Horb a. N.: Alles was Familie Slink will, ist ein geeigneter Platz für Lara

Lara Slink aus Dettensee: Ihre Familie möchte sie gerne in einer Einrichtung im Nachbarkreis Rottweil in Fluorn-Winzeln unterbringen, doch das scheiterte bislang an behördlichen Vorgaben. Foto: Hopp
Schwarzwälder-BoteHorb-Dettensee. In unserem Bericht "Liebe zu Lara gibt Familie Kraft" berichteten wir am 1. Oktober über die Erlebnisse der Familie Slink aus Dettensee, die für eine gute Versorgung ihrer behinderten Tochter kämpft.
Die Familie sieht ihre Tochter in der Schwarzwald-Werkstatt in Dornstetten schlecht untergebracht und möchte in eine andere Einrichtung wechseln. Doch der Kreis will das nicht bezahlen. Vertreter des Landkreises nahmen zu dem Fall Stellung – und einige der Aussagen haben die Familie Slink geärgert.
Zum Beispiel: 2019 soll der Landkreis drei Einrichtungen mit je 24 Plätzen bekommen. "Hierbei darf allerdings nicht vergessen werden, dass Lara schnellstmöglichst die Einrichtung wechseln muss. Und nicht in vier Jahren. Die Problematik besteht jetzt, und sie wird auch morgen noch da sein, und keine vier Jahre Pause machen."
Die Auskunft des Sozialamtes, dass die höheren Fahrtkosten "aus Gründen der Gleichbehandlung" gegenüber anderen nicht bezahlt werden könnten, ist aus Sicht Slinks zu pauschal. "Lara ist nicht die einzige Betroffene in unserem Landkreis. Oder fährt kein anderer in diesem System verankerter zu Betreuender beispielsweise nach Sulz? Krankentransporte, Pflegedienste, andere zu betreuende Behinderte ? Gibt es niemanden der von Sulz weiterfährt nach Fluorn-Winzeln?" Das sei schwer vorstellbar.
Weiter schreibt Sandra Slink: "Ich möchte gerne nochmals klarstellen, dass der Fahrtweg nach Dornstetten 23 Kilometer beträgt, aufgrund eines weiteren Mitfahrenden welcher in Bergfelden dazusteigt, liegt die Zahl der Kilometer laut Aussage der Taxistelle sogar bei 40 Kilometer Die Fahrt nach Fluorn-Winzeln liegt bei 27 Kilometer."
Mit der Aussage, dass es "unbezahlbar" sei, jedem Betreuenden einen eigenen Betreuer zur Seite zu stellen, fühlt sich die Familie nicht angesprochen. "Wir haben nie einen eigenen Betreuer gefordert, sondern schlichtweg einen Einrichtungswechsel, um Laras Bedürfnissen gerecht zu werden."
Das von der Schwarzwald Werkstatt beschriebene "breite Spektrum an regelmäßigen Angeboten", wie Reiten, Schwimmen oder Gymnastik sei mit den Rahmenbedingungen der Einrichtung in Dornstetten für Lara nicht möglich. Hierzu wäre ein eigener Betreuer von Nöten. Es würden auch keine Spaziergänge mit Lara gemacht.
In der Einrichtung in Fluorn-Winzeln dagegen könne sie sich frei in einem großen Gartenbereich bewegen, der aus Laras Gruppe direkt zugänglich sei, "hierzu benötigt sie keinen eigenen Betreuer".
Die Aussage der Schwarzwald Werkstatt zur Fixierung von Betreuten will die Familie Slink so nicht stehen lassen. Die Auskunft lautete: "Fixierungen finden in dem Rahmen statt, in denen der Richter sie aufgrund einer bestehenden Gefährdung angeordnet hat, jedoch keinesfalls darüber hinaus."
Dazu erwidert Sandra Slink: "Die richterliche Anordnung im Fall Lara, besagt, dass eine Fixierung nur zu ihrem Schutz, beispielsweise bei Krampfanfällen, vorgenommen werden darf. Die im Artikel beschriebenen Fixierungen wurden nicht zu ihrem Schutz durchgeführt, sondern eingesetzt für die krankheitsbedingt fehlenden Betreuer. Ist es allen Ernstes nicht verständlich, dass wir diese Einrichtung für uns als nicht mehr tragbar empfinden? Nach wie vor liegt der Streckenunterschied zwischen Dornstetten und Fluorn-Winzeln bei vier Kilometern. Ist es jetzt allen Ernstes nicht verständlich, dass ich das alles nicht verstehe?"