Erinnerung an Rock of Ages
: Der Rock ist zurück in Seebronn

Als am Freitagabend die ersten Gitarrenriffs über den Festplatz in Seebronn hallten, war klar: Das Rockgefühl ist zurück.
Von
Andreas Kurt Straub
Rottenburg-Seebronn
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Cherry Bomb überraschte mit einem eigens für Rockin' Memories geschriebenen Stück

Cherry Bomb überraschte mit einem eigens für Rockin' Memories geschriebenen Stück

Andreas Straub
  • Seebronn feierte „Road to Rockin' Memories“ – die Rockmusik kehrte auf den Festplatz zurück.
  • Etwa 250 Besucher am Freitag und rund 400 am Samstag, entspannte Atmosphäre ohne Schlangen.
  • Kleine Ausgabe statt „Rock of Ages“: regionale Bands spielten, Regen beendete den Freitag.
  • Luceri organisierte mit Familie und 20 Ehrenamtlichen, trotz Gerüchten und persönlicher Belastung.
  • „Rockin' Memories“ ist auf 2027 verschoben, das Wochenende galt als Probelauf für den Neustart.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vor der Bühne versammelten sich gut 250 Besucher, es wurde mitgesungen, auf dem gut belegten Campingplatz tauschten sich alte Festivalfreunde aus. Zwischen Bierbänken und Essensständen lebte jene Atmosphäre wieder auf, die den Ort über viele Jahre weit über die Region hinaus bekannt gemacht hatte. Mit „Road to Rockin' Memories“ feierte Seebronn am Wochenende die Rückkehr der Rockmusik – wenn auch im familiären Rahmen.

  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Die Stimmung bei der letzten Band am Samstagabend weckte Erinnerungen an alte Zeiten.

    Andreas Straub
  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Gute Stimmung, aber wenig los am frühen Samstagabend.

    Andreas Straub
  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Mit melodischem Hard- und Power-Metal überzeugten Dark Sky.

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  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Cherry Bomb überraschte mit einem eigens für Rockin' Memories geschriebenen Stück.

    Andreas Straub
  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Gute Stimmung am späten Samstagabend.

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  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Giancarla De Razza (links), ihr Salvatore Bianco (mit Kopftuch) und Festivalmacher Antonio Luceri (am Mikrofon) wurden vom Publikum gefeiert.

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  • Rockin' Memories in Seebronn.

    Konzertbesucherinnen tanzten mit Cherry Bomb auf der Bühne.

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  • Rockin' Memories in Seebronn.

    An den Verpflegungsständen ging es am Samstagabend gemütlich zu.

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Am Samstagabend kamen rund 400 Besucher, etwa ein Zehntel der Spitzenzahlen von „Rock of Ages“. Die Sehnsucht nach dem früheren Festival war dennoch spürbar: Viele trugen T-Shirts mit dem bekannten Logo. Dafür war alles entspannter – kaum Warteschlangen, ausreichend Platz und viele Besucher kamen mit dem Fahrrad.

Festival „Rockin' Memories“ auf 2027 verschoben

In den Wochen zuvor war die Verunsicherung groß. Beim Holly-Plaster in Wurmlingen und in den sozialen Medien kursierten Gerüchte, wonach in Seebronn dieses Jahr gar nichts stattfinden werde. Bis Mittwoch war auf dem Festplatz tatsächlich nichts zu sehen. „Früher stand die große Bühne schon zwei Wochen vorher“, sagte ein Besucher aus Stuttgart, der mit einer größeren Gruppe angereist war. Sicherheitshalber suchte er Veranstalter Antonio Luceri bereits eine Woche zuvor im von ihm betriebenen Diff Radio Café auf.

„Es läuft alles“, versicherte Luceri. Nachdem das ursprünglich für 2026 geplante Festival „Rockin' Memories“ auf 2027 verschoben worden war, wollte er mit dem kleineren Festival ein deutliches Zeichen setzen: Das Projekt lebt und soll Schritt für Schritt wachsen. Wer bereits Karten für das Festival im kommenden Jahr hatte, erhielt in diesem Jahr freien Eintritt. Statt auf Größe setzte Luceri bewusst auf Nähe, Gemeinschaft und handgemachte Rockmusik.

