Gemeinderat Waldachtal: Der Breitenbach wird renaturiert

Eine Brücke kommt weg, dafür wird die andere Brücke erneuert und ein neuer Weg geschaffen. Auch eine Wassertretanlage soll im renaturierten Bach entstehen.
WAGNER Foto-MediaWie Bürgermeisterin Annick Grass erklärte, werde die Maßnahme notwendig, weil die ursprünglich im Bebauungsplan vorgeschriebene Dachbegrünung sich als hinderlich für die Vermarktung der Gewerbeflächen erwiesen hat.
Um dennoch eine zeitnahe Vermarktung zu ermöglichen, soll nun auf diese Vorschrift verzichtet werden – allerdings nur unter der Bedingung, dass ein ökologischer Ausgleich an anderer Stelle erfolgt. Bereits seit Längerem lag der Verwaltung eine Vorplanung zur Renaturierung des Breitenbachs vom Ingenieurbüro Gfrörer vor. Diese kann nun maßgeblich zur Lösung des Problems beitragen. Die Maßnahme bringt nämlich wertvolle Ökopunkte (135 000 Oköpunkte) und kann damit als ökologischer Ausgleich für die Planänderung herangezogen werden.
Eine marode Brücke soll abgebaut werden
Die Verbandsversammlung des Zweckverbands IKG Haiterbach–Waldachtal hatte dem Vorhaben am 23. Juni bereits zugestimmt. Im Zuge der Renaturierung soll eine von derzeit zwei vorhandenen, maroden Brücken abgebaut werden. Dadurch sichert sich die Gemeinde viele Ökopunkte. Jedoch werden durch den Abbau dieser Brücke jedoch auch zusätzliche Maßnahmen nötig. So müsse der Weg neu hergestellt und die andere Brücke erneuert werden. Die voraussichtlichen Kosten dafür belaufen sich auf 60 000 bis 80 000 Euro und sollen außerplanmäßig aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden. Die Deckungsmittellücke soll durch Rückstellung anderer Maßnahmen geschlossen werden.
In der anschließenden Diskussion äußerte sich Bernd Schittenhelm wenig begeistert darüber, dass durch die Maßnahme außerplanmäßige Kosten auf die Gemeinde zukommen. Ebenso monierte Schittenhelm, dass künftig entstehende Pflege- und Unterhaltungskosten für den renaturierten Bachabschnitt an der Gemeinde hängen bleiben.
Für die Unterhaltung und Pflege komme die Gemeinde jedoch auch bisher schon auf, so Grassi. Außerdem sei es unwahrscheinlich, dass sich die Unterhaltungskosten durch die Renaturierung erhöhen würden.
Rätin Tanja Pardela monierte, dass die Ausgleichsfläche nicht auf Salzstetter Gemarkung entsteht. „Schließlich wird ja auch bei uns die Fläche versiegelt“, argumentierte Pardela. Für die Entwicklung des IKG ist jedoch ein kleiner Glücksfall, dass die Renaturierung des Breitenbachs als Ausgleichsmaßnahme herangezogen werden kann. In der Regel sei nämlich streng geregelt was als Ausgleichsfläche dienen kann. „Für das Entfernen einer neuen Mähwiese muss ich eine neue Mähwiese als Ausgleich schaffen und für das Entfernen von Obstbäumen muss ich neue pflanzen“, zeigte Grassi auf.
„Wir haben uns in der Verbandsversammlung lange Gedanken gemacht und es gab keine andere Alternative“, teilte Marcel Schuh mit. Auch in diesem Fall lautet die Devise: „Zeit ist Geld“. Der Kredit für das IKG musste nämlich bereits umgeschuldet werden, da noch nicht alle Grundstücke – wie geplant – verkauft wurden. Des Weiteren entgehen den Kommunen durch das verzögerte Ansiedeln von Firmen wertvolle Gewerbeeinnahmen. Die außerplanmäßig veranschlagten 60 000 bis 80 000 Euro seien daher eine sinnvolle Investition.
So hat der Gemeinderat abgestimmt
Pardela und Schittenhelm enthielten sich in der Abstimmung ihrer Stimme. Der restliche Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu.