Gemeinderat Starzach
: Wald wirft höheren Gewinn ab als geplant

Auf dem Holzmarkt werden gute Preise erzielt. Um davon zu profitieren, ist im Starzacher Wald der Einschlag erhöht worden.
Von
Marzell Steinmetz
Oberndorf
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Revierförster Robin Liebrenz (links) informiert die Teilnehmer über den Zustand des Gemeindewalds. Im Bereich des Wasserturms liegt auch ein Standort für eine Windkraftanlage.

Marzell Steinmetz

Die Starzacher Gemeinderäte informierten sich bei einem Waldbegang in Bierlingen mit Thomas Hörnig, Leiter der Forstabteilung im Landratsamt Tübingen, und dem Starzacher Revierförster Robin Liebrenz über den Zustand des Gemeindeforsts. 50 Minuten fürs Gehen und vier Stationen waren eingeplant.

Liebrenz, seit drei Jahren für den Starzacher Wald zuständig. hat die Zeit gut eingeschätzt. Nicht vorgesehen war jedoch, dass an dem Tag ein Hubschrauber die Waldflächen kalkte. So waren auch etliche Wege gesperrt. Liebrenz sagte dem Hubschrauber-Piloten jedoch Bescheid, damit er seine Fracht nicht über den Köpfen der Teilnehmer entleerte.

Bei der Waldkapelle in Bierlingen ging es los, am Kreuzweg entlang zu einem 100-jährigen Waldbestand. 30 Meter hoch stehen die Tannen. Die Bäume sehen gut und gesund aus. Irgendwann müssen die alten Tannen allerdings gefällt werden, bevor Sturm, Käfer und Trockenheit ihnen zusetzen. „Wir wollen sägefähiges Holz“, erklärte Thomas Hörnig, „damit lässt sich Geld verdienen.“ Er betonte, dass es sich um einen Wirtschaftswald handelt.

Eine Sturmfläche ist hier mit Laubbäumen aufgeforstet worden.

Foto: Marzell Steinmetz

Die Förster setzen auf Naturverjüngung, weil es billiger ist, als Kulturen anzulegen. In dem alten Bestand ist bereits mit der Jungbestandspflege begonnen worden. Was von selbst hochkommt, ist Nadelholz. Die Tanne wachse zwar noch in Starzach, sagte Liebrenz. In 50 Jahren, so die Prognosen, könnte der Klimawandel aber deren Ende bedeuten. Andere Baumarten, die höheren Temperaturen eher standhalten, sind daher gefragt.

Der Waldumbau hat, wie bei der nächsten Station deutlich wurde, bereits begonnen. Es ging bergauf zu einer ehemaligen Sturmfläche, die vor fünf Jahren mit Laubbäumen wieder aufgeforstet wurde. Sie sind inzwischen so hoch, dass der Verbissschutz abgenommen werden kann. Gepflanzt worden sind hier Eichen und Heimbuchen.

Der Hubschrauber wirft Kalk über dem Wald ab.

Foto: Marzell Steinmetz

Auf dem Weg zum Ammelesbrünnle sahen die Waldspaziergänger am Wegrand dicke Holzstämme liegen, bereit zur Abfuhr. Im Starzacher Wald ist in diesem Jahr überplanmäßig geerntet worden – in Absprache mit dem Kämmerer, wie der Förster versicherte. Den Grund dafür nannte Thomas Hörnig: Auf dem Holzmarkt seien die Preise in einem Allzeithoch. Dies könne für den Haushalt der Gemeinde genutzt werden, ohne, wie er hinzufügte, den Wald „auszumosten“. Die nächste Generation sei schon da. Ihre Lebensdauer wird jedoch kürzer sein: „50 Jahre dürfen die Bäume wachsen, dann ernten wir sie“, teilte Liebrenz mit.

Weiß bestaubt: Der Regen wird den Kalk aber schnell wieder abwaschen.

Foto: Marzell Steinmetz

Ein Einschlag im Starzacher Gemeindewald von 3300 Festmeter war für dieses Jahr geplant, 1000 Festmeter kamen dazu. Mit ursächlich dafür war neben dem lukrativen Holzpreis die zufällige Nutzung, es gab 20 Prozent Schadholz. Im Forstplan stand für dieses Jahr ein Erlös von 12 000 Euro, tatsächlich warf der Gemeindewald 40 000 Euro ab.

Über den Wipfeln flog derweil ein Hubschrauber mit einem Behälter im Schlepptau. Er drehte seine letzte Runde: Insgesamt hat er 170 Tonnen Kalk auf den Wald abgeworfen. Wege und der Waldboden sind weiß bestaubt. „Der Regen wird den Kalk aber bald wieder wegwaschen“, versicherte Liebrenz. Die kreisweite Aktion fand in Starzach ihren Abschluss.

Der Gemeinderat beschloss bei einer Gegenstimme den neuen Forstwirtschaftsplan.

Trinkwasser, Windkraft und das finanzielle Ergebnis

Es gab noch einen letzten Stopp
am Wasserturm. Auf einer daneben liegenden Fläche von knapp 0,3 Hektar wird ein unterirdischer Trinkwasserbehälter gebaut.

Auf der gegenüberliegenden Seite
befindet sich in einem „Käferloch“ ein möglicher Standort für eine Windenergieanlage. Für sie sei insgesamt ein Hektar Fläche erforderlich, davon werde die Hälfte wieder kultiviert, informierte Hörnig. Die Förster sind nicht gegen die Waldnutzung durch Windräder. „Ich sehe Windkraft als Chance, instabile Altbestände zu einem stabilen Wald umzubauen“, sagte Liebrenz. Die Finanzierung müsse der Betreiber der Windkraftanlagen übernehmen.

Forstwirtschaftlich
war 2025 jedenfalls ein erfreuliches Jahr: Der Wald warf einen höheren Gewinn ab als geplant, und der Schadholzanteil bei der Nutzung lag mit 20 Prozent deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Für 2026 sei ein Einschlag von 3000 Festmetern vorgesehen. Hörnig rechnet erneut mit guten Preisen auf dem Holzmarkt. Unterm Strich soll im kommenden Jahr ein Erlös von knapp 50 000 Euro stehen. Doch es gebe auch Brennholz für die Starzacher Bevölkerung. Neu dabei ist: Vom 1. November an kann es online bestellt und gekauft werden.

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