Närrischer „Hexenprozess“ in Salzstetten: Schauriges Spektakel rund um 13 junge Frauen

Ein besonderer Hingucker ist der Hexentanz der NZ „Zigeuner“ Untertalheim, der seit über 30 Jahren mit seiner schaurigen Handlung die Gäste fasziniert.
Andreas WagnerZunftmeister Markus Fischer führte mit lebendiger Moderation durch das schaurige Schauspiel, das eindrucksvoll auf dem Rathausplatz inszeniert wurde. Bevor jedoch der düstere Prozess begann, sorgten die „Lustigen Tuders“ mit ihrer Musik für Stimmung, bevor das Freilichtspektakel mit unheimlichen Lichteffekten und lodernden Feuern begann. Der inszenierte Hexenprozess basiert auf historischen Ereignissen. Nur die Namen der Figuren wurden von der Zunft frei gestaltet. Im Jahr 1524 standen in Salzstetten 13 junge Frauen wegen Hexerei und Pakt mit dem Teufel vor Gericht. Den Frauen wurde außerdem vorgeworfen, mit ihren verführerischen Blicken die Männer betört, das Vieh verhext, Gift gebraut und die Obrigkeit beleidigt zu haben.
Der Fluch der Hexen
Bevor sie dem Höllenfeuer übergeben wurden, sprachen die Angeklagten einen letzten Fluch aus: Sie verfluchten sowohl den Ort als auch die Verantwortlichen für die Ungerechtigkeit. Seitdem kehren die Frauen Jahr für Jahr als Hexen zurück, um auf dem Schauplatz des Prozesses ihr Unwesen zu treiben, was die Sieben-Hügel-Hexen demonstrierten. Von Rache erfüllt, schreckten sie nicht davor zurück, Chaos im Dorf zu verbreiten. Mit eindrucksvollen Pyroeffekten wurde die Zubereitung eines teuflischen Hexengebräus inszeniert und ein ausgelassener Hexentanz um den brodelnden Kessel markierte ihre triumphale Rückkehr.
Stimmungsmusik mit Niveau
Damit war offiziell der Startschuss für den anschließenden Hexenball gefallen, den die „Schwarzwald Buam“ in gewohnter Manier musikalisch umrahmten. Stefan Baron (Bariton-Posaune, E-Bass, Vocals), Torsten Wassmer (Gitarre, Vocals, Saxofon) und Ralf Penz (Steirische Harmonika, Akkordeon, Keyboard, Vocals) sorgten mit aktuellen Hits bis hin zu bekannten Party-Klassikern für Stimmung zwischen den einzelnen Programmpunkten und sorgten zum Auftakt für beste Stimmung bei den Gästen. Zunftmeister Fischer oblag die Moderation und durfte mit der NZ Deckenpfronn den ersten Hexentanz des Abends ankündigen.
Toller Sound aus Dornstetten
Beim Auftritt der Dornstetter Narrenkapelle hielt es die Besucher nicht mehr ruhig auf den Sitzen. Stehend feierten die Narren auf den Bierbänken und sangen kräftig zu Liedern wie „Sternenhimmel“ (Hubert Kah), „Über den Wolken“ (Reinhard Mey) und „I Can See Clearly Now“ (Jimmy Cliff) mit. Nach einer Darbietung für die Ohren gab es mit dem Showtanz der NZ Vollmaringen auch etwas für das närrische Auge. Unter dem Motto „Mutige Liebe“ machten sich die Protagonisten tänzerisch auf Erkundungstour im wilden Dschungel und präsentierten zum Schluss unter tosendem Applaus eine menschliche Pyramide.
Schaurige Szenen
Ebenfalls ein besonderer Hingucker ist der Hexentanz der NZ „Zigeuner“ Untertalheim, der seit über 30 Jahren mit seiner schaurigen Handlung die Gäste fasziniert. Allen die lauten und wilden Schreie der weiblichen Darstellerin sorgten schon für Gänsehaut in der verdunkelten Halle. Mit gruseligen Lichteffekten, Pyrotechnik und kleinen Flammen sorgten die Waldhexen für Horror-Feeling beim gespannten Publikum.
Viel gute Musik
Einen Nachschlag für die musikbegeisterten Besucher gab es anschließend von den Guggen der NZ Deckenpfronn, bevor die NZ Dietingen zum letzten Hexentanz des Abends lud. Getanzt wurde dennoch weiterhin ausgelassen, wofür die „Lombaseggel-Kapelle“ aus Dettingen mit Bravour sorgte. Für einen gelungenen Abschluss sorgten letztlich traditionsgemäß die „Lustigen Tuders“ der NZ Salzstetten.