Einsatz am Hochbehälter: Chlorgasaustritt – Feuerwehr in Horb-Talheim gefordert

Eine Warnung „Chlorgasgefahr“ steht an einer Tür. In Horb-Talheim kam es zu einem Einsatz der Feuerwehr, weil in einem Hochbehälter Chlorgas austrat. (Symbolbild)
Sebastian Kahnert/dpaAuslöser war eine Störmeldung an einem Wasserhochbehälter – gemeldet durch einen Mitarbeiter der Wasserversorgung. Vor Ort bemerkte dieser einen deutlichen Chlorgeruch sowie eine ausgelöste Warnanlage und alarmierte daraufhin die Feuerwehr, wie es im definierten Prozess bei einer „Gefahrenlage in der Wasseraufbereitung“ vorgesehen ist.
Die Feuerwehr rückte mit dem Gefahrgutzug, bestehend aus den Abteilungen Horb-Stadt und Talheim, an. Gemeinsam mit der Polizei wurde der Bereich rund um den Hochbehälter weiträumig abgesperrt. Erste Messungen ergaben bereits außerhalb des Gebäudes eine geringe Chlor-Konzentration.
So ging die Feuerwehr vor Ort vor
Ein Trupp ging unter Chemikalienschutzanzug (CSA) in das Gebäude vor. Gleichzeitig wurden zwei C-Rohre eingesetzt, um eventuell austretende Gase niederzuschlagen. Im Inneren stellten die Einsatzkräfte eine geöffnete Gasflasche innerhalb der Chloranlage fest. Die Anlage wird für die Transportchlorung genutzt und dient der Desinfektion des Trinkwassers.
Die Einsatzkräfte schlossen die Flasche, woraufhin die gemessenen Werte deutlich zurückgingen. „Ein Ventil an einem Chlorbehälter war defekt“, so die Stadtverwaltung. Das Gebäude wurde im Anschluss intensiv belüftet, fortlaufende Messungen zeigten kurze Zeit später keine Belastung mehr. Auch das sogenannte Löschwasser wurde überprüft – ein Nachweis von Chlor konnte nicht festgestellt werden.
Keine Auswirkung auf die Wasserqualität
Die Versorgung über den betroffenen Hochbehälter wurde unmittelbar gestoppt. Eine direkte Auswirkung auf die Trinkwasseraufbereitung habe es nicht gegeben. „Nachdem die Ursache für den Chloraustritt behoben wurde und die Wasserproben alle Anforderungen erfüllten, konnte die Versorgung wieder über den Hochbehälter freigegeben werden“, heißt es seitens der Stadt.
Gegen 20 Uhr wurde der Einsatz beendet und die Einsatzstelle an die Betreiber übergeben. Ein Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug waren vorsorglich zur Absicherung der Feuerwehr im Einsatz. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe laut Stadtverwaltung nicht bestanden, da „die gemessenen Werte stets unterhalb der Gefahrenbereiche lagen“.
Anlage wird laut Stadt regelmäßig geprüft
In puncto Anlagensicherheit teilt die Stadt mit, dass „die Anlagen dem Stand der Technik entsprechen und regelmäßig von den zuständigen übergeordneten Behörden geprüft werden“. Die letzte Wartung durch eine Fachfirma erfolgte im Frühjahr 2025. Konkrete Schutzmaßnahmen werden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht.
Mit Blick auf die Zukunft verweist die Stadt auf laufende Optimierungen. So wird im Wasserwerk Egelstal bereits eine neue Desinfektionsanlage mit Kochsalz-Tabletten genutzt. Diese umweltfreundliche Technik soll sukzessive auch in anderen Stadtteilen eingeführt werden. „Die Wasseraufbereitung in den städtischen Anlagen wird ständig optimiert“, heißt es abschließend aus dem Rathaus.