Krippenspiel in Horb
: Maria sagt: „Wir schaffen das“

In der Liebfrauenkirche standen am Nachmittag des Heiligabend die Türen weit offen: Das traditionelle Krippenspiel fand statt.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Einige der Akteure des Krippenspiels in der Liebfrauenkirche von Horb.

Peter Morlok

Wann hat man schon mal Hunde in der Kappel, wie die Liebfrauenkirche im Volksmund genannt wird, bellen und ganze Schafherden blöken gehört? Wahrscheinlich noch nie, doch am 24. Dezember war es so weit. Und zwar beim Krippenspiel.

Nach guter alter Tradition lud die katholische Kirchengemeinde Horb am Nachmittag des Heiligabends wieder zum Krippenspiel in die Liebfrauenkirche ein. Die Türen der Kappel standen für alle weit offen und wieder einmal war die Kirche mehr als gut besucht. Das Krippenspiel stand lange Jahre fest verankert im Tagesablauf vieler Familien, die sich auf diese besinnliche Weise schon einmal auf das abendliche Fest einstimmten, fiel dann aber in den letzten Jahren aus.

Pastoralassistent Thomas Buchschuster hat sich zusammen mit ein paar engagierten Eltern, die daheim fleißig die Kulissen gebastelt und die Kostüme geschneidert haben, an diesen Brauch erinnert und konnte so zu dem Wiedereinstieg in eine liebgewordene Tradition einladen.

Pastoralassistent Thomas Buchschuster leitete den Gottesdienst

Foto: Peter Morlok

Nach einer feierlichen Orgeleinleitung, gespielt von Michael Schneiderhan, sang die Gemeinde das Lied: „Herbei, o ihr Gläubigen! (O lasset uns anbeten)“ und war damit schon voll im Thema – die Geburt von Jesus Christus.

Schafe, Sterne und Hunde

Der Pastoralassistent ging in einem kurzen, liturgischen Teil auf das Ende des Advents ein und wünschte, dass alle Menschen ihre Herzen öffnen mögen für die Wunder der Weihnacht. Er freute sich dann, zusammen mit all den Besuchern, sich von den Kindern in die heilige Nacht entführen zu lassen.

Zuvor durften die Besucher eines der Lose ziehen, auf denen Schafe, Sterne und Hunde abgebildet waren. Die Aufgabe war dann, an der passende Stelle im Spiel der Kinder, entweder zu leuchten, zu bellen oder zu blöken, was auch prima geklappt hat und eine dritte Dimension ins Krippenspiel brachte.

Traditioneller Aufzug

Das Krippenspiel an sich war traditionell gehalten und erzählte die Geschichte, die der Prophet Lukas der Welt schenkte. Als Josef erfuhr, dass er die lange Reise nach Bethlehem zusammen mit seiner hochschwangeren Frau Maria antreten musste, machte er sich große Sorgen. Doch Maria tröstete ihn mit den Worten: „Wir schaffen das“. Worte, die ein anderer Engel, eine Angela, über 2000 Jahre später auch nutzte, um ihr Volk zu beruhigen. Als Maria und Josef ihren Schlafplatz im Stall gefunden hatten, kam Jesus zur Welt, und ein Engel verkündete dies den Hirten auf dem Feld. Die Schafe blökten und die Hunde bellten, und die Hirten wunderten sich: „Ja, was war denn das?“ Aber sie spürten, dass sie Zeugen von etwas Großem wurden.

Maria und Josef freuen sich über die Geburt des Jesuskindes.

Foto: Peter Morlok

„Jesus überzeugt“

So wie alle Besucher dieses wunderschönen Krippenspiels, das die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren eingeübt hatten, und dessen Geschichte, die Julia Saur als Erzählerin vorlas, mit den passenden Weihnachtsliedern unterlegt wurde. Nach dem Spiel der Kinder sagte Pastoralassistent Thomas Buchschuster in seiner Predigt, dass Jesus die Welt auf den Kopf gestellt habe. Und dies nicht als großer Präsident, der sich als Friedensstifter aufführt, sondern als jemand, der uns zu nichts zwingt, sondern uns überzeugt. „Gott brachte mit Jesus die Liebe auf die Welt“, stellte der Geistliche fest, der hoffte, dass Gott alle Gläubigen nach vorne schauen lässt und ihnen Hoffnung und Zuversicht schenkt.

Über der Krippe von Bethlehem ging der Stern auf.

Foto: Peter Morlok

Nach dem „Vater unser“ und dem Segensgebet sangen alle zusammen noch das wunderbare Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ in der abgedunkelten Kirche. Und da war er wieder, der kurze Moment der Besinnung und der „normalen“, der stillen Weihnacht, wie man sie schon immer kannte.

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