Missionare aus Waldachtal: Bald fliegen sie in 18 Stunden nach Ecuador

Sebastian und Elizabeth Wolf aus Waldachtal gehen als christliche Missionare nach Ecuador.
Walter MaierIn Sambia haben sie sich 2020 kennen und lieben gelernt. Jetzt zieht es sie nach Südamerika. Sebastian Wolf aus der Waldachtalgemeinde Hörschweiler und seine aus Bristol/England stammende Ehefrau Elizabeth wollen zukünftig für die Liebenzeller Mission ab Anfang 2026 in Ibarra in Ecuador arbeiten.
Der 25-jährige gebürtige Freudenstädter, der aus der EC-Jugendarbeit (Entschieden für Christus) der Liebenzeller Gemeinschaft Waldachtal hervorgegangen ist, engagiert sich dort heute noch in der Jugendleitung. Aufgewachsen ist er in Hörschweiler als Sohn von Frank und Petra Wolf zusammen mit seiner jüngeren Schwester Jana. Nach dem Besuch der Realschule Dornstetten und der Ausbildung zum Mechatroniker für Automatisierungstechnik bei der Firma Gebrüder Schmid in Freudenstadt war er bei der Maschinenfabrik Gottfried Joos in Pfalzgrafenweiler angestellt.
Internationaler Freiwilligendienst in Sambia
Als Dorm Parent (deutsch: Wohnheim Elternteil) arbeitete er 2020/21 ein Jahr lang im Auftrag der Liebenzeller Mission beim Internationalen Jugend-Freiwilligendienst (IJFD) in Sambia. In Afrika war er im Internat einer christlichen Schule für die Betreuung und Begleitung der Schüler und deren Alltagsgestaltung zuständig.
Anschließend wurde er drei Jahre lang an der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) im Bachelor-Studium der evangelischen Theologie in Bad Liebenzell zum Gemeindehelfer ausgebildet. Seit September 2024 absolviert er eine Theologische Ausbildung im Fernstudium an der Global University und möchte diese noch in 2025 mit dem Bachelor abschließen.
Sebastian Wolf liebt die Fotografie und hat sich auf Landschaftsaufnahmen spezialisiert. Überdies hat er ein Faible für Strategie-Brettspiele und Teamsport.
Seine Frau Elizabeth bevorzugt Makro-Fotografie. Die 26-jährige Elizabeth (Beth) Wolf arbeitete unter anderem als Schwimmlehrerin, Rettungsschwimmerin und Jugendarbeiterin.
Über 18 Flugstunden von Stuttgart entfernt möchten sie gemeinsam eine Studentenarbeit in Ibarra/Ecuador aufbauen. „Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt darin, junge Christen zu begleiten und zu fördern sowie missionarische Initiativen und Programme zu entwickeln und umzusetzen“, erläutert das Ehepaar aus Waldachtal.
Menschen in aller Welt zum Glauben an Jesus einladen
Was ist ihre Motivation? Antwort: „Wir sind beide in unserem Leben stark durch Vorbilder im Glauben und Leben geprägt worden und durften Jesus kennenlernen. Wir haben ein Herz, das weiterzugeben in persönlichen Beziehungen. Wir wollen Leute in ihrem Glauben stärken.“
Ihr Wunsch und Ziel sei es daher, Menschen in aller Welt zum Glauben an Jesus einzuladen und ihnen praktisch für ihr Leben zu helfen. „Deshalb gründen wir christliche Gemeinden, bilden aus, sind in sozialen Projekten tätig und helfen in akuten Notlagen, immer unter dem Motto „Mit Gott von Mensch zu Mensch“.
Die über 130 000 Einwohner zählende Provinz-Hauptstadt Ibarra liegt in über 2210 Meter Höhe in den nördlichen Anden. Ihre Tätigkeit im neuen Campus-Projekt in Ecuador erstreckt sich zunächst auf zwei Jahre, wobei sie im ersten Jahr Sprache und Kultur kennenlernen.
Das Land Ecuador
In Ecuador
ist die Liebenzeller Mission seit 1989 aktiv. Mit 17,4 Millionen Einwohnern ist es das bevölkerungsdichteste Land Südamerikas und ungefähr so groß wie Großbritannien.
Rund die Hälfte der Bevölkerung
zählt zu den „Indigenas“ (Indianern). Rund 30 Prozent der Ecuadorianer sind jünger als 15 Jahre. Die wirtschaftliche Situation hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, trotzdem verdienen Ecuadorianer oft nur wenig.
Große Probleme
verursachen Alkoholismus und Drogenkonsum sowie Teenagerschwangerschaften und zerbrechende Beziehungen.
Unter der Kolonialherrschaft Spaniens
wurden die indigenen Völker unterdrückt und ihnen der katholische Glaube aufgezwungen. Dieser wurde zum Teil mit animistischen Elementen, also dem Glauben an Geister, vermischt. Heute ist die Offenheit für Religiöses da.
Die Menschen
suchen Antworten auf ihre Lebensfragen. Jedoch ist der Schritt zum Glauben und in die Nachfolge für die meisten Menschen schwer. Doch: Wo Menschen erfahren, dass sie in Gottes Augen wertvoll sind, entwickeln sie ein neues Selbstwertgefühl und werden zu einem Licht für ihr Land.