Kritik an Gäubahn aus Rottenburg: „Wir fühlen uns hinters Licht geführt“

Ein Intercity fährt auf der Gäubahnstrecke. In Rottenburg wird seitens der Stadtverwaltung Protest gegen die geplante Kappung der Gäubahn laut.
Bernd Weißbrod/dpaDie Gäubahn soll in Stuttgart-Vaihingen gekappt werden. Die Deutsche Bahn teilte bei einer Versammlung des Interessensverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn beiläufig mit, dass wegen Bauarbeiten für Monate kein Umstieg auf die S-Bahn zum Hauptbahnhof möglich sei. Genau das sei zuvor immer zugesichert worden, schreibt die Stadt Rottenburg jetzt in einer Pressemitteilung. „Pendler sind ebenso wie Kommunen vor den Kopf gestoßen“, schreibt die Stadt.
Der für den öffentlichen Personennahverkehr bei der Stadt Rottenburg zuständige Erste Bürgermeister Hendrik Bednarz nimmt Stellung: „Die Entscheidung, die Gäubahn ab dem Frühjahr 2026 ohne problemlosen Umstieg auf die S-Bahn in Stuttgart-Vaihingen zu kappen, ist für die Stadt Rottenburg und ihre zahlreichen Pendler ein schwerer Schlag und nicht hinnehmbar. Unsere Bürgerinnen und Bürger sind dadurch faktisch vom Stuttgarter Hauptbahnhof abgeschnitten. Wir fühlen uns von der Deutschen Bahn hinters Licht geführt. Von Anfang an war klar, dass alle Anrainer-Kommunen die Kappung der Gäubahn in Vaihingen äußerst kritisch sehen – ebenso den als problemlos verkauften Umstieg auf die S-Bahn. Dass nun selbst diese Notlösung nicht funktioniert, ist ein Fiasko.“
Kritik an „mangelnder Transparenz“
Wie solle unter solchen Bedingungen die Mobilitätswende gelingen?, fragt der Bürgermeister. Das sei das Gegenteil von nachhaltiger Verkehrspolitik. „Ich kritisiere ausdrücklich die mangelnde Transparenz und den Vertrauensbruch, den die Deutsche Bahn hier begeht. Nur leider ist das symptomatisch für das gesamte Projekt Stuttgart 21: Es werden Versprechen gemacht, die am Ende nicht eingehalten werden.“
Man werde nicht abwarten, bis eine weitere Übergangslösung präsentiert wird. „Gemeinsam mit dem Interessenverband Schwarzwald-Baar-Heuberg suchen wir jetzt das direkte Gespräch mit der Deutschen Bahn. Wir werden eine tragfähige und verlässliche Lösungen für unsere Pendlerinnen und Pendler einfordern“, schreibt Bednarz.