OGV Starzach: Kräutergarten nach Hildegard von Bingen neu angelegt

Interessierte bewundern den neu angelegten Kräutergarten des Obst- und Gartenbauvereins.
Marzell Steinmetz- OGV Starzach hat den Lehrgarten zum 30-jährigen Bestehen umfassend erneuert.
- Neuer Kräutergarten nach Vorbild Hildegard von Bingen, mit Staketenzaun und Eichenholzgestell.
- Bienenhotel gut belegt – Obstblüte profitierte, Ernteaussichten gut, Hagel bleibt Risiko.
- Sortenvielfalt mit neuen Schildern und Übersichtsplan, inkl. rotfleischigem Apfel Baya Marisa.
- Verein wächst: fünf Neuzugänge, das 100. Mitglied erreicht, Pflanzaktion für diesen Herbst geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Buchsbaumzünsler hat auch die Hecke im Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) in Wachendorf nicht verschont. Jetzt haben die Mitglieder des Starzacher Vereins die Umrandung des schon vor fast drei Jahrzehnten angelegten Kräutergartens entfernt und mit einem kleinen Gartenzaun ersetzt. Zum 30-jährigen Bestehen präsentiert sich die Anlage mit ihren Obstbäumen und Beeren wieder im besten Zustand. Die OGV-Mitglieder haben viele freiwillige Arbeitsstunden im Vorfeld des zweitägigen Festes zum Jubiläum und zur Sonnwendfeier dafür aufgebracht.
Die ganze Wiese ist frisch gemäht. Das ist eher eine Ausnahme, denn im oberen Bereich bleibt das Gras sonst stehen. Diese Fläche soll naturbelassen sein, sodass sich Wiesenblumen und Wildkräuter ausbreiten können. Dort steht auch das Bienenhotel. Die „Wohnungen“ sind fast alle belegt. Die Behausung für Wildbienen und andere Insekten wird offenbar sehr gut angenommen. So sind während der Obstblüte im Frühjahr immer genug fleißige Bestäuberinnen unterwegs. Das sieht man auch: Die Kirchenernte fällt gut aus, der Obstansatz an den anderen Bäumen ist gut. Nur: Wie viele Äpfel und Birnen bis zum Herbst heranreifen, das bleibt abzuwarten. Ein Hagelsturm kann ganz schnell die ganze Ernte vernichten.
Jedes Jahr schneidet er zwischen 120 und 150 Bäume
Vorsitzende Elisabeth Müller führte Interessierte durch den Lehrgarten. Was ist der Unterschied zwischen Kopulation und Pfropfen? Das erklärte Wolfgang Walz gerade an einem Baum, den er veredelt hat. Er ist der Praktiker: Jedes Jahr schneidet er zwischen 120 und 150 Bäume und bringt damit eine große Erfahrung in den Verein ein. Der Obstbaumschnitt ist eine Wissenschaft für sich. Am besten sei es, aus der Erfahrung heraus zu lernen. „Wenn man jedes Jahr den Baum schneidet, weiß man auch, wie er reagiert und was das Beste für ihn ist“, meinte er.

Wolfgang Walz erklärt, wie Obstbäume veredelt werden. Rechts: Vorsitzende Elisabeth Müller.
Marzell SteinmetzElisabeth Müller wies auf einige Besonderheiten des Lehrgartens mit seiner großen Sortenvielfalt hin. Die schwarzen und roten Johannisbeeren sind schon weitgehend reif. Einige sind noch blässlich, aber keineswegs unreif. „Es ist eine weiße Sorte“, klärte die OGV-Vorsitzende auf. Sie zeigte auf ein Pimpernuss-Bäumchen. Es sei eine heimische Art und habe klappernde Früchte.
Der Lehrgarten ist 1998 angelegt worden. Etliche Bäume waren in der Zwischenzeit gealtert, sodass sie durch neue ersetzt wurden. Neben den Halb- und Hochstämmen gibt es eine Sorte, von der die Vorsitzende besonders schwärmte. „Ich bin ein Fan von Säulenbäumen“, sagte sie. Diese kleinen Obstbäume haben nämlich den Vorteil, dass sie leicht zu pflegen sind. Sie eignen sich für einen Garten mit wenig Fläche. Es ging weiter zum nächsten Baum mit dem Namen Baya Marisa. Das Besondere hier ist, dass die Frucht im Reifezustand außen wie innen rot ist – ein rotfleischiger Tafelapfel.
Schwierig geworden, alle Sorten zu bestimmen
Die Bäume und Beeren sind mit neuen Schildern versehen worden. Schriftführer Jörg Müller hat sie im botanischen Garten in Tübingen anfertigen lassen. Das war gleichzeitig eine Bestandsaufnahme. Inzwischen sei es schwierig geworden, alle Sorten zu bestimmen, sagte Müller. Aufschluss darüber gibt jetzt ein neu angefertigter Übersichtsplan.
Die Führung endete im Kräutergarten.Wie er gestaltet werden solle, dazu habe es viele Ideen gegeben, verriet Elisabeth Müller. Dass viele Köche den Brei verderben, galt für diesen Fall nicht. In der Mitte steht ein Zierapfelbaum, drum herum sind die Beete platziert. Statt wie zuvor Holz wurde dafür Eisen verwendet. „Das hält ewig“, sagte Wolfgang Walz. Dass das Metall mit der Zeit rostet, ist durchaus so vorgesehen. Neu ist auch das Holzgestell aus Eichenholz: „Das haben wir für die Rosen gemacht.“ Auf der Sitzbank kann man den Garten in Ruhe genießen.
Verschiedene Kräuter wachsen in den Beeten, Lavendel, Oregano, Salbei, Thymian, Sauerampfer, Johanniskraut, Fenchel, Schnittlauch und noch einige mehr. Bei der mit dem Staketenzaun umrandete Anlage orientierte sich der Verein an dem Kloster-Kräutergarten von Hildegard von Bingen.

Das Bienenhotel ist gut belegt.
Marzell SteinmetzZur Sonnwendfeier sollte am Samstagabend ein großes Feuer angezündet werden. Darauf musste wegen der Hitze und Trockenheit verzichtet werden. Am Sonntag fand im Lehrgarten ein gut besuchter Gottesdienst statt. Die Vorsitzende ehrte hinterher 50 Mitglieder, die seit zehn, 20 und 30 Jahre im Verein sind. Das war genau die Hälfte der Mitgliederzahl.
Der OGV hat das 100. Mitglied gewonnen
Noch am Samstag waren fünf neue dazu gekommen. „Wir haben das 100. Mitglied gewonnen“, stellte Elisabeth Müller begeistert fest. Nicht zuletzt freute sie sich auch darüber, dass sich der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins verjüngt hat.
Der Golfclub stellte für das zweitägige Fest eine große Dartscheibe zur Verfügung: Hierauf konnte mit dem Minigolfbällen gezielt werden. Das erinnerte anlässlich des Jubiläums daran, dass auf dem Grundstück des Lehrgartens vorher eine Minigolfanlage stand. Weiter trug der Trachtenverein Bierlingen mit seinen Tänzen zum Programm bei.
Das hat der OGV Starzach vor
Für diesen Herbst plant der OGV Starzach nach vierjähriger Pause wieder eine Pflanzaktion. Bei einer Sammelaktion werden Bestellungen für Obstbäume und Beerensträucher entgegengenommen. Darüber informiert der OGV an seinem Inforstand während des Starzachfestes. Ende Juli besuchen die Drittklässler der Starzacher Grundschule den Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins.
