Eintritt steigt leicht: Ritterspiele 2026 - das ist neu beim Mittelalterspektakel in Horb

Freuen sich gemeinsam auf die Ritterspiele 2026 und stoßen mit Ritterbier an (von links): Markus Hofmeister (Gebietsleiter Hochdorfer Kronenbrauerei) Katharina Haizmann (Juniorchefin Brauerei). Michael Keßler (Oberbürgermeister Horb), Eberhard Haizmann (Geschäftsführer Brauerei), Claudia Beuter, Carolin Wehle und Montserrat Gargallo (alle vom Stadtmarketing Horb).
Florian Ganswind- Die Horber Ritterspiele finden vom 19. bis 21. Juni statt – mit größerem Markt und Lagerleben.
- Zehn Stände mehr, über 150 Händler, Falknerei, Axtwerfen und eine historische Steuerstube.
- Festumzug mit „König“ Maximilian I., Horber Vertrag und Ritterturniere am Neckarufer.
- Eintritt steigt leicht: Wegezoll 14 Euro, Kinder 6–11 Jahre 6 Euro, unter 6 frei.
- Sicherheitskonzept mit Zufahrtsbeschränkungen und DRK-Drohne; Freitag bleibt kostenfrei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stimmung ist gut beim Pressegespräch am Mittwochmorgen im Sudhaus der Hochdorfer Kronenbrauerei. Angestoßen wird selbstverständlich auch mit Hochdorfer Ritterbier. Zum Auftakt bekundet Oberbürgermeister Michael Keßler seine Freude über die langjährige Partnerschaft mit der regionalen Brauerei Hochdorfer. Auf sie sei „immer Verlass“. Brauerei-Chef Eberhard Haizmann betont, dass man sich mit der Region und auch mit den Ritterspielen verbunden fühle.
Die 28. Horber Ritterspiele laden zum großen Zeitreisen ein. Vom 19. bis 21. Juni verwandeln die Ritterspiele die historische Neckarstadt in eine faszinierende Welt des ausgehenden Mittelalters. Das Ritterspielgelände wird auch in diesem Jahr wieder großflächig bespielt. Im Mittelpunkt stehen die Ritterturniere mit Reit- und Schwertkunst am Neckarufer.
So viele Stände gibt es in diesem Jahr
Auf dem Mittelaltermarkt präsentieren über 150 Händler und Handwerke ihre Ware und „Speis und Trank“ wie im Mittelalter. In diesem Jahr gebe es zehn Stände mehr als im vergangenen Jahr, berichtet Projektleiterin Claudia Beuter vom Stadtmarketing. Das Angebot reicht von Handwerkern über einen Pfeifenbauer bis hin zur Vorführung, wie ein Kettenhemd entsteht. Rund 2000 Arbeitsstunden steckten in einem solchen Werkstück, berichtete Carolin Wehle vom Stadtmarketing. „Wir mussten sogar einigen Händlern absagen, weil wir keinen Platz mehr hatten“, berichtet Montserrat Gargallo vom Stadtmarketing.
Auch das Lagerleben sei deutlich größer als im Vorjahr. Besucher dürfen sich demnach auf eine „spektakuläre Falknerei mit majestätischen Greifvögeln“, eine Marienkapelle und das Axtwerfen freuen. Auch eine historische Steuerstube erweitert das Lagerleben – ob Besucher das mittelalterliche Finanzamt vorziehen? Wer seine Buchhaltung nicht rechtmäßig vollzieht, läuft hier jedenfalls nicht Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu landen.
Festumzug, Horber Vertrag und Wiener Folk-Rocker
Das Herzstück sei auch der große Festumzug, bei dem Uwe Ruf als König Maximilian I. zweimal täglich am Samstag und Sonntag durch das Veranstaltungsgelände zieht. Anschließend unterzeichnet der König auf der Hauptbühne den berühmten Horber Vertrag, der 1498 einen langjährigen Erbfolgestreit beendete. Das Historienspiel mündet in die Ritterturniere, die „zu Ehren des Königs ausgetragen werden“. Neben Ritterspiele-Urgestein Ruf sei auch Arnold Stopper wieder dabei, berichtet Beuter. Er wird im Alten Freibad die Horber Geschichte kindgerecht erzählen.
