Konzern in Ergenzingen: ElringKlinger legt mehrere Standorte still

ElringKlinger unterhält unter anderem in Ergenzingen einen Standort.
Daniel BegemannDemnach hat der Konzern mit Hauptsitz in Dettingen an der Erms (Kreis Reutlingen) 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 1,80 Mrd. Euro (2023: 1,85 Mrd. Euro) erzielt. Damit erfüllte der Konzern seinen Ausblick aus Oktober 2024, Umsatzerlöse leicht unterhalb des Vorjahresniveaus zu erzielen.
Die vorläufigen Zahlen kommentierte Thomas Jessulat, CEO des ElringKlinger-Konzerns: „In diesem schwierigen Umfeld weist der Konzern insgesamt solide Geschäftszahlen aus. Trotz hoher Investitionen in den Zukunftsfeldern haben wir einen starken operativen Free Cashflow erzielt und konnten die Nettofinanzverbindlichkeiten auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren senken. Mit dieser Entschuldung haben wir die Finanzierungsstruktur von ElringKlinger verbessert und ein festes Fundament für die weitere Transformation des Konzerns geschaffen. Nichtsdestotrotz sind die Rahmenbedingungen herausfordernd und erfordern ein klares, konsequentes Vorgehen.“
Verkauf von Gesellschaften
Um ElringKlinger in diesem herausfordernden wirtschaftlichen und politischen Umfeld resilient aufzustellen, habe der Vorstand ein strategisches Maßnahmenpaket beschlossen und treibe damit die weitere Transformation des Konzerns voran. So stelle der Konzern das Systemgeschäft bei elektrischen Antriebseinheiten ein. Der Fokus bei elektrischen Antriebseinheiten liege künftig auf dem profitablen Komponentengeschäft. Infolgedessen habe der Vorstand beschlossen, strategische Optionen für seine Beteiligung an der Hofer AG zu prüfen. Insgesamt seien bei den neuen Antriebstechnologien Wertminderungen in Höhe von 85 Millionen Euro vorgenommen worden. Darüber hinaus analysiere der Konzern seine weiteren Unternehmensbeteiligungen und werde gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.
Zum 31. Dezember 2024 hat der Konzern den im Oktober unterzeichneten Verkauf zweier Gesellschaften in der Schweiz und in den USA auch rechtlich vollzogen. „Diese Veräußerung erfolgte vor dem Hintergrund, dass hohe Investitionen zur kompetitiven Fortführung notwendig gewesen wären und den Konzern auf seinem Weg der Transformation eingeschränkt hätten“, teilt das Unternehmen mit.
Vor dem Hintergrund der herausfordernden Situation in der weltweiten Automobilbranche reduziert ElringKlinger seine Standorte und plane, neben dem Werk in Thale, Deutschland, auch den US-amerikanischen Standort in Fremont, Kalifornien, stillzulegen. „Beide Werke sollen Mitte des Jahres aus dem Konzernverbund ausscheiden“, schreibt das Unternehmen.
Wachsendes Geschäft mit E-Mobilität
Jessulat sagt: „Mit diesen Schritten entlang unserer Transformationsstrategie SHAPE30 schärfen wir weiter das Profil von ElringKlinger. Unser Ziel ist es, die Profitabilität des Konzerns zu erhöhen und nachhaltig den Cashflow zu verbessern. Dazu konzentrieren wir unser Produktportfolio und setzen unsere Mittel gezielt zur Umsetzung des Wachstums in unseren Zukunftsfeldern ein. Die Grundlage dazu bildet unser hoher Nominierungsbestand mit den Hochläufen der volumenstarken Serienaufträge.“
Der weitere Hochlauf der Großserienprojekte für E-Mobilitätsanwendungen sei ein wesentlicher Eckpfeiler der Transformation von ElringKlinger. Im Geschäftsjahr 2024 habe sich der Umsatz des Geschäftsbereichs E-Mobilitätsanwendungen auf 103 Mio. Euro (2023: 48,3 Mio. Euro) mehr als verdoppelt. Im laufenden Jahr werde zusätzlich zu dem bestehenden Großserienauftrag für einen globalen Batteriehersteller auch der volumenstarke Auftrag über Zellkontaktiersysteme für die neue Klasse von BMW anlaufen.
Geprüfte Zahlen und genaue Angaben zum Ausblick für das Jahr 2025 möchte ElringKlinger mit seinem Geschäftsbericht am 27. März veröffentlichen.