Naturschutz: NABU Waldachtal rettet über 6700 Amphibien

Geselliges und kameradschaftliches Miteinander beim Helferfest des Nabu Waldachtal: Die Naturschützer haben zum Erhalt des Naturkreislaufs beigetragen.
GrezaEin erfreulicher Grund zum Feiern: In den Jahren 2024 und 2025 wurden in der Gemeinde Waldachtal insgesamt 6726 Amphibien von freiwilligen Helferinnen und Helfern sicher über vielbefahrene Straßen getragen.
Zum Abschluss der Schutzaktion 2025 veranstaltete der Naturschutzbund (NABU) Waldachtal ein stimmungsvolles Helferfest und sprach allen Beteiligten seinen herzlichen Dank aus. Rund 40 engagierte Naturschützerinnen und Naturschützer – teils mit Kindern und Enkeln – waren im Einsatz.
Beitrag zum Schutz der lokalen Amphibienpopulation
Sie betreuten in ihrer Freizeit die Schutzzäune am Tumlinger See sowie an der Straße zwischen Hörschweiler und Schopfloch. Unterstützt wurden sie von NABU-Mitgliedern und weiteren Freiwilligen aus Waldachtal sowie angrenzenden Gemeinden bis nach Horb. Gemeinsam leisteten sie einen wertvollen Beitrag zum Schutz der lokalen Amphibienpopulation.

Gemeinsam wurde gegrillt.
Foto: GrezaDie Ergebnisse der diesjährigen Amphibienwanderung wurden von NABU-Vorsitzendem Stefan Greza und seinem Stellvertreter Ferdinand Schorpp vorgestellt. In Hörschweiler wurden über zwei Jahre hinweg 2948 Kröten, Frösche und Molche auf ihrem Weg zu den Laichgewässern über die Straße gebracht. Eine Rückwanderhilfe war hier nicht möglich, da der Sandbühlsee zu weit entfernt liegt. In Tumlingen hingegen wurden Hin- und Rückwanderung erfasst, was zu 3778 geretteten Amphibien, darunter auch Feuersalamander, führte.
„Diese Zahlen zeigen, wie bedeutend unsere Arbeit für den Arten- und Biodiversitätsschutz in Waldachtal ist“, so Stefan Greza. Das Helferfest mit Lagerfeuer, gutem Essen und regen Gesprächen bot Gelegenheit zum Austausch und zum Stärken des Gemeinschaftsgefühls – und war ein würdiger Abschluss einer intensiven Saison.
Doch die Amphibien stehen weiterhin unter massivem Druck: Straßenverkehr, Trockenperioden, der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen durch moderne Mähtechnik gefährden ihre Bestände. Hinzu kommt die Problematik ausgesetzter Goldfische in Laichgewässern, die sich massiv vermehren und Kaulquappen sowie Laich fressen. Besonders im Frühsommer, wenn beim sogenannten „Froschregen“ Tausende junger Frösche und Kröten gleichzeitig die Gewässer verlassen, sind sie durch Fahrzeuge und Freizeitnutzung stark gefährdet.
Engagement für den Erhalt der heimischen Natur
Umso wichtiger sind die kontinuierlichen Schutzaktionen des NABU Waldachtal. Dank langjähriger und neuer Helferinnen und Helfer, die viele Stunden und Wege auf sich nehmen, kann der Bestand an Amphibien vor Ort erhalten werden. Der NABU setzt weiter auf gemeinsames Engagement für den Erhalt der heimischen Natur.
Kinder machen mit
Zunehmend
haben sich auch Gruppen von Kindergärten und Schulen an den Nabu gewandt, um mit Kindern die Aktion zu unterstützen und ihnen beim Einsammeln der Kröten, Frösche und Co. ein unvergessliches Naturerlebnis zu bescheren. „Diese Termine mit Kindern mag ich ganz besonders.“ schwärmt der für die Aktion in Hörschweiler zuständige Ferdinand Schorpp.
Sehr dankbar
sind Nabu-Vorsitzender Stefan Greza und Schorpp auch den Mitarbeitenden der Straßenmeisterei in Dornstetten, die mit den Verantwortlichen seit vielen Jahren gut zusammenarbeiten und zuverlässig, pünktlich und perfekt die Schutzzäune aufstellen und nach den Aktionen auch wieder abbauen. Die Amphibienschützer schauen positiv in die Zukunft.