Claudia Beuter freut sich auch besonders auf die Rückkehr der Wiener Folk-Rock-Band Amarock Avari, die am Freitag- und Samstagabend auftreten werden. Und auch auf die neue Band „Die Habenichtse“ und die neuen Spielleute Fremitus sowie den italienischen Gaukler Fabio Zaganelli könnten sich Besucher freuen, so die Projektleiterin. Auch alte Bekannte sind wieder mit dabei: zum Beispiel Maxx der Narr oder Bertholder der Erzähler. Wer eine Erfrischung benötigt, kann in diesem Jahr erneut dem Bader einen Besuch abstatten.
Wie viel Pfennig, Groschen, Schilling, Kreuzer?
Das dreitägige Spektakel beginnt am Freitag um 18 Uhr und bleibt auch dieses Jahr am „Horber Abend“ kostenfrei. Durch steigende Kosten sei dies jedoch keine Selbstverständlichkeit, betont OB Keßler. Man wolle zunächst abwarten, wie die diesjährigen Ritterspiele wirtschaftlich abschneiden, um Schlüsse für das nächste Jahr ziehen zu können. „Das ist immer eine Abwägungssache, der Gemeinderat wird darüber sicher sprechen.“
Für Besucher mache sich der Kostenanstieg nur minimal bemerkbar, so seien Eintrittstickets um einen Euro, Turnier- und Feuershowtickets um zwei Euro teurer geworden, erklären Beuter und Wehle. Der „Wegezoll“, der das gesamte Wochenende zum Eintritt in das Veranstaltungsgelände berechtigt, liegt ohne Ermäßigung bei 14 Euro, für Kinder von 6 bis einschließlich 11 Jahren bei 6 Euro und ist für Kinder unter 6 Jahren kostenfrei. Gruppentarife werden ebenfalls angeboten. Turnierkarten, die den Wegzoll enthalten, liegen bei 16 bis 27 Euro, je nach Alter und Sitzplatz.
Der Vorverkauf, der in diesem Jahr einen Monat früher angesetzt wurde, laufe bisher besser als im Vorjahr, berichtet Wehle. Und das sogar trotz WM-Spiel am Samstag ab 22 Uhr. Momentan merke man noch keinen Rückgang der Tickets, sagt Projektleiterin Beuter. „Die einen werden bleiben, die anderen werden um 22 Uhr gehen.“
Ein „proppenvolles“ Event?
Das Ziel seien 25.000 bis 30.000 Besuchende, so Beuter. Wichtig sei, dass das Wetter mitspiele, denn das bestimme den Ticketverkauf maßgeblich. Am Freitagabend erwarte man 5000 Besucher. „Des wird proppenvoll“, vermutet Beuter. Gerne hätte man noch mehr Fläche bespielt, doch durch verschärfte Auflagen zur Sicherheit sei eben nicht alles umsetzbar. Eine Drohne des DRK soll dabei helfen, Besucherströme im Blick zu behalten und gegebenenfalls umzulenken. Außerdem wurden Essensstände schon in den vergangenen beiden Jahren aus engen Bereichen verlagert, um Engstellen zu entschärfen.
„Sicherheit an erster Stelle“
Das Sicherheitskonzept - laut Oberbürgermeister Keßler „ein deutlicher Kostentreiber“ - habe höchste Priorität. Nach Angaben der Veranstalter umfasst das Sicherheitskonzept unter anderem Zufahrtsbeschränkungen, eine Rettungsgasse in der Neckarstraße sowie zusätzliche Überwachungsmaßnahmen. So dürfen Besucher Waffen, die unter das Waffengesetz fallen, selbstverständlich nicht mitführen. Die üblichen Holzschwerter gehören nicht dazu. „Freitag vor der Eröffnung wird die Umsetzung des Konzepts auf dem Gelände überprüft und gegebenenfalls nachjustiert.“, erklärt Beuter.
Das Ritterbier - mild und rund
Und was ist das besondere am Ritterbier? Das dunkle Exportbier werde eigens für die Ritterspiele gebraut und zeichne sich durch einen milden, runden Geschmack aus, erläuterten Eberhard und Katharina Haizmann. Mit 5,2 Prozent Alkohol sei es etwas kräftiger als das klassische Exportbier.
Den Fassanstich am Freitagabend lässt sich Oberbürgermeister Keßler, der seit Juli 2025 im Amt ist, nicht entgehen. Er sei gespannt und freue sich, das Fest dieses Jahr zum ersten Mal aus neuer Perspektive wahrzunehmen. Doch Keßler warnt vor: „Ich bin kein Mittelalterfan.“ Bisher wehrt er sich gegen ein mittelalterliches Gewand, er wolle sich nicht verstellen. Es bleibt also abzuwarten, wie mittelalterlich der Oberbürgermeister auftritt.