Neckarerlebnistag in Horb: Fahrrad fahren, wandern und genießen

Horb erkunden: Das Interesse an diesem Programmpunkt des Neckarerlebnistags war groß.
Peter MorlokMit der historischen Diesellok der Eisenbahnfreunde Zollernalb konnten die Besucher mehrmals am Tag zwischen Rottweil und Tübingen pendeln und dabei in gemütlichem Tempo das malerische Neckartal auf Schienen erkunden. Die Fahrten mit der historischen Diesellok machten es leicht, gleich mehrere Programmpunkte entlang der Strecke zu erleben.
In Horb war den ganzen Tag über etwas los. Für Frühaufsteher wurde bereits um 8 Uhr morgens ein Spaziergang angeboten, bei dem man heimische Wildpflanzen und Wildfrüchte kennenlernen oder wiederentdecken konnte.
Kräuter kennenlernen
„Die Zeit ist eben frühmorgens oder am späten Nachmittag für sowas ideal“, wusste die Expertin. Zum Abschluss dieser Tour konnten die Teilnehmer wieder ihr eigenes Kräutersalz herstellen.
Um 10 Uhr startete eine geführte Wanderung durch das „malerische Neckartal“, wie es in der Ankündigung hieß. Mit Wanderführer Martin Raible vom Schwarzwaldverein Ortsgruppe Horb führte der Weg entlang am nördlichen Uferweg, über Ihlingen und Rexingen, zum Schütteturm und zur Ottilienkapelle und über die Horber Altstadt zurück.
Ausgiebige Wanderung
Etwas mehr als elf Kilometer war die Strecke lang und 310 Höhenmeter galt es zu überwinden. Also nichts für Ungeübte oder Fußkranke. Ob bei dieser Wanderung viel Raum für „malerische“ Betrachtungen blieb, mag dahingestellt sein, sicher ist auf jeden Fall, dass es viel zu sehen gab.
Viel zu sehen bekamen auch die Gäste, die sich von Sebastian Ell über den Neckar „stochern“ ließen. War dieses Angebot im letzten Jahr noch kostenlos, so musste Ell in diesem Jahr vier Euro für die 20-minütige Bootstour verlangen. Die Nachfrage war dementsprechend schlecht. Auch sein Spezialangebot, die Sektfahrt von 11 bis 12 Uhr, kam überhaupt nicht an, wie er im persönlichen Gespräch bedauerte.
Fahrräder an der Kirche
Gut besucht war hingegen der von Pfarrer Johannes Unz angebotene Radfahrer-Gottesdienst in der Mühlener Remigiuskirche, der vom Posaunenchor Hochdorf-Schietingen musikalisch umrahmt wurde. „Durst“ stand als Leitmotiv über diesem sonntäglichen Treffen, und der gesamte Gottesdienst war auf die Besitzer der Hightech-Räder zugeschnitten, die vor dem Gotteshaus geparkt waren. Denn von den gut 50 Besuchern kamen rund die Hälfte mit dem Rad.
Groß war auch die Nachfrage nach dem historischen Stadtspaziergang, den Helmar Vogt um 14 Uhr anbot und der die Gruppe hoch zur Stiftskirche und dem Marktplatz führte.
Musik im Alten Freibad
Wer dann noch etwas Zeit und Lust hatte, konnte beim letzten Musikcocktail des Jahres gut vorgetragene Chormusik anhören oder ins Stadtmuseum gehen, wo Leiterin Agnes Maier über Sebastian Lotzer berichtete. Im Alten Freibad brachte Peter Straub drei seiner Chöre, den Jugendchor, den Männergesangsverein Talheim und InTakt, mit an den Neckar. Was aber besonders auffiel war, dass Caroline Yi, die Leiterin der Stabsstelle Kulturmanagement nun schon zwei Jahre beim wichtigsten kulturellen Angebot von Horb fehlt. „Die hat sich auch in diesem Jahr nicht ein einziges Mal blicken lassen“, wusste Freibadhausmeister Peter Woikowski. Was soll’s.
Im Fazit kann man von einem Erlebnistag sprechen. Das Angebot war vielfältig und wurde von vielen Menschen wahrgenommen. Und der Neckar, der in Horb für die Gartenschau erlebbar gemacht worden war, bietet das ganze Jahr über viele Möglichkeiten, sich mit dem Naturelement Wasser zu beschäftigen.