Dorfmuseum wiedereröffnet
: Altheims alte Zeiten leben wieder auf

Etwas in die Jahre gekommen stand das Dorfmuseum in der Brühlbachstraße 14. Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins haben es aus seinem Dornröschenschlaf geweckt.
Von
Peter Morlok
Horb-Altheim
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Die neuen Hüter des Museums sind Marc Schmieder, Manuel Scherrmann und Werner Bläse. Links: Ortsvorsteherin Sylvia Becht.

Die neuen Hüter des Museums sind Marc Schmieder, Manuel Scherrmann und Werner Bläse. Ortsvorsteherin Sylvia Becht freut sich über die Wiedereröffnung des Museums.

Peter Morlok
  • Dorfmuseum in Horb-Altheim öffnet am Sonntag, 9. August, von 14 bis 17 Uhr wieder.
  • Heimat- und Kulturverein übernahm das Haus 2025 in Erbpacht für 66 Jahre.
  • Ehrenamtliche reinigten, sortierten und richteten Exponate her – geschätzt über 200 Stunden.
  • Zu sehen sind Landwirtschaftsgeräte, eine historische Wohnung und Werkstätten wie Schmiede.
  • Besucher finden vor Ort Aktionen und Bewirtung: Geräte testen und Kaffee und Kuchen nahe „Altheimer Beach“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Mitglieder der Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins, allen voran die Vereinslegende Gerhard Haist, haben über viele Jahrzehnte hinweg alles gesammelt und zusammengetragen, was die Dorfbevölkerung früher brauchte, um ihr Leben gestalten zu können. Entstanden ist so nach und nach das Dorfmuseum. Ein Kleinod, in dem man nachempfinden kann, wie die schwäbische Dorfbevölkerung vor rund 200 Jahren gelebt hat.

Leider konnten die Mitglieder des örtlichen Schwarzwaldvereins das Museum aus Personalmangel nicht weiter betreiben, der Zahn der Zeit nagte am Gebäude, der Staub drang durch die Ritzen und legte sich im Haus wie Patina über die Exponate. Der örtliche Heimat- und Kulturvereins hat nun das Objekt 2025 von der Stadt Horb in Erbpacht für 66 Jahre übernommen, wie Ortsvorsteherin Sylvia Becht bei einem Vororttermin erklärte.

Sie wirkt markant, die dunkle Holzverkleidung des früheren Lagerhauses der ehemaligen Württembergischen Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft. Der große Schleifstein, die alte Egge sowie der Pflug, die unter der Balustrade stehen, deuten an, dass hier Schätze aus vergangenen Zeiten gesammelt und gehütet werden.

Landwirtschaftliche Geräte

Betritt man das Haus, kommt man schon im Eingangsbereich ob der Vielfalt der landwirtschaftlichen Geräte ins Staunen. Waagen, Mühlen, Sensen, Hacken, Rechen, Schubkarren, Säcke und, und, und warten hier auf die Besucher. Außerdem gibt es viele Geräte aus der Landwirtschaft zu sehen, die heute kaum noch jemand kennt. Die Besucher können sie sogar selbst ausprobieren.

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Die neuen Hüter dieses Altheimer Schatzes, die Vereinsmitglieder des Heimat- und Kulturvereins Werner Bläse, Marc Schmieder und Manuel Scherrmann, haben all diese Teile in den letzten Wochen wieder vom Staub der Zeit befreit, sie neu sortiert und für die Besucher bereitgestellt.

Die Vielfalt erstaunt

Doch das ist lang nicht alles. Im gleichen Stockwerk findet man eine komplett eingerichtete Wohnung jener Zeit. Mit viel Liebe zum Detail werden dort die Wohn-, Schlaf- und Kochgewohnheiten früherer Zeiten wirklichkeitsnah dargestellt. Möbel, Geschirr, Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände zeigen am Beispiel von Altheim, wie die Menschen damals auf dem Land gelebt und geschafft haben.

