Mit Singers Hilfe und Rezepturen: Lars Nannt eröffnet 24/7-Metzgerei in Nordstetten

Blick in die Wurstproduktion: Lars Nannt hat das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Singer übernommen
Florian GanswindDie Metzgerei in Nordstetten hat wieder geöffnet. Nach dem endgültigen Rückzug von Alexander Singer übernimmt nun der 25-jährige Lars Nannt aus Gäufelden das Geschäft – unter neuem Namen und mit frischem Konzept. Die „Nannt Genussmanufaktur“ verbindet traditionelles Metzgerhandwerk mit digitaler Selbstbedienung und regionaler Vielfalt.
Sein Weg zum Handwerk begann früh: Bei einem Schulpraktikum in der Metzgerei Egeler in Ammerbuch funkte es sofort. „Mich hat das von Anfang an begeistert. Es ist toll, wenn man hochwertige Produkte veredeln kann.“ Nannt stellte sich so gut an, dass ihm direkt eine Ausbildung angeboten wurde.
Gesellenjahre und Meisterprüfung folgten – 2020 war es so weit. Zuletzt war er bei Egeler sogar als Produktionsleiter tätig. Sein Weggang wird dort mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen: Man verliert einen geschätzten Kollegen – und unterstützt ihn nun als Partner. „Dafür nimmt die Metzgerei meinen Schwarzwälder Schinken, den sie selbst ja nicht so nennen dürfen“, sagt Nannt mit einem Schmunzeln.
Nannt kaufte das komplette Gebäude
Als er die Anzeige für das Gebäude in Nordstetten sah, war für ihn schnell klar: Das ist eine echte Chance. Die erste Besichtigung bestätigte seinen Eindruck – die Maschinen, die Räucherei, der Zustand des Ladens – alles passte.

Der Jung-Metzger kommt ohne Verkaufspersonal aus. Die Kunden bedienen sich selbst.
Foto: Florian GanswindUnd er hatte Glück: Alexander Singer war bereit, ihn nicht nur zu unterstützen, sondern nahm sich ganze zwölf Wochen Zeit, um ihn in die Geheimnisse seines Handwerks einzuweihen. „Ich habe ihm auch meine ganzen Rezepturen übergeben“, sagt Singer. Nannt konnte an der Seite eines mehrfach prämierten Metzgermeisters lernen, wie Räuchern wirklich geht. Ein Freundschaftsdienst, der mit viel Respekt auf beiden Seiten verbunden ist. „Ich stehe ihm auch weiterhin bei Fragen zur Verfügung und helfe gerne“, betont Singer.
So funktioniert der Selbstbedienungsladen
Lars Nannt geht eigene Wege. Die „Nannt Genussmanufaktur“ ist kein klassischer Metzgereibetrieb mit Theke, Wurstpapier und Bedienung – sondern ein 24/7-Selbstbedienungsladen mit digitalem Zugangssystem.
Wer einkaufen möchte, kommt rund um die Uhr mit EC-Karte ins Geschäft, sucht sich in den Kühl- und Gefriergeräten gut verpackte Produkte aus und bezahlt am Terminal. Alles läuft bargeldlos, sauber und einfach. Vertrauen gehört dazu – aber auch moderne Videoüberwachung sorgt für Sicherheit.

Komplett bargeldlos: Am Terminal kann mit EC-Karte bezahlt geben.
Foto: Florian GanswindWas für die Kunden komfortabel ist, ist für Nannt auch eine kluge Reaktion auf den Fachkräftemangel, der seinem Vorgänger stark zugesetzt hatte. Verkaufspersonal braucht er nicht – wenn sein Team wächst, dann hinter den Kulissen: in der Produktion, beim Verpacken oder beim Nachfüllen. Unterstützt wird er aktuell von seiner Familie.
Mit Liebe zum Detail und Sinn für Qualität
Das Herzstück des Sortiments fertigt Lars Nannt selbst – mit Liebe zum Detail und Sinn für Qualität. Ergänzt wird das Angebot durch sorgfältig ausgewählte Produkte von regionalen Partnerbetrieben, die das Lebensmittelsortiment abrunden. So trägt die „Nannt Genussmanufaktur“ nicht nur zur Wiederbelebung des Standorts bei, sondern auch zur Nahversorgung in Nordstetten.

Lars Nannt räuchert den Schwarzwälder Schinken nach Singers Rezeptur. Sein Vorgänger hat ihm beim Einstieg geholfen.
Foto: Florian GanswindUnd wie steht es um die Fußstapfen seines Vorgängers – immerhin war Alexander Singer für seinen Schwarzwälder Schinken weithin bekannt und prämiert? Lars Nannt schmunzelt: „Ich werde es auf alle Fälle versuchen und Produkte einreichen.“ Mit Singers Rezepturen – und seinen eigenen Ideen – hat er dafür beste Voraussetzungen.