Evangelische Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler
: Der 30 Meter hohe Kirchturm ist eine Attraktion

Interessante Führung zu den Glocken der Christuskirche. Vor fast 100 Jahren wurde das Gotteshaus von den bürgerlichen Gemeinden Tumlingen und Hörschweiler finanziert.
Von
Walter Maier
Waldachtal-Tumlingen/Hörschweiler
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Führungen auf den Glockenturm der evangelischen Christuskirche wurden gern in Anspruch genommen. Gottfried Kirschenmann erläuterte Wissenswertes.

Führungen auf den Glockenturm der evangelischen Christuskirche wurden gern in Anspruch genommen. Gottfried Kirschenmann erläuterte Wissenswertes.

Walter Maier
  • Führungen auf den 30 Meter hohen Turm der Christuskirche stießen auf großes Interesse.
  • Gottfried Kirschenmann erklärte Geschichte des Turms und das nach Choral gestimmte Geläut.
  • Grundsteinlegung war an Pfingsten 1928, die Einweihung erfolgte am 11. August 1929.
  • Die Nachkriegsglocken bestehen aus Stahl, die Kriegsglocke aus Bronze – sie kehrte zurück.
  • Die Kirche besitzt zwei Orgeln: Weigle von 1929 und eine Vleugels-Orgel, 2001 eingeweiht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die evangelische Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler rückte mal wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Besichtigungen des Kirchturms ermöglichte die Evangelische Kirchengemeinde Waldachtal im Rahmen ihrer Premiere-Teilnahme am Tumlinger Event-Tag „Wandern & Radeln“. Groß war das Interesse für Führungen mit Gottfried Kirschenmann, der Einblicke in die Historie des Glockenturms und der Geläute gab.

Die Grundsteinlegung für die Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler erfolgte an Pfingsten 1928 und die Einweihung am 11. August 1929. Den Bauplan entwarf Architekt Professor Wilhelm Jost aus Stuttgart. Mit dem Architekten Hans Romann aus Stuttgart-Feuerbach übernahm ein gebürtiger Tumlinger die Bauleitung.

Backsteinbauweise mit schmalen Fenstern

Der Expressionismus prägte Anfang der 1920er Jahre auch den Kirchenbau. Der Baustil dieser Jahre fand in der Backsteinbauweise mit schmalen Fenstern und dem Spiel mit Licht und Schatten auch Einzug in die Bergkirche im Tal der Waldach. Diese ist von den Bauherren, den damals selbstständigen bürgerlichen Gemeinden Tumlingen und Hörschweiler finanziert worden.

Die evangelische Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler verfügt als Besonderheit über gleich zwei Kirchenorgeln.

Die evangelische Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler verfügt als Besonderheit über gleich zwei Kirchenorgeln.

Walter Maier

Das Deckengebälk wurde filigran ausgemalt. „Professor Jost verwendete viel Ehrgeiz auf die Gestaltung des etwa 30 Meter hohen Kirchturms mit der Turmstube im ersten Obergeschoss“, teilte Gottfried Kirschenmann mit.

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Die Nachkriegsglocken sind aus Stahl gegossen

Vier neue Glocken sind in der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart gegossen worden. Das klangvolle und harmonische Geläut ist nach dem Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ gestimmt worden. Die Verkündigungsglocke mit dem Ton „es“ wiegt 1350 Kilogramm, die Betglocke mit dem Ton „g“ 680 Kilo, die Kriegsglocke mit dem Ton „b“ 390 Kilo und die Taufglocke mit dem Ton „c“ 280 Kilo.

Übrigens: Die 1923 gegossene Kriegsglocke musste 1942 mit den anderen Glocken für die Kriegsführung abgegeben werden, blieb aber vom Einschmelzen verschont und kehrte wieder nach Tumlingen zurück. Und: Die Nachkriegsglocken sind aus Stahl gegossen, die Kriegsglocke aus Bronze. Die Legierung besteht aus 80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn. Hier spricht man von Glockenspeise.

Geschichte der Tumlinger Kirchen

Die Wallfahrtskirche St. Hilarius, schon 1267 urkundlich erwähnt, ist 1823 abgebrochen worden. Heute noch stehen Relikte dieser historischen Kirche in exponierter Lage über Tumlingen.

Die Martinskirche oder -kapelle, deren Standort unbekannt ist, trug den Flurnamen „S‘ lätze Kirchle“. Deren Überreste, der „Rudera“, wurden zu Lichtmeß 1672 an einige Tumlinger Bürger verkauft.

Die Dorfkirche im Unterdorf von Tumlingen wurde 1688 erbaut. Die Tumlinger saßen links, die Hörschweilermer rechts. Die Dorfkirche diente von 1929 bis 1954 profanen, also nicht religiösen Zwecken. Der Turm des zuweilen „weltlichen“ Gotteshauses wurde 1951 abgebrochen, das Kirchenschiff folgte 1954.

Die Nikolauskapelle in Hörschweiler, die erstmals 1396 urkundlich erwähnt worden ist, brannte 1525 ab. Der Nikolausturm mit zwei Glocken ist heute noch erhalten.

Die Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler: Die Namensgebung „Christuskirche“ erfolgte zum 60. Jubiläum 1989. Der Kirchengemeinderat hat sich für diesen neuen Namen  entschieden, nachdem bis dahin im Sprachgebrauch von der Bergkirche die Rede war. Als Besonderheit verfügt das sakrale Gotteshaus über zwei Orgeln. Die restaurierte Weigle-Orgel aus dem Jahr 1929 auf der Empore gilt als ein kunsthistorisches Ensemble der extremen Spätphase des Jugendstils. Ehrenbürger Artur Fischer (1919 bis 2016) spendete die neue barocke Vleugels-Orgel der Evangelischen Kirchengemeinde anlässlich seines 80. Geburtstages. Die zweite Königin der Instrumente in der Christuskirche, die am 6. Januar 2001 eingeweiht wurde, findet Verwendung für die Begleitung von Chören, Instrumental-Ensembles und Solisten.