  • Dormuseum

    Viele Alltagsgegenstände lassen das Leben vergangener Zeiten erahnen.

    Peter Morlok
  • Dormuseum

    Das Büro von damals kam ohne Computer aus.

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    Nur der Feuerlöscher macht hier einen modernen Eindruck.

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    Schlafzimmer-Einrichtung von anno dazumal.

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  • Dormuseum

    In der Küche des Museums entdeckt der Besucher Gegenstände, deren einstiger Zweck teils Rätsel aufgibt.

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  • Dormuseum

    Auch eine Schuhmacherwerkstatt ist im Dorfmuseum vertreten.

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  • Dormuseum

    Geräte des landwirtschaftlich geprägten Alltags machen einen großen Teil des Dorfmuseums aus.

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  • Dormuseum

    Das Altheimer Dorfmuseum ist ein echtes Kleinod.

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    Die vollfunktionsfähige Schmiede vom „Bechta Schmied“ findet man im Untergeschoss des Museums.

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  • Dormuseum

    Die neuen Hüter des Museums sind Marc Schmieder, Manuel Scherrmann und Werner Bläse. Links: Ortsvorsteherin Sylvia Becht.

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Im Untergeschoss des Dorfmuseums befinden sich die vollständige Dorfschmiede vom „Bechta Schmied“, wie der ehemalige Besitzer Georg Becht genannt wurde.  Auch die ganze Schuhmacherwerkstatt von Martha und Martin Becht ist noch erhalten, und wer seine Schuhe polieren möchte, kann dies an der noch immer vollfunktionsfähigen Maschine tun. Es sieht aus, als ob die Zeit stehengeblieben und Meister Becht mit seinen Gesellen nur kurz in der Mittagspause ist. Vielleicht sind sie aber auch nebenan beim Schnapsbrennen, im Nebenraum in der Metzgerei oder in der Webstube, in der man auch sofort loslegen könnte.

Breites Spektrum der Berufe

Man kann sich hier unten ein gutes Bild von der handwerklichen Kunstfertigkeit der damaligen Dorfbevölkerung machen und falls irgendwann die Not groß wird, Altheim wäre mit den Gerätschaften aus dem Dorfmuseum autark.

Sehr viel Zeit bei ihren Aufräumarbeiten haben die Männer vom Heimat- und Kulturverein im oberen Stockwerk investiert. Dort musste so einiges aussortiert werden, da es zum Teil nicht nur doppelt und dreifach vorhanden war oder aber beispielsweise vom Holzwurm so angegriffen, dass man es nur noch entsorgen konnte. Geschätzt über 200 Stunden haben die neuen Hüter der Altheimer Dorfgeschichte bereits in die Aufräum- und Reinigungsarbeit investiert und sind noch nicht wirklich fertig.

Museumstag am 9. August

Am Sonntag, 9. August, wollen die Helfer das Dorfmuseum wiedereröffnen. Von 14 bis 17 Uhr ist das Museum an diesem Tag geöffnet. Auch für die Verpflegung der Besucher ist gesorgt. Wer nach einem interessanten Rundgang durch die Geschichte Lust auf Kaffee und Kuchen hat, ist in die wenige Schritte entfernte „Altheimer Beach“ eingeladen. Dort bewirtet der Heimat- und Kulturverein an diesem Nachmittag.

Für die Zukunft plant der Verein neben den Besichtigungsterminen, die noch bekannt gegeben werden, auch besondere Events wie beispielsweise Schau-Mosten oder dergleichen. Auch soll das Museum für Schulklassen geöffnet werden, die sich auf eine Zeitreise in die Lebenswirklichkeit früherer Jahre begeben wollen.

Auf jeden Fall soll neues Leben in eine alte, fast vergessene Welt einkehren, so die Grundidee hinter dem Engagement des Altheimer Heimat- und Kulturvereins.