Nach langem Warten in Ergenzingen
: „Bürgerengagement Oberes Gäu“ ist nun ein eingetragener Verein

Mobilität ist dem Förderverein Bürgerengagement Oberes Gäu in Rottenburg-Ergenzingen besonders wichtig. So ist die aktuelle Lage beim Verein und so entstand er.
Von
Klaus Ranft
Oberndorf
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Der Vorstand des Fördervereins von links: Timo Wachendorfer (1. Vorsitzender), Ellen Wegner, (Schriftführerin), Cornelia Ziegler – Wegner, (2. Vorsitzende), Victoria Tegeter (Kassiererin) und Philipp Küfer aus Baisingen, der für die Fahrereinteilung Verantwortliche.

Förderverein Bürgerengagement Oberes Gäu

Nach geraumer Zeit ist es nun offiziell: Der Förderverein Bürgerengagement Oberes Gäu, der am 28. Dezember 2023 gegründet wurde, darf sich seit dem 4. April 2025 auch als eingetragener Verein präsentieren. Er definiert den Namen Oberes Gäu mit den vier Rottenburger Stadtteilen (Ergenzingen, zugleich Sitz), Baisingen, Eckenweiler und Hailfingen.

Hauptziele sind die Förderung, Unterstützung und Wertschätzung des gemeinwohlorientierten, bürgerlichen Engagements und die Schaffung einer Begegnungsstätte, die weder kirchlich noch vereinsgebunden für viele Veranstaltungen nutzbar ist. Aber auch die Förderung der Mobilität im Oberen Gäu hat sich der Förderverein auf seine Fahnen geschrieben und nicht zuletzt das aktive Mitgestalten von Projekten der Pflegeeinrichtung Haus am Seltenbach.

Langes Warten auf Einrichtung mit Cafeteria

Hintergrund der Vereinsgründung war, dass der größte Rottenburger Stadtteil über ein Jahrzehnt hinweg auf eine Pflegeeinrichtung mit integrierter Cafeteria warten musste. Die langen kommunalpolitischen Bestrebungen eine Pflegeeinrichtung mit Tagespflege zu schaffen, wurden dann mit dem Bau des Pflegeheimes am Seltenbach im neuen Baugebiet Öchsner 2022 letztlich Wirklichkeit.

Im Januar 2024 wurde es fertiggestellt. Eine besondere Bedeutung erlangte dabei die Cafeteria, die vom Förderverein Bürgerengagement Oberes Gäu mit Unterstützung der Stadt Rottenburg bei der Hospitalstiftung angemietet wurde.

Verein besteht derzeit aus 42 Mitgliedern

Als Vorsitzender konnte Ortsvorsteher Timo Wachendorfer gewonnen werden. Als zweite Vorsitzende Cornelia Ziegler-Wegner, als Schriftführerin Ellen Wegner und als Kassiererin Victoria Tegeder. Derzeit hat der Verein 42 Mitglieder und viele Unterstützer.

Der Förderverein ist bestrebt, auch älteren Menschen, die nicht mobil, oder gesundheitlich angeschlagen sind, eine Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Hierbei erweist sich der seit März 2024 erstmalig eingesetzte Bürgerbus der Hospitalstiftung als äußerst wertvoll.

Bürgerbus auch für Arzttermine nutzbar

Teilnehmer zu bestimmten Veranstaltungen werden nach vorheriger Anmeldung abgeholt und auch wieder nach Hause gefahren. Derzeit ist der Bürgerbus, der auch für Arztbesuche und sonstige Termine genutzt werden kann, an vier Tagen (Montag bis Donnerstag) unterwegs. Die Busfahrten sind kostenlos.

Verein kümmert sich um neuen Bus

Derzeit kümmert sich der Verein um einen neuen Bus, dabei hofft er auf finanzielle Unterstützung durch die Bevölkerung. Dafür soll auch Bürgergeld verwendet werden. Baisingen, Eckenweiler und Hailfingen haben bereits zugestimmt. In Ergenzingen war der Antrag vertagt worden und steht demnächst erneut auf der Tagesordnung des Ortschaftsrates.

„Wir lassen niemanden stehen“ heißt der Slogan. Für ältere und nicht mobile Menschen ist der Bürgerbus eine willkommene Einrichtung.

Foto: Förderverein Bürgerengagement Oberes Gäu

Mittlerweile hat sich auch das Reparatur-Café dem Förderverein angeschlossen. Die rund 20 Reparateure und ihre Helferinnen bieten alle zwei Monate ihren Service in der oberen Mensa der Gemeinschaftsschule im Gäu an.

Besuchsdienst in Planung

In Planung ist derzeit noch ein Besuchsdienst, der die Bewohner des Pflegeheimes in ihren Wohngruppen besuchen soll. Sie sollen am örtlichen Geschehen teilnehmen können, man will ihnen vor allem zuhören, was sie bewegt und schlicht und ergreifend ein wenig Leben mit ihnen teilen.

Weitere Informationen zum Förderverein

Gründung
2021 gründete sich der Arbeitskreis „Bürgertreff“, der sich später dann zum Arbeitskreis „Begegnung“ umwandelte, der vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement der Stadt Rottenburg begleitet wurde. Parallel dazu entstanden Planungswerkstätten, in denen auch die Hospitalstiftung und der Ortsvorsteher mitwirkten. Mit der Eröffnung der Tagespflege durch die Hospitalstiftung auf der Liebfrauenhöhe (2023) wurde einmal mehr die Bürgerbus-Frage relevant. Da kein örtlicher Verein bereit war, die Sparte „Bürgerbus“ zu übernehmen, entstand die Idee, einen Förderverein zu gründen.

Angebote
 Der Verein bietet in 14-tägigem Rhythmus ein Sonntagscafé mit musikalischer Umrahmung, einmal im Monat einen offenen Mittagstisch, ein montägliches Sprachcafé, einen Gesprächskreis zum Thema „Älterwerden“ und gesellige Spielnachmittage oder Abende. Zu den wechselnden Angeboten zählen Theater/Comedy-Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Lesungen, Themenabende und Vorträge. Aber auch den Bedürfnissen der Pflegeeinrichtung und deren Bewohner wird Rechnung getragen. Angefangen von Geburtstagsfeiern bis hin zu Personalversammlungen. Dieser offene Begegnungsraum kann auch von Vereinen, Familien oder Gruppierungen genutzt werden.

Mitglied werden
Wer Teil des Fördervereines (Mitglied) werden möchte, ist willkommen. Der Jahresbeitrag für eine Einzelmitgliedschaft kostet 15 Euro, für ein Paar 20 Euro und für eine Familie 25 Euro.

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