Neubaugebiet in Rohrdorf: Schlößleweg zur Bebauung freigegeben

Geschafft – Rund 30 Jahren nach den ersten Überlegungen wurde das Neubaugebiet Schlößleweg freigegeben.
Peter MorlokDas kleine Neubaugebiet „Schlößleweg“ wurde zur Bebauung freigegeben, denn die Erschließungsarbeiten wurden nach fünf Monaten Bauzeit fertiggestellt.
Es handelt sich um einen Teil des Gebiets „Schlößleweg“, der Richtung Holzgasse beziehungsweise der Ortsverbindungsstraße K 4711 Richtung Mühlen liegt und das ohne das Rundumsorglospaket durch einen Erschließungsträger realisiert wurde.
Nächstes Baugebiet ins Auge gefasst
Mit vor Ort waren neben Bürgermeister Markus Tideman auch die neue Hauptamtsleiterin Maren Eberhardt sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Eutinger Bauamtes. Zudem Alt-Bürgermeister Armin Jöchle, unter dessen Ägide das Baugebiet auf den Weg gebracht wurde, und Rohrdorfs Ortsvorsteher Johannes Metzner, der sich besonders freute, dass er als bisher einziger Ortsvorsteher sowohl die 1250 Jahr-Feier des Ortes als auch die Übergabe eines neuen Feuerlöschfahrzeugs und nun auch noch ein Neubaugebiet miterleben durfte.
„Wenn sie noch ein bisschen im Amt bleiben, kommt vielleicht noch ein Baugebiet dazu“, machte ihm Tideman Hoffnung. Weiter nahmen an dieser kleinen Feierstunde Vertreter des Büros Gauss Ingenieurtechnik, Rottenburg, die als Ingenieurbüro die Erschließung betreut haben, sowie Bauleiter Marvin Neff und Benjamin Rath von der bauausführenden Firma Rath, ein Vertreter vom Unternehmen Anton Wetzel aus der unmittelbaren Nachbarschaft und zwei Familien, denen Grundstücke im neuen Baugebiet gehören, teil.

So sah es noch im April diesen Jahres aus – nun ist (fast) alles fertig.
Foto: Peter MorlokBürgermeister Tideman erinnerte in chronologischer Reihenfolge an die Entstehungsgeschichte dieses Baugebietes, in dem insgesamt sieben Bauplätze, wovon zwei in kommunalem Besitz sind, erschlossen wurden.
Gemeinsam das obligatorische Band durchschnitten
Als Vergaberichtlinien für die beiden kommunalen Bauplätze entschied sich der Gemeinderat am Abend für die bisherige Vergabeform, bei der nach bestimmten Kriterien vorgegangen wird. Man schloss sich hier dem Wunsch des Rohrdorfer Ortschaftsrates, der diese Vergabeform favorisierte, an.
Markus Tideman hofft nun, dass man die beiden Bauplätze noch im Oktober ausschreiben kann und freut sich jetzt schon auf die Einnahmen, die durch die Grundstücksverkäufe erzielt werden. Aber auch darüber, dass man das neue Baugebiet in relativ kurzer Zeit optisch gelungen an den bestehenden Bestand anschließen konnte und so einen Mehrwert für Rohrdorf generierte.
Gemeinsam wurde wenig später das obligatorische Band durchtrennt, das Baugebiet symbolisch freigegeben und auf eine gute Zukunft des neuen Reviers angestoßen. Mit der Erschließung dieses Baugebietes geht ein langer Entwicklungsprozess zu Ende und an dieser ruhigen Lage am Ortsrand kann nun zeitnah neuer, naturnaher Wohnraum entstehen.
„Wir haben auch die Wasser- und Mischwasserkanäle, zu denen auch die Regen- und Schmutzwasserkanäle zählen, neu verlegt“, erklärte Bürgermeister Tideman. Rund 1200 Quadratmeter umfassten die Straßenbauarbeiten, die das Neubaugebiet in einer Art Rundweg an das bestehende Straßennetz anschließen. Der Weg runter zur Holzgasse ist später nur fußläufig möglich, so eine weitere Info. 300 Meter der neuen Straße werden beleuchtet und zu allen Bauplätzen werden Leerrohre gelegt, die später das Einschießen von Telekommunikationsverbindungen ermöglichen.„Die Infrastruktur ist dann zwar da, aber bis heute haben wir noch keinen Anbieter gefunden, der Kabel für Internet und dergleichen in dieses Baugebiet legt“, räumte Tideman auf Nachfrage ein.
Die Chronik des neuen Baugebietes
In den Jahren 1995 bis 1998
startete man mit Verhandlung über eine Umlegung für ein kleines Baugebiet zwischen der Holzgasse und dem Schlößleweg. Aufgrund der Nähe von zwei landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung konnte nur ein kleiner Teil davon umgesetzt werden. Nachdem die Tierhaltungen aufgegeben wurde, konnte die Planung und mögliche Umsetzung erneut aufgegriffen werden.
Es dauerte dann
aber bis in den September 2015, bis sich der Gemeinderat zu einer Bauvoranfrage über Errichtung von zwei Einfamilienhäuser auf dem Flurstück Nr. 191 in Rohrdorf durchrang.
Am 14. November 2017
erfolgte dann in nichtöffentlicher Sitzung die Zustimmung zu den Umlegungsverträgen Holzgasse/Schlößleweg für die Flurstücke Nr.189; 189/3; 191; 193; 195.
In der Januarsitzung 2018
kam es dann zur Vergabe der Erschließungsplanung an das Büro Gauss. Im November 2018 wurde vom Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans „Schlößleweg“ durchgewunken doch der Einleitungsbeschluss erfolgte erst über ein Jahr später. Am 10. Dezember 2019.
Viele Sitzungen und Papierberge
, die zu diesem Thema durchgearbeitet werden mussten, später erfolgte am 24. Januar 2023 der Satzungsbeschluss und Ende 2024 konnten die Submission für die Erschließungsarbeiten „Schlößleweg“ eröffnet und die Erschließungsarbeiten an die Firma Rath zu einer Angebotssumme von rund 713 000 Euro (Brutto) vergeben werden.
Am 10. März 2025
begann man mit den Erdarbeiten und Ziel war es, im Juli diesen Jahres mit der Erschließung fertig zu sein.