Gemeinderat beschließt Förderung: Bald könnte Rottenburg zwei Freilufthallen haben

Bei Sport unter freiem Himmel spielt das Wetter eine Rolle. Die Lösung könnten zwei Freilufthallen sein. (Symbolfoto)
Pixabay/brokerxSportvereine sind in vielen Gemeinden und Städten beliebte Mitglieder des gesellschaftlichen Lebens. Doch einige haben auch mit geeigneten Sportstätten zu kämpfen. Der TV Rottenburg und der TuS Ergenzingen möchten das nun ändern.
Beide Vereine baten beim Gemeinderat um einen Zuschuss für jeweils eine Freilufthalle. Gerade in Zeiten mit „deutlich mehr Schlecht-Wetter-Phasen“ begrüßt Oberbürgermeister Stephan Neher in der jüngsten Gemeinderatssitzung beide Vorhaben.
Der TV Rottenburg machte hierbei deutlich, dass sie die Sporthalle dringend umsetzen wollen. Auch der TuS Ergenzingen habe sich lange Gedanken gemacht, berichtet der OB. Vor allem stellte sich beim TuS Ergenzingen auch die Frage, ob sich die Renovierung des Vereinsheims noch lohne oder ob auch hier eine andere Lösung in Frage komme. Dabei könne die Möglichkeit zu einer „McArena“ – so nennt sich die Firma, die Freilufthallen herstellt – mit Sportgelände und einem getrennten Sportheim in Betracht gezogen werden.
Dorfentwicklung durch Freilufthalle möglich
Das Geld dafür sei mit dreimal 50.000 Euro bereits im Haushalt als Platzhalter für den Verein eingeplant, so Neher. Dies wurde auch mit dem dortigen Ortschaftsrat besprochen. Durch diese Entscheidung sei eine Dorfentwicklung möglich. Denn dann könne der Parkplatz für etwa sechs bis acht Wohnbauplätze genutzt werden, die Einnahmen für den Ort generieren.
Aus den Reihen der Räte bekommen die Vorhaben größtenteils Zuspruch. Die Vereine seien „das Rückgrat der Gesellschaft“, bei dem man mit verhältnismäßig wenig Geld viel erreichen könne.
Verbesserung auch für Schulen und Kindergärten
Die SPD-Fraktion sieht es dennoch kritisch, solche Vorhaben außerhalb des Haushalts zu genehmigen. Auch in Anbetracht der schwierigen Haushaltslage. Dennoch stimmten sie zum Schluss zu, da die Vereine „hervorragende Arbeit für das Sportangebot“ leisten und sie dem Vorhaben, wenn er im Haushalt verankert wäre, ohne Problem zugestimmt hätten.
Jörg Bischof von den Grünen hat eine klare Meinung: „Im Haushalt ist das auf den ersten Blick viel Geld, aber im Hinblick auf das, was da entsteht, ist das eine gute Investition. Bewegungsmangel ist eines der größten Gesundheitsprobleme.“ Außerdem stärke eine solche Halle das Miteinander und verbessere auch das Angebot für Schulen, Kindergärten und Ferienangebote.
Lob an den Mut in die Zukunft zu investieren
Kritischer sieht das Ute Donie von der Bunte/Linke/Partei. Sie stimme zwar zu, aber sie verstehe nicht, wieso die Gemeinde „bei der Haushaltslage“ vorschlägt, doppelt so viel zu zahlen, als die Vereine verlangten. „Ich frage mich, wer bei den Klausurtagungen war.“
Nicht nur bei schlechtem Wetter gut
Das letzte Wort vor der Abstimmung galt Reinhold Baur von der CDU. „Es ist unstrittig, dass das förderwürdige Vereine sind. Zu nennen ist der Mut, in die Zukunft zu investieren mit Sponsoren und Vereinsgeldern.“ Außerdem sei die Halle nicht nur für Schlecht-Wetter geeignet, sondern auch im Sommer bei extremer Hitze. „ Hut ab vor dem Engagement. Es steht bei beiden Vereinen auch ein Risiko im Raum.“
Zum Schluss stimmte der Gemeinderat mit fünf Gegenstimmen und sechs Enthaltungen für den Antrag. Somit bekommt der TV Rottenburg 300.000 Euro und der TuS Ergenzingen 150.000 Euro für ihre Freilufthallen.