Feuerwehrübung in Talheim
: Einsatzleiterin besteht die Feuertaufe

Die Feuerwehr kommt nicht nur, wenn es brennt. Nein, sie stellt ihre Bereitschaft bei den unterschiedlichsten Aufgabenstellungen unter Beweis.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Fallback Image SB

Schwarzwälder Bote

Beispielsweise bei einem Autounfall, wenn der Bereich rund um die Unfallstelle gesichert werden muss und erst recht dann, wenn es gilt, Verletzte zu bergen.

Und genau dieses Szenario hatten sich die Verantwortlichen der Abteilung Talheim um Kommandant Bernhard Müller für ihre diesjährige Hauptübung ausgedacht. Bei der Übungsannahme ging man von einem nicht alltäglichen Autounfall aus.

Die Lenkerin eines PKWs war in Höhe des „Brezelstüble“ im Kreuzungsbereich Nagoldstraße / Bruckwasenweg frontal auf ein Hauseck gefahren. Sie selbst wurde dabei verletzt und im Wagen eingeklemmt, ihr Beifahrer auf dem Rücksitz ebenfalls verletzt.

Übungsszenario Verkehrsunfall - so wie er jeden Tag passieren kann.

Foto: Peter Morlok

Der Beifahrer konnte von den rasch am Unfallort eintreffenden Einsatzkräften der Wehr und der DRK-Ortsgruppe Horb-Talheim Steinachtal schnell und problemlos geborgen werden.

Mit schwerem Gerät den Zugang ermöglicht

Bei der Fahrerin sah es dagegen anders aus. Die Karosserie des Wagens war so verzogen, dass sich die Fahrertür nicht mehr öffnen ließ. Die Feuerwehrkameraden mussten hier mit schwerem Gerät, also mit dem Hydraulik-Spreizer und der Hydraulik-Schere ran, um den Zugang zur Fahrerin zu ermöglichen.

Die Verletzte wird aus ihrem Wagen befreit - hier mit dem Hydraulikspreizer.

Foto: Peter Morlok

Während der Feuerwehrtrupp außen am havarierten Fahrzeug arbeitete, betreute psychologisch geschultes DRK-Personal die Verletzte im Innenraum ihres Fahrzeugs. Es war Teamarbeit, wie aus dem Lehrbuch und nach rund 20 Minuten konnte die Verletzte verdrehsicher aus dem Wagen gehoben und auf ein sogenanntes Spineboard gelegt und dort zum Weitertransport fixiert werden, wie der stellvertretende Abteilungskommandant Sebastian Schober den zahlreich erschienenen Übungsbeobachtern erklärte.

Die Autotür ist weg - der Weg zur Verletzten frei.

Foto: Peter Morlok

Doch mit der Menschenrettung allein war die Gefahrenlage noch lange nicht gebannt. Zum einen wurde aus den beiden strategisch geschickt aufgestellten Einsatzfahrzeugen eine Löschwasserversorgung aufgebaut, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich auslaufendes Benzin entzündet und als weitere Sicherungsmaßnahme eine Ölsperre in der direkt unterhalb gelegenen Steinach gelegt, da man bei der Übungsannahme davon ausging, dass Öl aus dem Fahrzeug austrat und über die Kanalisation in den Bach lief.

Wenn Gefahrenstoffe auslaufen könnten, muss auch in nahen Gewässern eine Ölsperre gebaut werden - eine Spezialaufgabe der Talheimer Wehr

Foto: Peter Morlok

Wie gewohnt sahen die vielen Zuschauer und die Feuerwehrverantwortlichen, darunter auch der städtische Gesamtkommandant Sven Weniger, eine Übung, die wenig Raum für Manöverkritik ließ.

Im Gegenteil. Franziska Hartmann wurde als Einsatzleiterin besonders gelobt. Es war ihr erster Einsatz als Verantwortliche, den sie bravourös meisterte. Ein Einsatz, der auch mit einer Drohne von Anfang an dokumentiert wurde.

Nach so einer erfolgreichen Übung gibt es in Talheim immer noch ein Ständchen vom Spielmannszug.

Foto: Peter Morlok

Ortsvorsteher Anton Ade, der bemängelte, dass von der der Stadtspitze niemand vor Ort war, stellte wieder einmal fest, dass es toll ist, eine so schlagkräftige Wehr im Ort zu haben und man deshalb auch gut schlafen könne. Ob das aber auf die Dauer so bleibt, dass sei fraglich, denn die Haushaltsmittel würden immer knapper und da könne es sein, dass in naher Zukunft auch der Feuerwehrbedarfsplan auf den Prüfstand komme. „Aber dann fragt man sicher zuerst, wo ist eine gute Mannschaft? Und die ist hier im Steinachtal“ ist sich Ade sicher.

Jugendwehr ist erfolgreich bei der Leistungsspange

Lob gab es auch für die Jugendwehr, die am selben Tag erfolgreich an der Leistungsspange in Freudenstadt teilgenommen hatte und für die Alterswehr, ohne die der Ortsvorsteher nicht wüsste, wie er so manche Aufgabe im Flecken gestemmt bekomme, wie er sagte.

Musikalische Begleitung

Der Spielmannszug
unter der Leitung von Michaela Hönle umrahmte die Übung mit drei Liedern. Es ist der einzige noch aktive Spielmannszug im ganzen Kreis Freudenstadt und Ortsvorsteher Anton Ade rührte intensiv die Werbetrommel, denn man sucht immer noch aktive Musikanten. Probe ist alle 14 Tage um 20 Uhr im Feuerwehrhaus.

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