Gemeinderat in Eutingen diskutiert
: An diesen Mitgliedschaften in Vereinen spart die Gemeinde

Die Mitgliedschaften der Gemeinde Eutingen in verschiedenen Vereinen stand in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Kreuzverhör. Vor allem die sozialen Vereine waren heiß umstritten. Ist der konkrete Nutzen oder das soziale Zeichen wichtiger?
Von
Elena Baur
Oberndorf
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Auch die Gemeinde Eutingen muss sparen. Nun diskutierte sie über die Vereinsmitgliedschaften. (Symbolbild)

Armin Weigel/dpa

Die Gemeinde Eutingen unterstützt mit einer aktiven oder auch passiven Mitgliedschaft einige Vereine in der Gemeinde und auch in der Umgebung. Auf Grund der aktuellen Haushaltslage und damit verbundenen Konsolidierung, wurde beschlossen aus einigen Vereinen auszutreten. Die Wahl der Vereine war hierbei nicht immer so einfach. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde darüber viel diskutiert.

Besonders die Vereine „Füreinander-Miteinander im Landkreis Freudenstadt“, „Lebenshilfe“ und „Die Treppe“ waren besonders häufig im Gespräch. Auf der einen Seite ging es um das Zeichen gegenüber dem Ehrenamt sowie der sozialen Hilfe und auf der anderen Seite um den konkreten Nutzen, den die Gemeinde aus der Mitgliedschaft ziehen würde.

Da die Gesamtmitgliedsbeiträge von allen drei Vereinen insgesamt nur 100 Euro betragen, fanden einige Gemeinderatsmitglieder, dass bei einer solchen geringen Summe gerne dabeigeblieben werden könne.

Kontroverse Meinungen

Daniel Neuß war aber der Meinung, dass solche Vereine entweder privat oder durch Landes- und Bundesverbände gefördert werden sollten. „Es gibt so viele andere Organisationen, die auch gutes tun. Das ist kein Argument.“ Die Gemeinde sollte daher aus allen Vereinen ohne großen Nutzen austreten. Dem stimmten auch ein paar weitere Räte zu.

Eberhard Gsell sieht das aber ganz anders: „Wenn wir aus den drei Vereinen austreten, ist das ein schlechtes Signal für das Ehrenamt.“ Gerade bei Menschen mit psychischen Schwierigkeiten sei es oft schwierig Hilfe zu finden. Daher sei es wichtig das Ehrenamt solcher Vereine, die sich um „Menschen in Not“ kümmern, zu unterstützen.

Neckarerlebnistal im Gespräch

Dies bestätigte auch Rainer Himmelsbach. Es gäbe viel Ehrenamtliches im Sozialen. „Das sollten wir uns leisten“, ist er sich sicher.

Das Neckarerlebnistal stand ebenfalls in einem Zwiespalt. Zunächst waren sich alle einig, dass der Mitgliedsbeitrag von 250 Euro ausreiche und der Personalaufwand auf Messen sowie der Zuschuss von 1600 Euro gekürzt oder entfallen könnte, da die Gemeinde Eutingen von dem Tourismus nicht direkt profitiere. Allerdings kümmere sich das Neckarerlebnistal auch um Aufräum- und Instandhaltungsarbeiten, wie das Beseitigen von umgestürzten Bäumen. Das müsste im Falle eines Austritts die Gemeinde und somit der Bauhof stemmen.

Zwei verschiedene Anträge

Als letztes wurde noch über den Verein „Volksheimstättenwerk“ gesprochen. Dieser Verein lohne sich ab fünf Seminaren im Jahr – das sei nach den Zahlen alle zwei Jahre der Fall, berichtet Bürgermeister Markus Tideman. In Zeiten von mehr und mehr Fachfremden, vor allem in der Verwaltung, seien solche Seminare wichtig. Er gab aber auch zu bedenken, dass der Unkostenbeitrag, im Falle eines Austritts, bei Seminaren nicht übermäßig hoch wäre.

Zum Schluss gab es zwei Beschlussvorschläge. Markus Tideman schlug vor in den drei sozialen Vereinen weiterhin Mitglied zu bleiben. Dafür könnte die Gemeinde aus den Vereinen „Verein Römerstraße Neckar Alb Aare“, „Volksheimstättenwerk“, „Verein Förderung neuer Medien“ (der sich ohnehin auflöse) und „Schwäbischer Heimatverbund“ austreten. Außerdem aus dem Neckarerlebnistal, „sofern die Gemeinde Eutingen sich personell und finanziell weiterhin signifikant beteiligen müsste“.

Entscheidung mit vier Stimmen Unterschied

Der zweite Antrag von Daniel Neuß beinhaltete neben den von Tideman bereits genannten Vereinen noch die drei sozialen Vereine „Lebenshilfe e.V.“, „Füreinander Miteinander im Landkreis Freudenstadt e.V.“ und „Die Treppe“. Der erste Antrag von Bürgermeister Tideman wurde mit neun Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen.

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