Ortschaftsrat Ergenzingen
: Ganztagsgrundschule mit einigen Stolpersteinen

Die Grundschule Ergenzingen soll zum Schuljahr 2027/28 in eine gesetzliche Ganztagsschule in offener Angebotsform umgewandelt werden.
Von
Marzell Steinmetz
Ergenzingen
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Grundschule Ergenzingen

Die3 Grundschule Ergenzingen soll zur Ganztagesschule werden.

Angela Baum
  • Ergenzingens Grundschule soll ab dem Schuljahr 2027/28 gesetzliche Ganztagsschule werden.
  • Ortschaftsrat empfahl die Umwandlung einstimmig, doch es gab Vorbehalte in der Beratung.
  • Geplant sind drei Tage mit je sieben Stunden, Anmeldung freiwillig, Teilnahme dann ein Jahr bindend.
  • Schulleitung warnt vor weniger Flexibilität und kürzerem Mittagsband – Buskinder benachteiligt.
  • Verwaltung sieht Vorteile: Rechtsanspruch im Rahmen, bessere Lehrerzuweisung und gesicherte Finanzierung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dieser Empfehlungsbeschluss des Ortschaftsrats Ergenzingen an den Gemeinderat fiel einstimmig aus. Die Begeisterung hielt sich bei der Beratung am Mittwoch jedoch in Grenzen.

Der Ganztagsbetrieb an der Ergenzinger Grundschule besteht bereits seit dem Schuljahr 2011/12. Damit habe man ein gut funktionierendes System, stellte Schulleiterin Corina Schulakovsky fest. Die Vorbereitung des Antrags für eine Ganztagsschule nach Paragraf 4 des Schulgesetzes sei ihr schwergefallen. Sie sieht mit dem neuen Konzept einige Stolpersteine, Flexibilität gehe zudem verloren. Auch gehe der Wunsch der Eltern, wie sie darlegte, eher in die Richtung Kernzeitbetreuung.

Die Ferien werden ebenfalls abgedeckt

Hintergrund des Antrags ist der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem neuen Schuljahr, beginnend mit der ersten Klassenstufe. Bis zum Schuljahr 2029/30 haben dann alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse einen Anspruch darauf, dass sie acht Stunden an fünf Werktagen verlässlich betreut werden. Die Ferien werden ebenfalls abgedeckt. Der Antrag sieht vor, dass der Ganztagsbetrieb an drei Tagen mit jeweils sieben Zeitstunden eingerichtet wird. Die Anmeldung ist zwar freiwillig, doch dann ist die Teilnahme für ein Jahr lang verpflichtend.

Auf die Grundschule ist die Verwaltung mit dem Wunsch zur Umwandlung in eine gesetzliche Ganztagsschule zugekommen. Im Januar/Februar fand dazu eine Bedarfsumfrage statt. Teilgenommen hatten Eltern von 153 Kindern: Das Ergebnis war, dass 66 Kinder für den Ganztagsbetrieb mit drei Tagen zu je sieben Stunden angemeldet würden, bei 51 Kindern wäre das nicht der Fall. Für 36 Kinder wurden keine Angaben gemacht. Damit könnten drei Ganztagsgruppen eingerichtet werden. Die Schulleiterin wies aber auch darauf hin, dass 81 Eltern ihre Kinder für die Kernzeitbetreuung anmelden würden, doch dafür stünden nur 50 Plätze zur Verfügung. „31 Familien werden sehr enttäuscht sein“, meinte Corina Schulakovsky.

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Gemeinsam ist die offene Wahlform

Was das bisherige und das neue Ganztagsangebot gemeinsam haben, ist die offene Wahlform. Aktuell umfasst der Zeitrahmen vier Tage pro Woche und acht Stunden am Tag. Bei einer freiwilligen Teilnahme am Ganztag sind drei von vier Tagen verbindlich. Beim künftigen Angebot mit drei Ganztagen ist die Anmeldung an allen Tagen verbindlich. Damit ginge für die Eltern eine gewisse Flexibilität verloren.

Kritisch gesehen wird hauptsächlich, auch von den Ortschaftsräten, dass das Mittagsband von bisher zwei Stunden auf eine Stunde reduziert wird. Dabei wären die Kinder aus Eckenweiler, die mit dem Bus fahren, benachteiligt. Sie könnten über die Mittagszeit nicht mehr heimfahren. „Da sehe ich keine Verbesserung bei der Betreuung“, sagte Corina Schulakovsky.

Christa Richter (NUR) befürchtete, dass der Verkehr an der Grundschule durch Elterntaxis zunehmen wird. „Ich bin zwiegespalten: Zustimmen oder nicht?“, fragte sich Christina Renz nach dem Vortrag der Schulleiterin. „66 Ja zu 51 Nein“ für die Ganztagsschule in gesetzlicher Form ist für Alexander Nisch (UB) kein überzeugendes Ergebnis der Elternumfrage. „Happy ist keiner“, meinte er.

Das Amt für Bildung und Sport in der Rottenburger Verwaltung unterstützt die Umwandlung der bisherigen Erlass- in eine gesetzliche Ganztagsschule. „Für uns ist es wichtig, einen standardisierten Rahmen für den Rechtsanspruch zu bekommen“, erklärte Alexander Schreiner vom Fachamt. Dieser kann durch Zubuchung allerdings kostenpflichtiger Angebote (Ganztags plus) an fünf Tagen in der Woche auch erfüllt werden. Positiv sei die Anpassung des Zeitrahmens der Ganztagsschule an die Abholzeiten des Kindergartens. Weitere Vorteile sind aus Sicht der Verwaltung die verbesserte Lehrerzuweisung und die gesicherte Finanzierung des Ganztags. Außerdem dürften Lehrerstunden „monetarisiert“ werden, sodass mit dem Geld externe Partner in die Betreuung eingebunden werden könnten.

Die Schulkonferenz ist einstimmig dafür

Für Kinder, die nicht für den Ganztag angemeldet werden, ist es weiterhin möglich, Kernzeitbetreuung anzubieten. Nach Auskunft von Schreiner ist es jedoch noch nicht klar, wie lange es die Landesförderung gibt. Die Verwaltung schließt daher nicht aus, dass bei einem Entfall der Zuschüsse die Finanzierung der Doppelstruktur überprüft wird.

Die Schulkonferenz hat sich bereits einstimmig, der Elternbeirat mit deutlicher Mehrheit für das neue Ganztagskonzept ausgesprochen. Dem folgte jetzt auch der Ortschaftsrat. Eine Ablehnung, so Reinhold Baur (UB), wäre „fast nicht möglich“. Die Schulkonferenz sei einstimmig dafür: „Wir müssen es so hinnehmen“, sagte Cornelia Ziegler-Wegner (BfE).