Schätze zu moderaten Preisen: Zahlreiche Besucher kommen zum Horber Büchermarkt
Von 9 bis 16 Uhr konnte vor, in und hinter der Markthalle wieder allerhand aus zweiter Hand erworben werden. Kochbücher, Micky-Maus-Hefte und Comics aller Art waren ebenso im Angebot wie Thriller, Belletristik, und Liebesromane und jede Menge Kinderbücher.
Und wer es ein wenig anspruchsvoller wollte, wurde bei den Experten, die ihre Antiquariate vor der Markthalle aufgebaut hatten, mit Sicherheit fündig. Doch nicht nur dort. Man musste halt ein wenig die Augen aufhalten und schon konnte man seine heimische Bibliothek mit einigen Bänden auffüllen, die man schon lange gesucht hat. Und dies überwiegend zu mehr als moderaten Preisen.
Eröffnet wurde der Büchermarkt, der vom Förderverein Stadtbücherei Horb vor mehr als 20 Jahren zum Erhalt der Stadtbücherei in Leben gerufen wurde, und seit 2014 gemeinsam mit der Stadtbücherei organisiert und durchgeführt wird, jedoch am Abend zuvor. In einer musikalischen Lesung oben im Kloster ließ man Kurt Tucholsky, den großen Spötter der Weimarer Zeit, wieder aufleben. Mit Witz, Zärtlichkeit und Schärfe blicken seine Texte auf Krieg, Moral und Gesellschaft – klug, eindrucksvoll, erschreckend. Ein Erlebnis, das sich viele Freunde von Tucholsky nicht entgehen lassen wollten, und die Veranstalter durften sich an diesem Abend über ein volles Haus freuen.
Doch dies war nicht der einzige kulturelle Höhepunkt des Büchermarktes. Am Samstagnachmittag gingen zwei Schwestern den geheimnisvollen Weg über den Brunnen in das Reich von Frau Holle. Präsentiert wurde dieses Märchen der Gebrüder Grimm vom Stuttgarter Theater „Tredeschin“ dass sowohl durch reales Schauspiel als auch durch sein Puppenspiel beeindruckt. Tanja Kunze und Theater- Intendant Michael Kunze (weder verwandt noch verschwägert) ließen im wahrsten Sinne die Puppen, in diesem besonderen Fall die Marionetten, tanzen und begeisterten mit ihrem Spiel nicht nur ihr junges Publikum.
Drinnen in der Markthalle hatte einer der wirklich großen Kupferstecher des Landes, der in Glatt wohnende und arbeitende Künstler Norbert Stockhus, seine Druckerpresse aufgestellt und bot aus der Fülle seiner Radierungen überwiegend Tierbilder an, die man sich aussuchen, abziehen und auch gleich rahmen lassen konnte. Was er nicht im Programm hatte, das war eine freundlich dreinblickende Katze. Ein Kunde, der sowas verlangte, musste ohne Bildle von dannen ziehen.
Gegen Mittag packte dann Martin vom Ende seine Gitarre aus, setzte sich neben den Würstle-Stand, in dem der 89-jährige Kurt Schmid aus Ahldorf fleißig am Werkeln war, und sang ohne elektrische Verstärkung einige Lieder.
Neben der literarischen Vielfalt und der kulturellen Erbauung sorgten auch in diesem Jahr wieder einige Mitglieder der Schwimmabteilung des ASV-Horb für Speis und Trank. Vom bunten Donut bis zum Zwiebelkuchen und warmen Kaffee gab es alles und es wurde sogar von einige Zweier-Teams direkt zu den Kunden gebracht.
Nett auch die Kids der beiden sechsten Klassen des MGG, die sich von überall her Bücher besorgt haben und mit deren Erlös sie ihre Klassenfahrt im kommenden Jahr finanzieren wollen. „Wo soll’s den hingehen“? wurden sie gefragt und die Antwort war echt lustig: „An den Kiemensee“. Okay, mit der Lagebezeichnung hapert es noch etwas, aber ansonsten war die Idee spitze. Genauso wie der gesamte Büchermarkt.
Das Fazit
Das Angebot
war breit, für (fast) Jeden war etwas dabei und als schöner Nebeneffekt kam dazu, dass man den ein oder anderen Bekannten traf, ein Schwätzen halten und so manche Erinnerung auffrischen konnte.
Ein sozialer Treffpunkt
der Extraklasse eben, auf dessen 22. Ausführung man sich schon heute freut.





















