwicklung. Besonders wichtig sei dem Förderverein, dass sämtliche Beiträge und Spenden direkt der Einrichtung zugutekommen. „Alle Spenden werden eins zu eins in der Geriatrie eingesetzt”, versichert er. „Das hat uns auch der Landrat versprochen.“ Die Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich. Mit den Geldern sollen Beschäftigte unterstützt und Verbesserungen in der Geriatrie ermöglicht werden.
Ein Problem: Mitglieder finden in angespannten Zeiten
Die Mitgliederwerbung sei allerdings nicht immer einfach. Viele Menschen müssten zunächst über die Aufgaben der Einrichtung und die Ziele des Vereins informiert werden. „Man muss den Leuten Zeit geben, sich zu überlegen: Wofür gebe ich Geld aus?” Gerade persönliche Gespräche hätten sich dabei als erfolgreich erwiesen. Die meisten Neumitglieder seien bei der Vereinsgründung sowie beim Frühlingsfest gewonnen worden. Der generell steigende Kostendruck der Menschen beeinflusse ebenso die Bereitschaft, Mitglied zu werden. Auch hier zeigt sich Faßnacht verständnisvoll: „Ich muss doch eh so viel zahlen!”, bekomme er oft als Rückmeldung.
Oftmals sei nicht der Jahresbetrag von 30 Euro für Einzelpersonen und 50 Euro für Familien das Problem, sondern schlichtweg noch eine weiterer Ausgabenposten. Umso wichtiger sei es, die Wichtigkeit dieser medizinischen Einrichtung aufzuzeigen, findet Faßnacht. Der Förderverein präsentiert sich beim Hohenbergfest (Steiglefest) am Sonntag, 14. Juni, ab 10 Uhr. Wer Interesse hat, Mitglied zu werden, kann sich auch online informieren.