Gemeinderat Eutingen
: Millionenbaustelle Turnhalle kehrt zurück

Der Gemeinderat Eutingen hat die nächste Planungsstufe für die Festhalle freigegeben – nach Angaben der Verwaltung bleibt das Lehrschwimmbecken vorerst auf der Warteliste.
Von
Mirko Witkowski
Eutingen
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Das Gremium vermisste den Planer, sodass Bürgermeister Markus Tideman die Pläne zur Turnhallensanierung selbst vorstellte.

Das Gremium vermisste den Planer, sodass Bürgermeister Markus Tideman die Pläne zur Turnhallensanierung selbst vorstellte.

Angela Baum
  • Eutingen plant die Sanierung der Turn- und Festhalle, die Entwurfsplanung wird beauftragt.
  • Ausgebaut wird nur die Minimalvariante – Sanierung und energetische Modernisierung des Bestands.
  • Kosten lagen Ende 2024 bei rund sechs Millionen Euro, steigende Preise gelten als wahrscheinlich.
  • Das Lehrschwimmbecken bleibt vorerst außen vor, Weiterbetrieb nur bei Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.
  • Vereine finanzieren einen neuen Lageranbau weitgehend selbst, barrierefreie WCs kommen ohne Aufzug.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Totgesagt war das Projekt Sanierung Festhalle und Lehrschwimmbecken nie, auf Eis lag es trotzdem lange. Nun nimmt die Sanierung der in die Jahre gekommenen Turn- und Festhalle Eutingen wieder Fahrt auf. Der Gemeinderat soll das Architekturbüro KTL aus Rottweil mit der Entwurfsplanung beauftragen und damit die nächste Runde eines Projekts einläuten, das die Kommune voraussichtlich viele Millionen Euro kosten wird.

Die Botschaft der Verwaltung ist dabei eindeutig: Was vor zwei Jahren noch als umfassende Modernisierung mit Anbauten, größeren Funktionsflächen und saniertem Lehrschwimmbecken diskutiert wurde, ist inzwischen auf „Diät“ gesetzt worden. Geblieben ist die Minimalvariante – eine reine Sanierung des Bestandsgebäudes samt energetischer Modernisierung.

Auch „kleine Lösung“ dürfte nicht billig werden

Doch selbst diese „kleine Lösung“ dürfte alles andere als billig werden. Bereits Ende 2024 lag der Kostenrahmen bei rund sechs Millionen Euro. Angesichts der seitherigen Preissteigerungen rechnet im Rathaus – und auch im Gemeinderat – niemand ernsthaft damit, dass dieser Betrag noch zu halten sein wird. Wie teuer das Projekt tatsächlich wird, soll erst die nun anstehende Entwurfsplanung zeigen.

Doch: Das Schwimmbad bleibt bislang ein ungelöstes Kapitel. Denn: Besonders bemerkenswert ist, dass das Lehrschwimmbecken vorerst außen vor bleibt. Zwar soll dessen spätere Sanierung planerisch mitgedacht werden, gebaut wird zunächst jedoch nichts. Gleichzeitig spricht sich der Gemeinderat für einen Weiterbetrieb des Beckens mit der bestehenden Technik aus – allerdings nur, wenn dies technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar bleibt. Der zuständige Planer, der hierzu eine Experteneinschätzung hätte abgeben können, war jedoch zur Ratssitzung nicht erschienen. Damit bleibt das Schwimmbad vorerst das ungelöste Kapitel und große Unbekannte der gesamten Maßnahme.

Vereine wollen einen Großteil der Kosten selbst stemmen

Ganz ohne Erweiterungen wird die Halle trotz aller Sparvorgaben allerdings nicht auskommen. In Gesprächen mit Vereinen, Schule und Verwaltung kristallisierten sich einige Punkte heraus, die selbst bei einer Minimalvariante unverzichtbar sind. So soll ein barrierefreies WC im Erdgeschoss entstehen. Zudem wird an der Südseite der Halle ein neuer Lageranbau gebaut. Der Clou dabei: Die Vereine wollen einen Großteil der Kosten selbst stemmen – durch Eigenleistungen und Spendengelder.

Die Kommune beteiligt sich nur dann finanziell, wenn die zusätzlichen Flächen nachweislich auch dem Schulsport dienen. Damit setzen die Vereine ein deutliches Signal. Während der kommunale Haushalt unter Druck steht, soll ehrenamtliches Engagement einen Teil dessen ermöglichen, was von Gemeindeseite her derzeit kaum finanzierbar erscheint.

Aufzug gestrichen, Rampen bleiben Option

Auch bei der Barrierefreiheit wird gerechnet. Denn: Auf einen Aufzug wird verzichtet, weil Investitions- und Folgekosten als zu hoch eingeschätzt werden. Stattdessen setzt die Planung auf barrierefreie WCs und perspektivisch mögliche Rampenlösungen. Die Entscheidung zeigt das Spannungsfeld, in dem sich die Sanierung bewegt: Der Wunsch nach zeitgemäßen Standards trifft auf die Realität knapper Kassen. Wer auf baldige Bagger hofft, benötigt allerdings Geduld. Auch wenn die Entwurfsplanung nun beauftragt wird, stehen anschließend Förderanträge, Wettbewerbsverfahren und weitere Planungsphasen an.

Vor 2028 wird auf der Baustelle nach Einschätzung der Verwaltung kein Bagger oder Bauarbeiter anrücken. Und selbst dann dürfte die Sanierung mindestens anderthalb Jahre dauern – wahrscheinlich deutlich länger. Die Eutinger Turn- und Festhalle bleibt somit vorerst das, was sie seit Jahren ist: ein Gebäude mit erheblichem Sanierungsbedarf und ein kommunalpolitisches Dauerprojekt, bei dem alle Beteiligten wissen, dass Handeln notwendig ist.

Ratsmitglied Anton Friedrich sprach den anderen Gemeinderatskollegen aus der Seele: „Die Planungen sind wirklich gut, egal, was für Zahlen für den Bau herauskommen. Billiger wird es in der Baubranche eh nicht mehr.“ Zudem seien die Planungen „günstiger als alles, was wir bislang gesehen haben“.

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