„Fantadu“ in Eutingen: Kindergarten öffnet nach Umbau am Montag

Pfarrer Bernhard Tschullik und Bürgermeister Tideman nach der Segnung
MorlokBevor der Kindergarten „Fantadu“ mit Krippe am Montag, 4. November, in Betrieb geht, bevor die aktuell 49 Kinder das Kommando übernehmen und die 14 in Voll- oder Teilzeit beschäftigten Betreuerinnen – Erzieherinnen, Kinder- und Heilerziehungspflegerinnen, Hauswirtschaftskraft und Auszubildende – vom Grundschulgebäude zurück in den neu gestalteten Kindergarten ziehen, durfte sich die interessierte Bevölkerung dieses Leuchtturmprojekt in Ruhe anschauen.
Bürgermeister Markus Tideman und sein Team luden am Samstag ab 11 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in das wertvollste Gebäude Eutingens, wie der Schultes es nannte, ein. Die Besucher konnten an Führungen teilnehmen oder sich sowohl mit der Kindergartenleiterin Stephanie Steimle über das pädagogische Konzept als auch mit Bürgermeister Markus Tideman und den Architekten Gabriela und Ruben Hauser vom Altensteiger „buerohauser“ über Besonderheiten dieses Projektes unterhalten.
Tideman, der dieses Projekt, das nicht nur richtig viel Geld, sondern manchem Gemeinderat auch das ein oder andere graue Haar gekostet hat, von seinem Vorgänger Armin Jöchle, den er auch als Gast begrüßen durfte, „geerbt“ hatte, freute sich, dass viele Besucher seiner Einladung gefolgt sind und die Chance dieses Tags der offenen Tür nutzten, wie er in seiner Begrüßungsansprache eingangs betonte.
Planungen begannen 2019
Er ging im Rahmen seiner Grußworte auch auf die Projekthistorie ein, die im Juni 2019 mit den ersten Planungen für einen Erweiterungsbau begann. In unzähligen Sitzungen wurden danach Pläne vorgestellt, wieder verworfen, Alternativen diskutiert, Verbesserungsvorschläge gemacht, die schwäbische Tugend der Sparsamkeit beschworen und doch am Ende festgestellt, dass man hier nicht kleckern, sondern wirklich klotzen muss, um ein zukunftsfähiges Gebäude samt der passenden Umgebungsarchitektur hinzubekommen.
Gestartet war man im September 2020 mit einer Kostenschätzung, die knapp unter drei Millionen Euro lag, doch aktuell steht eine Summe von knapp 5,886 Millionen Euro auf dem Zettel, von der man aber die Fördersumme von rund 1,14 Millionen Euro abziehen kann. Bleiben noch 4,8 Millionen Euro. Geld, das augenscheinlich gut angelegt ist. Was am 11. Dezember 1995 mit der Baugenehmigung zu einem eingruppigen Kindergarten begann, fand mit Fertigstellung dieses zukünftig fünfgruppigen Kindergartens im Oktober 2024 vorerst seine Vollendung.
Eine Art „Flat-Rate-Segnung“
Wie in einer so katholischen Gegend wie Eutingen üblich, segnete Pfarrer Bernhard Tschullik das Gebäude in einer Art „Flat-Rate-Segnung“ wie Markus Tideman das Ganze nannte. „Die Reden haben wir gehört, ein Geschenk habe ich nicht dabei“, sagte der Geistliche, lud die Anwesenden zum Gebet ein und war ruckzuck mit dem Weihwasserkessel in allen Ecken und mit der Segnung fertig. Er wünschte allen Glück und gutes Gelingen, die das Haus nutzen. Seine Wünsche galten vor allem den Kindern, die viele schöne Tage in ihrem neuen Kindergarten erleben sollen.
Vorausgegangen waren Gruß- und Dankesworte nicht nur vom Bürgermeister, sondern auch von der Kindergartenleiterin und der Architektin, die alle betonten, dass man so ein großes Projekt nur dann fertig bekommt, wenn alle an einem Strang, und zwar gleichzeitig in die richtige Richtung, ziehen. Das war hier der Fall und darauf durfte man getrost anstoßen.
Zwar gab es auch Sekt und die obligatorische schwäbische Butterbrezel, doch echte Fantadurianer griffen selbstverständlich zur Fanta.
Miniaturwunderland in der Krippe
Mit der Bitte an die Eltern, ihre Kinder an diesem besonderen Tag mal nicht im Kindergarten spielen zu lassen und auch aufzupassen, dass sie nirgends raufklettern, war das Gebäude für drei Stunden zur Besichtigung freigegeben. Geschätzt um die 150 bis 200 Personen nutzten diese Chance, sich den zukünftigen Kindergartenplatz ihrer Kids und Enkel anzuschauen oder einfach mal zu gucken, wohin das schöne Steuergeld geflossen ist. Und spätestens nach dem Besuch in der Krippe, einer Art Miniaturwunderland, war auch der skeptischste Besucher zufrieden. Er ist schön geworden, der neue Kindergartenanbau vom „Fantadu“.