Naturschutzdiskussion in Horb: Waldzerstörung durch Windräder „ein Märchen“

Herbstliche Stimmung im „Großen Hau“ – auch die Grünen wollen in diesem Gebiet keine Windräder.
Maria HoppKristina Sauter, ehemalige OGL-Stadträtin, nimmt für die Horber Grünen und die OGL-Fraktion Stellung zum Beitrag von Marcel Uhl und Birgit Sayer, zwei Vertrauensleute der Bürger, die gegen Windkraft im Wald auf städtischen Flächen sind. Sie hatten im Blick auf den am 30. November stattfindenden Bürgerentscheids die Bedeutung des heimischen Walds hervorgehoben.
Sauter teilt dazu mit: „Fürwahr, am 30. November können wir Verantwortung übernehmen für das, was uns wichtig ist. Ein Bürgerentscheid, von Personen und Initiativen eingereicht, denen es um den Wald geht, die aber auch Ängste schüren vor einer neuen Technologie, gibt uns dazu Gelegenheit. Ich zitiere Frau Sayer: Es geht um Weitsicht, Nachhaltigkeit und Verantwortung. Nehmen wir zuerst die Weitsicht: Der jüngste Waldbericht attestiert eine massive Verschlechterung des Waldzustandes. Die Wälder sind durch den Klimawandel stellenweise so geschwächt, dass sie nicht mehr als CO2-Speicher funtionieren.“ Der Wald sei ein Opfer des immer noch viel zu hohen CO2-Eintrags aus fossilen Kraftwerken und aus dem Verkehr. Jedes Windrad verbessere die CO2-Bilanz und nütze dem Wald.
Windkraft, die saubere Lösung
Zum Punkt Nachhaltigkeit sagt Sauter: „Im Vergleich zur fossilen oder atomaren Stromgewinnung ist Windkraft eine saubere und kostengünstige Technologie. Auch in Süddeutschland ist an etlichen Standorten die nötige Effizienz vorhanden.“
Zum Stichwort Verantwortung meint die ehemalige Stadträtin: „Ich halte es für verantwortungslos, eine technologische Entwicklung, die weltweit boomt, zu versuchen, in Horb auszubremsen.“

Kristina Sauter
Foto: HoppSauter unterstreicht, dass der Große Hau bei Rexingen auch für sie tabu sei. „Er hat unterdessen die Qualität eines Naturschutzgebietes, in das nicht eingegriffen werden darf. Das heißt aber nicht, dass deshalb alle Waldgebiete ausgeschlossen werden müssen.“
Wichtig ist der Strom
Zum finanziellen Nutzen der Windkraft für die Gemeinden meint Sauter: Zweifelsohne sei dieser vorhanden, „aber Windkraft ist in erster Linie ein immenser Beitrag zur sauberen und effizienten Stromgewinnung.“
Dass Windräder den Wald zerstören, ist laut Sauter „ein Märchen“. Sie argumentiert: „Nach einigen Jahren sind die Bauflächen wieder zugewachsen und die Arten, die vorher da waren, sind auch nachher noch da. Die Eingriffe sind nicht schädlicher, als jede andere Baumaßnahme in der Landschaft.“ Ausschlaggebend sei die Anzahl der Anlagen. Ein bis drei Windräder in einem Gebiet, egal ob Wald oder Freifläche, seien landschaftsverträglich. Eine größere Anzahl verändere den Charakter der Landschaft.
Keine Kampfrhetorik
Sauter rät, das Thema differenziert und ohne Kampfrhetorik anzugehen. Sie selbst, die Grünen und die OGL in Horb empfehlen: „Stimmen Sie beim Bürgerentscheid mit Ja. Ja, auch in Horb sollen Waldflächen, die sich im Eigentum der Stadt befinden, für die Nutzung durch Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden.“