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Gemeinsam mit seiner Partnerin Giancarla De Razza und ihrem Sohn Salvatore Bianco stemmte er die Organisation. Beim Aufbau am Donnerstag boten mehrere Seebronner spontan ihre Hilfe an. Sie stellten Zäune auf, montierten Schilder und halfen beim Bühnenaufbau. Insgesamt unterstützten rund 20 Ehrenamtliche aus der Umgebung das Festival. „Das hat mich überwältigt“, sagte Luceri.

Bei der Begrüßung auf der Bühne Gänsehaut gehabt

Unterschätzt habe er den Aufwand dennoch nicht, auch wenn die vergangenen Wochen anstrengend gewesen seien. Der 64-Jährige arbeitet in Vollzeit bei Mahle in Rottweil und betreibt am Wochenende gemeinsam mit De Razza und Bianco die Musikkneipe in Seebronn. Hinzu kamen zuletzt gesundheitliche Probleme und Krankenhausaufenthalte. „Als es am Freitag losging, war ich richtig emotional“, sagte Luceri. „Bei der Begrüßung auf der Bühne hatte ich Gänsehaut.“

Den musikalischen Auftakt gestalteten Heaven's Raven und Iron Echo. Während Heaven's Raven mit klassischem Hardrock die ersten Besucher vor die Bühne lockte, präsentierten Iron Echo kraftvollen Heavy- und Power-Metal mit eingängigen Melodien und druckvollen Gitarrenriffs. Pünktlich nach der Zugabe setzte heftiger Regen ein und beendete den ersten Festivaltag.

Am Samstag eröffnete Nuclear Winter mit traditionellem Metal, bevor Dark Sky das Publikum begeisterte. Die süddeutsche Band zählt seit den späten 1980er-Jahren zu den bekannten Vertretern des melodischen Hard- und Power-Metal. Anschließend sorgte Cherry Bomb mit Rockklassikern und eigenen Songs für Festivalstimmung. Die Band präsentierte unter anderem den eigens für „Rockin' Memories“ geschriebenen Titel und holte später „Seebronner Ladies“ zum Tanzen auf die Bühne, während blaue Bälle durchs Publikum flogen.

Bewusst auf regionalere Bands gesetzt

Den Abschluss bildeten am Sonntag Syrocks und die Schweizer Hardrock-Band Fire Rose, die unter anderem bereits als Support von Bonfire und Ronnie Romero auftrat. Internationale Stars wie Alice Cooper nach Seebronn zu holen, sei derzeit finanziell nicht möglich, sagte Luceri. „Wir setzen bewusst auf regionalere Bands und wollen langsam wachsen.“

„Die Stimmung ist super, aber es könnten ein paar mehr Leute sein“, meinte Agatha aus Reutlingen. Gerade am Freitag seien viele Besucher lieber an den Foodständen oder auf dem Campingplatz geblieben. Dennoch lobte sie Luceri und sein Team für ihren Einsatz.

Über viele Jahre eine feste Größe der Rockszene

Schließlich war Seebronn über viele Jahre eine feste Größe der deutschen Rockszene. „Rock of Ages“ lockte bis 2023 regelmäßig mehrere Tausend Besucher an. Mit dem Tod von Festivalgründer Horst Franz im Jahr 2024 endete diese Ära, viele glaubten nicht mehr an eine Rückkehr.

Mit „Road to Rockin' Memories“ wurde nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zwar deutlich kleiner als sein berühmter Vorgänger, aber mit viel Herzblut organisiert, zeigte das Wochenende, dass das Interesse an einem Rockfestival in Seebronn weiterhin vorhanden ist. Für Luceri war die Veranstaltung ein erfolgreicher Probelauf – und ein Versprechen auf die erste große Ausgabe von „Rockin' Memories“ im kommenden Jahr.