Horber Genuss-Sommer
: Viel Gaumenfreude und gute Laune unter Regenschirm

Der Horber Genuss-Sommer war am Freitagabend für viele ein Anziehungspunkt.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Ein Prosit auf den Genuss-Sommer

Peter Morlok

Beim Horber Genuss-Sommer wurde der Begriff „Genuss“ von einer Akteurin des Improvisationstheaters „Improtent“ ganz neu definiert: „Heimgehen, die nassen Klamotten ausziehen, sich auf das Sofa setzen und was Warmes trinken“.

Die Verantwortlichen von Horb Aktiv – allen voran Thomas Kreidler – hatten sich wirklich alle Mühe gegeben, um den Besuchern dieser Veranstaltung einen schönen Abend zu bereiten und Horb so auch ein klein wenig attraktiver zu machen, doch irgendwie spielte das Wetter nicht mit.

Oben auf dem Marktplatz spielten sich dagegen die Akteure der Improvisationstheater-Gruppe „Improtent“ die Seele aus dem Leib. Sie sangen und spielten, nahmen ihr Publikum mit in den Urlaub auf den Horber Friedhof und ließen sich auch sonst auf jede noch so kuriose Ansage, die von außen kam, ein.

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Schwarzwälder Bote

Rockmusik und Wein

Ein paar Meter weiter, auf dem Unteren Marktplatz vor dem „Morgenland“ zeigten die Jungs von Sometimes Salvation, wo der Rockhammer hängt. Bei ihrem Led-Zeppelin-Cover „Whole Lotta Love“ haute es wahrscheinlich die Senioren vom gegenüberliegenden Heim aus den Betten, doch anscheinend steht das neue Dreamteam vom Rathaus, der „Ralle“ Zimmermann und sein zukünftiger Boss Michi Keßler, auf so harte Töne. Oder sie üben zumindest, sowas voll auszuhalten. Zusammen mit ihren Frauen waren sie im Städtle unterwegs und gönnten sich am Imbiss-Stand – pardon: an einem Food-Truck – noch schnell was Habhaftes als Grundlage, bevor sie sich bei der Wein-Tour einige Gläser Wein einverleibten und sich vielleicht auch am Cocktailstand der Spielerfrauen des FC-Horb in der Neckarstraße ein Mixgetränk gönnten.

Gäste von weit her

Beim Weinhaus Dörr sorgten die Topfgucker (Potluck) aus dem Waldachtal für allerbeste musikalische Unterhaltung und im Mühlgässle war Halligalli und Tanz mit dem Trio „Brillant“ schon fast standardmäßig garantiert. Im Biergarten des „Goldenen Adler“ amüsierten sich fünf Herren, die eigens für diesen Abend mit ihren Fahrrädern von Göppingen her angereist waren. Wer 106 Kilometer fährt, der hat sich sein Bier und so coole Musik echt verdient. Gut, bei Mode-Schönfelder schauten die Herren zwar nicht vorbei, trotzdem konnte sie kurz vor 20 Uhr mit der Besuchsfrequenz der Kunden recht zufrieden sein, wie sie sagte.

Neu im Horber Stadtfeste-Reigen: Das Improvisationstheater Improtent

Foto: Peter Morlok

War bis dahin noch alles so einigermaßen normal, fegte dann kur nach 20 Uhr ein gewaltiger Wolkenbruch die Straßen leer. Wer konnte, stellte sich irgendwo unter oder flüchtete in eines der Lokale oder Geschäfte. Man könnte dies auch als cleveren Schachzug von Horb Aktiv deuten, die so ihre Läden voll bekamen. Ein Trick, den die Macher vielleicht auch im letzten Jahr aus dem Hut zauberten. Hinterher war’s dann halt ein wenig feucht, doch gute Musik zu hören oder sich tanzenderweise bewegen, das geht auch mit einem Regenschirm in der Hand. Und sein Weinglas trank man halt schnell leer, bevor man ein Schorle im Glas hatte.

Musikalische Erlebnisse

Wer’s nicht glaubte, brauchte nur bei der Rutesheimer Gruppe Groove Commission, die sich selbst als „Gruft- Commission“ bezeichnete, am Flößerwasen beim „Neckarrauschen“ vorbeizuschauen und war ruckzuck von der Welt extrem gut gespielter Rock-Klassiker gefangen. Und das Kommando „Ohren an Füße – tanzen“ klappte ganz von allein. Natürlich wussten die Fab Four von Beatmen, wie bei jedem ihrer Auftritte in Horb, ihre vielen Fans zu überzeugen, auch wenn ihr großer Sonnenschirm, unter dem sie vor dem Bahnhof spielten, nicht wirklich als Regendach ideal war.

Horb feierte an diesem Abend, auch wenn man den Begriff „Genuss“ neu definieren musste. Doch wie sagte eine bekannte Horberin: „Hier steppt der Bär.“ Doch ganz ehrlich: Es war eher ein Bärle, denn am Wetter drehen, das kann selbst der engagierteste City-Manager nicht.

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