Kultursommer Horb: „Horber Bilderbuch“ mit Zeitsprüngen bis zu 400 Jahren

Am Ende der Vorstellung ließ sich das gesamte Ensemble feiern.
Peter Morlok- Finale auf dem Horber Marktplatz: Das „Horber Bilderbuch“ brachte Fassadenfiguren auf die Bühne.
- Historische Gestalten stiegen aus Klinks Rathausmalerei herab und erzählten ihre Geschichten.
- Zwei Reporter verbanden Epochen mit Zeitsprüngen bis zu 400 Jahren – Technik half der Erzählung.
- Szenen zeigten Klinks Auftrag ohne Geld, Stadträte, Künstlerkollegen und Horber Persönlichkeiten.
- Würdigung fürs Stadtvolk, Verweis auf Hexenverfolgung und Reformer Lotzer; Wiederaufnahme im Jahr 2027.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie ließen die historischen Gestalten, mit deren Konterfeis der Untertalheimer Maler Wilhelm Klink die Rathausfassade vor fast genau 100 Jahren (in den Jahren 1925 bis 1927) verschönerte, wieder aufleben. Sie steigen für einen Moment aus dem „Horber Bilderbuch“ herab zu den Leuten und erzählen ein wenig über ihre Geschichte.
Als Bindeglied zwischen den Zeiten – es gibt beim „Horber Bilderbuch“ schon mal Zeitsprünge bis zu 400 Jahren – wurden zwei Journalisten zwischengeschaltet, die einen Bericht zum Jubiläum im kommenden Jahr schreiben sollen.
Bilderbuch erzählt seine eigene Geschichte
Agnes Maier, die sich selbst spielte, rannte den beiden Besuchern sogar, völlig realitätsfremd, mit einem Korb voller Brezeln hinterher und sagte ihnen jede Unterstützung zu. Brauchten diese aber nicht, denn das Bilderbuch erzählt seine eigene Geschichte und modernste Informationstechnik besorgt den Rest.
Ganz aus der Zeit gefallen schienen die beiden Stadträte, die dem armen Maler Wilhelm Klink die frohe Kunde überbrachten, dass der Stadtrat ihn mit der Aufgabe betrauen würde, die Fassade zu bemalen. Wo gibt es denn noch Gemeinderäte, die frohe Kunde überbringen, mag sich so mancher Besucher gefragt haben, wurde aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Was, die Fassade neu verputzen, bevor der Farbauftrag draufkommt? Das können sie vergessen. Die Stadt muss sparen, sparen und nochmals sparen“, machten die beiden Ratsherren unmissverständlich deutlich und zogen von dannen.
Der Meister Klink, grandios verkörpert von Rainer Kipp, konnte nun schauen, wie er die Aufgabe bewältigt bekam. Eine Alternative hatte er nicht, denn er stand allein mit den Kindern da und musste schauen, dass sie nicht verhungerten. Künstler sein, war schon vor 100 Jahren kein Zuckerschlecken.
Rechnung ohne die streitbare Nonne gemacht
Also machte er sich ans Werk und schuf die Portraits von Dietrich Guterman, Ita von Toggenburg und Johann Geßler von Braunegg.
Während Gräfin Ita kein gutes Haar an ihrem Gemahl, dem Grafen Rudolf von Hohenberg ließ, der Horb an die Österreicher verschacherte, war nach Ansicht der Reporter der Herr Gutermann ein guter Mann.
Obervogt Geßler hingegen bekleckerte sich beim Wiederaufbau von Horb nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1725 auch nicht gerade mit Ruhm. Er outete sich als eine Art Infantino-Vorgängermodell, das nur seine Vorteile im Kopf hatte. Selbst vor seiner Tante, der Priorin Anna Katharina Gessler machte er keinen Halt. Er wollte ihr den Wiederaufbau des Dominikaner-Klosters verbieten, hatte aber die Rechnung ohne die streitbare Nonne gemacht. Neben diese drei Horber Persönlichkeiten hatte Wilhelm Klink seine Künstlerkollegen Caspar Kaltenmoser, Johann Meintel und Bernhard Kaltenmoser in die obere Bilderreihe gesetzt, und auch sie kam kurz auf einen Schwatz vorbei.
Vergangenheit mit leichten Seitenhieben in die Gegenwart
Horb war auch religiös stark geprägt. Fürstabt Martin Gerbert und Paul Leopold Haffner, der später Bischof von Mainz wurde, waren ebenso wie der Tübinger Dekan Paul von Schanz bekannte Theologen und Ur-Horber.
Im Theaterstück bekam Gerbert Besuch von italienischen Mönchen und die Herren von Schanz und Haffner stritten sich über Glaube und Naturwissenschaft.
Es war ein heiteres Hin und Her, ein Blick in die Vergangenheit mit leichten Seitenhieben in die Gegenwart, die als fantasievoll erzählte Heimatgeschichte auf die Bühne gebracht wurde.
Eine Hommage an den Reformer Sebastian Lotzer
Doch nicht nur die Einzelporträts fanden Beachtung. Nein, auch das Gemeindevolk, vom Metzger, Küfer, Magd oder Arbeiter, fand im Hochzeitszug seine Würdigung. Selbst eine kleine Verbeugung vor Christina Rauscher, der letzten Hexe, die in Horb verbrannt wurde, oder eine Hommage an den Reformer Sebastian Lotzer fand man im Theaterstück.
So prächtig wie der letzte Aufzug war die gesamte Vorstellung. Im Jahr 2027 heißt es wieder: Vorhang auf für „Wilhelm Klink und das Horber Bilderbuch“.

































