Glaube und Fasnet in Empfingen: Gottesdienst mit Predigt auf Schwäbisch

Die Pfarrer Thomas Fürst und Alexander Köhrer feierten mit Vertretern von Narrengruppen einen Gottesdienst.
Georg NeumannBeim Ringtreffen des Närrischen Freundschaftrings Neckar-Gäu, bei dem auch das 75-jährige Bestehen der Kulturgemeinschaft Empfingen gefeiert wurde, folgten viele Hästräger und Nichtkostümierte der Einladung zu einer ökumenischen Narrenmesse in der Pfarrkirche St. Georg.
Die beiden Geistlichen zogen unter den Klängen eines Narrenmarsches in die Kirche ein. Dies war der erste Beitrag der Trachtenkapelle, die den Gottesdienst musikalisch ausgezeichnet begleitete und die Besucher immer wieder zum spontanen Mitklatschen bei den modernen Kirchenliedern anregte, die von der Kapelle für Blasmusik arrangiert worden waren.
Pfarrer würdigt Tradition
Bei seiner Begrüßung würdigte Pfarrer Fürst die gelebte Gemeinschaft und Tradition in der Kulturgemeinschaft, die trage und Vielfalt zeige. Der Dank für diese Bereicherung der Gesellschaft komme im Gottesdienst mit Gebet und Gesang zum Ausdruck.
Augenzwinkernd wies er auf seine badische Herkunft hin und begrüßte seinen evangelischen Amtskollegen Pfarrer Köhrer, der des Schwäbischen mächtig sei. Dies stellte Alexander Köhrer eindrucksvoll bei seiner schwäbischen Predigt unter Beweis. In gereimter Form trug er die auf die Fasnet angepasste biblische Geschichte von Noah vor, der in seine Arche von jedem Tier ein Paar aufnimmt.
Strohbären in der Arche
Zu seiner Überraschung tauchen jedoch auch zwei Langhalm-Strohbären auf, die ebenfalls mitgenommen werden wollen. Nachdem Noah ein Einsehen mit ihnen hat, wollen sie auch noch ihre „ganze Bagasch aus der Täleseehalle“ mitnehmen. Am Ende stimmt Noah zu, dass von jeder Zunft ein Paar mitkommen darf. So ist das Überleben der Fasnet gesichert.
Die humorvolle Predigt sorgte für zahlreiche Lacher, regte aber zugleich zum Nachdenken an und wurde mit spontanem Applaus bedacht.
Kirchenlied umgedichtet
Das Kirchenlied „Laudato si“ war umgedichtet worden auf die verschiedenen Figuren in der Fasnet: „Sei gepriesen für Strohbär und für Dralle…“. Thomas Fürst lud je ein Paar der erwähnten Figuren ein, während des Liedes nach vorne zu kommen, so dass sich der Altarraum wie eine Arche füllte und ein eindrucksvolles Bild der Vielfalt in der Fasnet entstand.
Die ökumenische Narrenmesse verband Fröhlichkeit, Tradition und Tiefgang auf gelungene Weise und bildete einen besonderen Programmpunkt des Jubiläums-Ringtreffens in Empfingen.