Fasnet in Altheim: Welch ein Jubeltag für Tusnelda und Co.

Mit ihrem Täfelesbub und der Tusnelda-Fasnet führt die NZ Altheim den Umzug an.
Peter MorlokIn Alda flogen am Samstag die Krabba wieder im närrischen Tiefflug durch den Flecken. Und unter die schwarzen Krähenvögel hatte sich beim traditionellen Fasnetsumzug wieder jede Menge anderes Getier, vom Tiger bis zum Elefanten und dazu ganze Einhorn-Herden, gemischt, die sich alle auf den bunten Umzug bei trockenem Fasnetswetter freuten.
Die Sonne strahlte mit den Altheimer Krabba zwar nicht um die Wette, doch die zumeist toll kostümierten Zuschauer ließen sich davon nicht beirren und überboten sich gegenseitig beim Verbreiten von guter Laune. Viele hundert Besucher standen allein die Bahnhofstraße entlang und freuten sich auf 25 Gruppen, Guggen-Musiken und Traditionsfiguren, die sich zum Umzug angemeldet hatten.
Sportliche Moderation
Wie jedes Jahr führte die Umzugsstrecke die Bachstraße entlang und über die Bahnhofstraße direkt ins Epizentrum des Frohsinns, in Richtung Rathaus/Dorfplatz, das aus Lautsprechertürmen, die Günter Hellstern bereitgestellt hatte, beschallt wurde. Dort stand in diesem Jahr wieder Ehrenzunftsmeister Rainer Singer im coolen Retro-Sport-Dress gemeinsam mit seiner Ansager-Praktikantin Jule Beck. Sie erzählten alles Wissenswerte über die vorbeiziehenden Gruppen und Formationen.
Als Moderatoren-Duo begrüßten sie die Narrenprominenz und die entmachtete Ortsvorsteherin Sylvia Becht und machten ihren Job wieder lässig souverän.
Apropos Dress. Beim Blick in die Zuschauermenge zeigte sich wieder einmal, dass die schwäbische Weisheit „Jo nix wegschmeissa, ma kann’s sicher noch gebrauchen“ nach wie vor Gültigkeit hat. Klamotten aus Opas Mottenkisten wurden zum vielbeachteten Kostüm, und so mancher Seidenballon-Trainingsanzug aus den 1980er-Jahren erlebte eine Renaissance.
Bejubelte Tusnelda
Der Umzug selbst wurde wieder vom Altheimer Narrensamen angeführt. Ihnen folgten die Zunftmeister zusammen mit ihrer Fasnetsfreundin Tusnelda, deren Maske ein lachendes und ein weinenden Gesicht zeigt. Sie traut sich nur in heimischen Gefilden unter die Leute – aber dort ist sie der Hingucker schlechthin.
Begleitet wurden sie standesgemäß von einer Abordnung der Fronleute und der Mogglafresser. Vor allem lokale Akzente setzten neben den kunterbunten Ladys vom „Fleckageschwätz“ die Gruppe „ fischers Nachtkrabba“, die in diesem Jahr ganz in Schwarz unterwegs war, und die Musikkapelle, die in ihren grün, schwarz und gelb gehaltenen Paradeuniformen für Wohlklang sorgte.
Viel närrische Musik
Musik ist sowieso das Salz in der Umzugssuppe, und die Lomba-Kapell aus Empfingen wurde ebenso freudig begrüßt wie alle anderen Bands auch.
Unter den über 800 Hästrägern sah man bekannte Masken, wie beispielsweise die „Tübinger Steinis“ oder die Horber Narrenzunft, die mit Grafenpaar, Highspeed-Hexen und Schantle Akzente setzten. Gerade die Schantle zogen die Blicke der Besucher mit ihrem bunten Flickenhäs ebenso an wie die „Maurochen“ aus Thanheim oder das Formel-1-Team vom Eutinger Bauwagen III.
Fröhliches Feiern
Natürlich durften wilde Hexengruppen, die unterschiedlichsten Umzugswagen sowie Gruppen aus nah und fern nicht fehlen.
Es war ein fröhlicher, ausgelassener Umzug, der auch in diesem Jahr die Altheimer Fasnet bereicherte und keine Wünsche offenließ. An vielen Quartieren entlang der Umzugsstrecken wurde noch bis in den späten Nachmittag weitergefeiert, und nicht nur die kleinen Bonbonsammler kamen an diesem Tag auf ihre Kosten. „Keinem zum Leid, jedem zur Freud“, dieser alte Fasnetswunsch, wurde im Reich der Aldamer Krabba am Samstagmittag Wirklichkeit.
Ein bisschen leiden mussten jedoch die Herren von der Feuerwehr, die an den Absperrungen standen und den Verkehr aus dem Ort heraushielten. Sie froren sich im wahrsten Sinne des Wortes im kalten Wind den Allerwertesten ab und waren sicher froh, als das Spektakel vorbei war. So hat halt jede Situation, wie so manche Fasnetsmaske, zwei Gesichter.