Premiere in Horb
: So lief die erste „Lange Nacht der Demokratie“

Erstmals hatte in Baden-Württemberg und auch in Horb die Lange Nacht der Demokratie Premiere – es gab in Horb 14 verschiedene Aktionen, teilweise auch zum interaktiven Mitmachen. Egal ob Theater, Ausstellungen oder musikalische Acts.
Von
Angela Baum
Oberndorf
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Theater-Performance während der Langen Nacht der Demokratie in Horb

Angela Baum

Immer stand „die größte Errungenschaft unserer Zeit“ im Mittelpunkt: Die Demokratie. Das Motto war „für Demokratie und aktiv gegen Rechts“. Organisiert hatten es in und für Horb das „Horber Bündnis für Demokratie – aktiv gegen Rechts“. Der Landtag von Baden-Württemberg hatte für die erste Lange Nacht der Demokratie sogar Landesmittel zur Verfügung gestellt, so dass auch Horb davon die verschiedenen Events bei freiem Eintritt anbieten konnte.

Trommelwirbel untermalten bei der Theaterperformance von Pina Bucci und ihren Theaterakteuren die Verlesung der ersten Artikel des Grundgesetzes – Michael Köhl deklamierte auf einem Stuhl stehend die Grundrechte der Bürger.

Die Theaterperformance prangerte Kriegsgewalt an – so erschien das Kriegsgespenst höchstpersönlich, und Pina Bucci und Ute Gerlach streuten symbolisch verbrannte Erde auf den Boden. Bucci sagte mit klagender Stimme: „Der Boden meiner Heimat ist verbrannt und zerstört“ – durch den Krieg, der in der Performance angeprangert wurde als Gefahr für die Demokratie und die Freiheit der Menschen.

Zitate zum Thema Demokratie formen die Performance

„Ich will freie Menschen sehen“ war die Performance überschrieben – verschiedene Sequenzen, Zitate aus Gesprächen mit Schülern des Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule zum Thema „Demokratie“ waren eingestreut und fügten sich im Theaterspiel zu einer Einheit zusammen. Anzhelika Petry und Viktoria Rossos waren die jüngsten Darstellerinnen des Theaterstücks – auch sie agierten eindrucksvoll.

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Mit dem legendären Martin Luther King-Zitat „I have a Dream“ begann die Theaterperformance, Zitate aus Gesprächen mit anderen Menschen zum Thema Demokratie formten das Stück.

Viele Organisationen beteiligt

Die Lange Nacht der Demokratie begann mit einem Grußwort von Bürgermeister Ralph Zimmermann – Schirmherrin war die Stadt Horb, Veranstalter waren verschiedene Akteure, etwa die AWO, der EDV-Verein, das Bündnis Ankerstadt Horb oder auch der Jüdische Betsaal, die Friedenstage Horb, das Jugendreferat und das KEB, der Marmorwerkverein und das Projekt Zukunft.

Gleich nach der Begrüßung lud das Bündnis Ankerstadt Horb zum „Dinner für Demokratie – Horb am bunten Tisch.“ Hier brachte jeder etwas Leckeres zum Essen mit und teilte es mit anderen. Vom Flößerwasen war es nurmehr einen Katzensprung zum Museum Jüdischer Betsaal – hier kamen viele Interessierte. Die Ausstellung fragte „Verräter oder Helden?“ und kreist um Fritz Bauer, der sich Generalstaatsanwalt in der Nachkriegszeit für die Verfolgung von NS-Verbrechen einsetzte.

Graffitiwand und Lichtinstallation

Verschiedene Fragen testeten das demokratische Grundwissen der Ausstellungsbesucher. Gewinner gab es auch – es konnten Bücher gewonnen werden. Trotz Regenwetters übrigens fand die Stadtführung mit Michael Köhl statt, sie streifte Stationen der Langen Nacht der Demokratie. Etwa das Graffiti-Projekt mit allen, die mitsprühen wollten – die Graffitiwand war 13 auf zweieinhalb Meter groß.

Auch gab es eine Lichtinstallation mit Sinnsprüchen zur Demokratie, die aufzeigte, dass das Demokratieverständnis über 2000 Jahre alt ist.

In der Stadtbücherei gab es Gedichte von Walle Sayer, musikalisch begleitet von Christof Schülke, und Erinnerungen von Helmut Loschko an die 1948er-Revolution, bei der auch aus Horb eine Aktion überliefert ist. Es kam zu einer Kundgebung vor dem Rathaus.

Die menschliche Bibliothek

Stimmen der Demokratie gab es auch im EDV-Vereinsheim zu hören – hier konnte jeder, der wollte mit Vertretern der Gesellschaft sprechen und in Austausch kommen. Die „menschliche Bibliothek“ war der Grundgedanke der erfolgreichen Aktion, zu der viele Interessierte kamen. „Viele Menschen wissen nicht, welch hohes Gut unsere Demokratie ist“, sagt Florian Koch von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die die Aktion im EDV-Vereinsheim unterstützte. Cem Atas erklärte, dass es wichtig und bedeutungsvoll sei, dass sich der EDV-Verein an der Langen Nacht der Demokratie beteiligte.

Auch im benachbarten Marmorwerk gab es Aktionen zur Demokratie – mit Essen, Musik und Referaten zur Demokratie. Im Steinhaus warteten eine Fotobox sowie eine interaktive Ausstellung zu Geschichten und Facetten von Migration, Integration und Teilhabe auf die Besucher.