Geplante Kappung
: Pro Gäubahn fordert dauerhaften Kombibahnhof

Nach den jüngsten Beschlüssen des Lenkungskreises zu Stuttgart 21 fordert das landesweite Bündnis „Pro Gäubahn“ einen grundlegenden Kurswechsel.
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(red/pm)
Horb
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Die Gäubahn bei Horb-Ihlingen. Sie soll über den Pfaffensteigtunnel 2032 zum Flughafen und dann direkt zum Tiefbahnhof Stuttgart 21 fahren.

Die Gäubahn bei Horb-Ihlingen. Sie soll über den Pfaffensteigtunnel ab Ende 2033 zum Flughafen und dann direkt zum Tiefbahnhof Stuttgart 21 fahren.

Juergen Lueck
  • Pro Gäubahn fordert nach neuen S21-Beschlüssen einen Kurswechsel und einen dauerhaften Kombibahnhof.
  • Die Bahn plant ab Dezember 2031 Betrieb aus Kopfbahnhof und Tiefbahnhof – das Bündnis sieht darin Fortschritt.
  • Kritik: Kappung der Gäubahn ist nur auf März 2032 verschoben. Rund 1,4 Mio. Menschen verlören Direktanbindung.
  • Pfaffensteigtunnel soll erst Ende 2033 starten und über drei Milliarden Euro kosten.
  • Bündnis will Geld in zweigleisigen Ausbau der Gäubahn und eine dauerhafte Kombilösung investieren; Gastel unterstützt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Anlass sind die erneute Verschiebung der vollständigen Inbetriebnahme von Stuttgart 21 auf Ende 2031 oder im Jahr 2032 sowie weitere Mehrkosten in Milliardenhöhe.

Das Bündnis bewertet es als Fortschritt, dass die Deutsche Bahn ab Dezember 2031 einen Kombibahnhofbetrieb aus oberirdischem Kopfbahnhof und neuem Tiefbahnhof plant. Positiv sei zudem, dass die Gäubahn den Stuttgarter Hauptbahnhof zunächst weiterhin über die bestehende Strecke erreichen soll.

Rund 1,4 Millionen Menschen verlieren Anbindung

Kritik übt das Bündnis jedoch daran, dass die geplante Kappung der Gäubahn lediglich vom Frühjahr 2025 auf März 2032 verschoben, aber nicht endgültig aufgegeben werde. Nach Angaben von Pro Gäubahn würden sonst rund 1,4 Millionen Menschen im Einzugsgebiet ihre direkte Schienenverbindung zum Stuttgarter Hauptbahnhof verlieren. „Wir können und wollen nicht immer darauf vertrauen müssen, dass die Unfähigkeit der Deutschen Bahn, Stuttgart 21 zu Ende zu bauen, dazu führt, dass die Gäubahn-Kappung immer weiter nach hinten verschoben wird. Diese muss dauerhaft abgesagt werden“, erklärt Michael Leibrecht von Pro Gäubahn Rottweil.

Das Bündnis fordert deshalb eine dauerhafte Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof und sieht in der nun gewonnenen Zeit die Chance für eine grundlegende Neuplanung des Bahnknotens Stuttgart. Auch der geplante Pfaffensteigtunnel wird erneut infragegestellt. Dessen Inbetriebnahme soll inzwischen erst Ende 2033 erfolgen.

Pfaffensteigtunnel soll über drei Milliarden Euro kosten

Die mittlerweile auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzten Kosten wären nach Auffassung des Bündnisses besser in einen vollständigen zweigleisigen Ausbau der Gäubahn sowie in eine dauerhafte Kombibahnhoflösung investiert.

Unterstützung erhält die Kritik vom Grünen-Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel. Der verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion sieht sich durch die neuen Zeit- und Kostenpläne bestätigt. Die nun bekannten Verzögerungen und Mehrkosten überträfen selbst die früheren Warnungen der Projektgegner.

Gastel kritisiert zudem, dass weiterhin zahlreiche Fragen offen seien – unter anderem zu zusätzlichen S-Bahn-Sperrungen, dem Ausbau des Nordzulaufs und den Folgen der Milliarden-Mehrkosten für den Bahnkonzern. Das Projekt bleibe ein „gewaltiger und hochriskanter Klotz am Bein des Bahnkonzerns“, so Gastel.

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