Halloween in Rohrdorf
: Gruselnacht mit Wohlfühlfaktor

Wenn die Hex’ am Baum hängt und Nebel-Blasen über den Dorfplatz fliegen, wenn in der Hexenküche feurige Gulaschsuppe und chilischarfe Kürbissuppe blubbern, wenn Graf Dracula Eiterlikör und Krötensaft an der Gruselbar schlürft und die schwarze Mumie Ausgang hat, dann wird im Dorf der Untoten Halloween gefeiert.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Eine geisterhafte Szenerie konnten die Besucher des Rohrdorfer Halloween-Fests genießen: Inmitten des Nebels und schwebender Blasen stand eine unheimliche Hellseherin.

Morlok

Der Rohrdorfer „Förderverein für Kultur und Gemeinschaft“ hatte zu seiner zweiten Halloween-Party alle Dorfbewohner dazu eingeladen, gemeinsam das Fest des vergnüglichen Grusels zu feiern. Und ganz Rohrdorf schien auf den Beinen zu sein.

Haupttreffpunkt war der schaurig beleuchtete Platz vor dem Kindergarten. Dort brannte ein Lagerfeuer, und ein großes schwarzes Zelt, in dessen Mitte der Geist der weißen Frau über einem kupfernen Kessel schwebte, diente als Rückzugsplatz.

Doch der eigentliche Anlaufpunkt all der Gestalten der Nacht war die Bar. Spinnweben waren überall, Totenköpfe sowie mit Spinnen und sonstigem Getier versetzte neonfarbene Wabbelmasse, abgefüllt in Gläser, standen als besondere Beleuchtung auf den Tischen. Aus der Lautsprecherbox dröhnten neben schaurigen Schreien auch Songs wie „Welcome to My Nightmare“ (Willkommen in meinen Alpträumen) von Alice Cooper, und ein Skelett bat um Spenden für den Verein.

Die vierte Rätsel-Rallye

Vorne, am Eingang zu Rohrdorfs Grusel-Bude, hing die Hex’ im Baum und lockte als Blickfang auch die letzten schwarz gekleideten Fledermäuse samt ihrem Nachwuchs auf den Platz. Viele der meist toll geschminkten Besucher kamen mit ihren Kindern von der Halloween-Rätsel-Rallye zurück, die der Verein schon zum vierten Mal ausrichtete. Manche von ihnen nicht ganz ohne leichte Beschädigungen. So hatte einer der Besucher ein Beil im Kopf stecken, und ein kinderwagenschiebender Rallyefahrer hatte die Bekanntschaft mit einem Bolzenschussgerät gemacht.

Die Vereinsmitglieder hatten schon im Vorfeld abgeklärt, welche Familien bei dieser gruseligen Dorf-Rally 2.0 mitmachen wollen, und an diesen Häusern gab es dann eine Rätsel-Station. Die Tour führte durchs ganze Dorf, und die Rätsel, die es zu lösen galt, waren von ihrem Schwierigkeitsgrad her zwar auf Kinderniveau abgestimmt. Doch ein bisschen Grips wurde schon gefordert.

Griff in die Glibbermasse

Die Tour konnte von überall im Ort gestartet werden, doch der Treffpunkt war zentral an der Hexenküche vor dem Kindergarten. Denn dort wartete die Hellseherin Verena, die nur dann den wichtigen Anfangsbuchstaben des Lösungswortes rausrückte, wenn ihr der Fragesteller ein Geheimnis verriet. Welches, das war egal, aber es musste ein Geheimnis sein. Alle Rätsel waren in diesem Jahr in Reim-Form verfasst und die Rätselnden mussten aktiv mitmachen, bis sie das Lösungswort „Fleischhunger“ auf ihrem Zettel hatten. Da war der Griff in das Gefäß mit Glibbermasse, in der sich ein Buchstabe versteckte, noch die leichteste Übung.

Kürbis-Wettbewerb

Gar nicht leicht machten es die Rübenaushöhler und Kürbisgesichterschnitzer der Jury, die die drei besten und kreativsten Arbeiten mit einem Gutschein für „Die Schwarze Kunst“ belohnten. „Wir haben bewusst auf den klassischen 1., 2. und 3. Platz verzichtet. Es sollen die Eigenschaften der geschnitzten Werke wertgeschätzt werden“, betonte Carolina Witek vom Orga-Team, zu dem auch die Familien Löhrke, Pflanz, Oeynhausen, Kauk und Eder gehörten. Jeweils einen Gutschein bekamen Emilie Kresbach und die Familien Reis und Pflanz für ihre Kürbis-Gruselköpfe.

Blasen im Nebel

Rohrdorf feierte das Schaurige, das man an diesem Abend mit ein paar Süßigkeiten lässig vertreiben konnte. Ach, wenn es doch immer so einfach auf der Welt wäre, wie in dieser Gruselnacht, in der kleine Kinder mit irgendeinem Erwachsen an der Hand von Tür zu Tür ziehen und sich über ein paar Bonbons, etwas Schokolade oder einen Lutscher und später auf den Dorfplatz über bunt beleuchtete Bäume, schwebende Geister und supertolle Nebel-Blasen (Bubble Fog) freuen.

Die „Wichtel-Aktion“

Die nächste große Aktion
ist für den 23. November geplant. Der Förderverein nimmt erneut Anlauf, um den „weltgrößten“ Wichtel in einer Gemeinschaftsaktion zu bauen. Dazu sind alle eingeladen, die mithelfen wollen. Wer es etwas kleiner mag, darf auch kleine Wichtel basteln, denn auch der große Wichtel ist nicht gerne allein, und über Rohrdorf soll in der Weihnachtszeit eine ganze Wichtelschar wachen.

Bepflanzungs-Aktion:
Die Vereinsverantwortlichen um Vorstand Thomas Löhrke teilten aktuell mit, dass Rohrdorf von den Sparmaßnahmen der Gemeinde eingeholt wurde. Unter anderem wurde das Budget für den Blumenschmuck gestrichen. Der Rohrdorfer Förderverein für Kultur und Gemeinschaft möchte jedoch auch ohne Unterstützung der Gemeinde den Ort weiter bepflanzen. Dafür benötigt er aber Unterstützung und Mithilfe. Wer Blumenerde, Pflanzen oder Geld spenden kann, wird gebeten, sich beim Verein zu melden.

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