Hitze und Dürre in Bierlingen: Trockenstress für die Natur, wohin man schaut

Das Ammelesbrünnle ist ausgetrocknet.
Gunar Haid- Ammelesbrünnle in Bierlingen liegt trocken – der Teich ist vollständig ausgetrocknet.
- Ursache sind Hitze, fehlender Niederschlag und eine versiegte Quelle am Waldrand.
- Temperaturen von teils über 35 Grad erhöhen Verdunstung, Böden trocknen weiter aus.
- Sämtliche Fische starben, frühere Pumpaktion versickerte schnell ohne Wirkung.
- Einst wertvolles Feuchtbiotop mit Seerosen, Amphibien und Vögeln ist aktuell verloren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Bild ist traurig: Das Ammelesbrünnle, seit mehr als 100 Jahren ein idyllischer Rastplatz an der Bad Imnauer Wandertour T2 auf Bierlinger Gemarkung, ist vollständig ausgetrocknet. Wo sich einst Seerosen auf dem Wasser sammelten, ist heute nur noch eine mit grünem Wildwuchs überwucherte Grube zu sehen.
Die dramatische Situation kommt allerdings nicht überraschend. Bereits vor Monaten zeichnete sich die Entwicklung ab: ein trockener Winter, zu wenig Niederschlag im Frühjahr und eine erste Hitzewelle im Juni. Nun klettern die Temperaturen erneut auf teilweise mehr als 35 Grad Celsius. Die hohe Wärme beschleunigt die Verdunstung und verschärft den Wassermangel. Auch die Böden trocknen zunehmend aus.
Sämtliche Fische im Teich sind verendet
Die ehrenamtlichen Pfleger aus Bierlingen, die das Gewässer bereits seit 1982 betreuen, schlagen deshalb Alarm. Sämtliche Fische im Teich sind verendet. Eigentlich sollte das Wasser dort mindestens 60 Zentimeter hoch stehen.
Eine wesentliche Ursache für die Austrocknung ist neben der anhaltenden Hitze und den fehlenden Niederschlägen das Versiegen der Quelle am Westrand des Waldes in Richtung Felldorf. Vor vielen Jahren wurde im Sommer das überfließende Wasser aus dem alten Bierlinger Wasserversorgungsschacht in den Teich geleitet. Seit dem Bau des Wasserturms im Wald ist dies jedoch nicht mehr möglich.
Bereits vor einigen Jahren hatte die Starzacher Feuerwehr versucht, dem Gewässer zu helfen. In einer samstäglichen Aktion wurde Wasser vom Hochbehälter in das Ammelesbrünnle gepumpt. Doch der Erfolg war nur von kurzer Dauer: Das Wasser versickerte wieder.
Dabei hat das kleine Feuchtbiotop eine lange Geschichte. Es entstand vermutlich um 1910 und entwickelte sich zu einem wertvollen Lebensraum. Auf dem Wasser blühten Seerosen, an den Ufern wuchsen seltene Pflanzen wie die gelbe Wasserlilie. Frösche und Kröten nutzten den Teich als Laichplatz, zahlreiche Vogelarten wurden von dem Gewässer angezogen und brüteten in der Umgebung.
Folgen von Hitze und anhaltender Trockenheit
Im Laufe der Jahre überwucherten Wasserpflanzen zunehmend den kleinen See. Deshalb musste das Gewässer immer wieder ausgeräumt und gereinigt werden. Doch derzeit stellt sich eine ganz andere Frage: Wo früher Wasser war, herrscht Trockenheit.
Das Ammelesbrünnle ist damit ein sichtbares Beispiel dafür, wie sich die Folgen von Hitze und anhaltender Trockenheit inzwischen unmittelbar vor der Haustür zeigen. Was über Jahrzehnte ein idyllischer Rastplatz und wertvolles Feuchtbiotop war, liegt heute trocken.
