Fest in Horb-Talheim
: Zünftige Stimmung, Blasmusik und Knödelliebe

Trotz großer Konkurrenz ringsum, wie beispielsweise „Unsere Stadt feiert“ in der Kernstadt, wurde Talheim für ein verlängertes Wochenende zum Hotspot der Geselligkeit.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Knödel und mehr: Sie lieferten eine Meisterleistung bei der Premiere ab - das Küchenteam.

Peter Morlok

Der Musikverein „Fortuna“ lud am Freitagabend zusammen mit dem Schützenverein „Wilhelm Tell“ zur Flairhocktese 3.0 ein, und am Samstag und Sonntag zeigte der Musikverein „Obertalheim“ wie man ein zünftiges Volksfest auf die Beine, beziehungsweise vor die örtliche Halle, stellt.

Die Musikanten aus dem oberen Talheim wagten sich zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte an eine Art bayrisches Volksfest. Um die Wiesen-Stimmung perfekt zu machen, stellten sie extra ein Festzelt auf den Platz vor der Halle. So richtig mit Bühne, Bar, Küche, Theke, stimmungsvoller Beleuchtung und passende Dekoration und allem, was ein Festzelt halt so braucht. Dazu kam die bewährte Kombination gutes Essen und sehr gute Unterhaltungsmusik und fertig war ein kleines, zünftiges schwäbisches Volksfest mit Musik, Geselligkeit und guter Stimmung.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

„Allein der Samstagabend sprengte all unsere Erwartungen“, stellten der Ehrenvorsitzende des Vereins, Edwin Lutz, und sein früherer Vorstandskollege Hans-Dieter Wehle zufrieden fest. Kein Wunder, gab es doch ein Wiedersehen – in diesem Fall besser ein Wiederhören – mit dem früheren Chefdirigenten der Obertalheimer, mit Thomas Teufel, der mit der Stadtkapelle Haiterbach den Samstagabend eröffnete.

Nach diesen blasmusikalischen Schmankerln war Partystimmung angesagt. Ein DJ spielte die aktuellen Stimmungshits rauf und runter – und so um die 250 Gäste ließen das Festzelt wackeln.

Winzerkapelle und Semmelknödel

Am Sonntag bot sich ab 11 Uhr das gleiche Bild. Bereits zum Weißwurst-Frühstück, zu dem die Winzerkapelle „Harmonie“ aus Unterjesingen aufspielte, bei der der Talheimer Ehrendirigent Martin Stöckel im Posaunenregister mitspielt, waren die meisten der Plätze besetzt. Richtig kuschelig wurde es dann im Festzelt, als gegen 12 Uhr ein kurzer, aber heftiger Regenschauer dafür sorgte, dass all diejenigen, die es sich vor dem Zelt gemütlich gemacht hatten, ins Trockene flüchteten. Da wurde es dann plötzlich richtig eng, denn gerade um diese Zeit kamen die Gäste aus nah um fern, um die Spezialität des Vereins, die Semmelknödel – entweder mit Schweinebraten oder vegetarisch, mit Pilzen, aber immer mit Salat – zu genießen.

Die Herstellung der Semmelknödel zeigte, zu was Mitglieder eines Vereins fähig sind, wenn sie zusammenarbeiten. Um die 450 altbackene Wecken galt es klein zu schneiden, streng nach Rezept zu würzen und mit Milch, Eiern, Petersilie und viel Liebe zu vermengen, um daraus 380 Semmelknödel zu drehen die am Sonntag serviert wurden. „Des hättat mir au net besser nahbracht“ lobten zwei betagte Damen mit langjähriger Kocherfahrung und ließen es sich sichtlich schmecken.

„Darauf freue ich mich die ganze Zeit“

Zum Nachmittagskaffee, bei dem selbstverständlich nur selbst gebackene Kuchen angeboten wurden, spielt die Jugendkapelle, doch der musikalische Höhepunkt und Abschluss des Festes war der Auftritt der „Steinachtalmusikanten“. „Darauf freue ich mich schon die ganze Zeit“ schwärme Edwin Lutz, der daran erinnerte, dass der Urvater des Obertalheimer Musikvereins, Alfons Teufel, diese Formation gründete, die heute von seinem Sohn Jörg Teufel dirigiert wird.

„Es war ein phänomenales Miteinander“ lobte einer der Altvorderen die Festvorbereitung und traf damit den Nagel auf den Kopf. Besser geht’s fast nicht mehr und die Gäste dankten dem Verein mit ihrem Beuch und ihrer Begeisterung.

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