Regisseurin aus Waldachtal: „Herzensmütter“ feiert Kinopremiere

Bei der Filmpremiere ganz vorne: Die beiden Regisseurinnen Olivia Denner (links) und Susanne Rebholz (rechts).
DennerWie definiert sich eine Mutter, wie definiert die Gesellschaft eine Mutter? Wie unterscheiden sich Mütter in unterschiedlichen Kulturen und Lebenssituationen? Olivia Denner aus Lützenhardt hat sich dieses Themas angenommen und als Autorin und Regisseurin zusammen mit ihrer Projektpartnerin Susanne Rebholz aus Sigmaringendorf einen 60-minütigen Film produziert. Sein Name: „Herzensmütter“.
Jetzt feierte dieser Film Premiere auf großer Kinoleinwand – im legendären Museum-Lichtspielhaus in Tübingen, dort, wo in aller Regel die Blockbuster aus Hollywood das Publikum ebenso begeistern wie Art-House-Filme.
„Ich war schon ein wenig aufgeregt“, gesteht die 27-Jährige. „Ich kannte den Film zwar in- und auswendig, wir hatten ja die Interviews geführt, gefilmt und beim Schneiden dann alle Szenen zigmal gesehen. Wie der Film aber im Kino wirken wird, auf uns und vor allem das Publikum, das wussten wir vorher nicht.“ Entsprechend gespannt waren sie natürlich auf die Reaktionen, insbesondere ihrer Bekannten, Freunde und Familie, die zum ersten Mal die Filmdokumentation zu sehen bekamen. Und die waren durchweg positiv.
Studium in Tübingen
Nach ihrem Abitur am Gymnasium Dornstetten absolvierte Olivia Denner ein Freiwilliges Soziales Jahr als Schulbegleiterin an der Gemeinschaftsschule Schopfloch-Waldachtal, um danach an der Universität Tübingen Medienwissenschaften und Germanistik zu studieren. Ihren Bachelor schloss sie bereits 2021 ab mit einer Studienarbeit über die Nutzungsmotive von Scripted-Reality-Formaten im Privatfernsehen. Auf ihren Bachelor setzte Olivia Denner noch ein Masterstudium. Mit dem Film als Abschlussprojekt, das ihr und ihrer Kommilitonin die Bestnote 1,0 bescherte.
Der Aufwand war allerdings auch groß, inhaltlich wie zeitlich. „Wir brauchten ein Thema, wir brauchten Equipment und wir brauchten Support“, sagt die angehende Journalistin, die im Herbst die Redaktion der Stuttgarter Zeitung verstärken wird. Aber es klappte alles. „Wir blieben beharrlich dran.“ Über ein Jahr arbeiteten die beiden Regisseurinnen an ihrem Erstlingswerk.
Im Mittelpunkt des Films stehen drei Frauen, die aus Liebe zu ihren Kindern schwere Entscheidungen treffen mussten.
Die Idee des Films
„Die Idee unseres Dokumentarfilms basiert auf dem Wunsch, den Müttern in unserer Gesellschaft mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Unsere Recherche vermittelte uns das Gefühl, dass Mütter oftmals nicht genug wertgeschätzt und eher als selbstverständlich angesehen werden“, so die beiden Filmemacherinnen in einer wissenschaftlichen Beschreibung des Projekts.
Was Olivia Denner und Susanne Rebholz besonders bewegte: wie offen und ehrlich sich die Frauen vor der Kamera über ihr Leben, ihren Alltag und ihre Familien äußerten. „Wir waren sehr darum bemüht, dass die Frauen mit eigener Stimme sprechen konnten. Wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, ihr Leben zu zeigen. Dabei entstanden zum Teil sehr persönliche und emotionale Momente. Entsprechend dankbar sind die beiden Regisseurinnen: „Das ist nicht selbstverständlich, es zeigt aber, welche vertrauensvolle, geradezu persönliche, intime Atmosphäre zwischen uns herrschte.“