Deutliche Forderungen
: Online-Petition soll Ceratizit Empfingen retten

Kampf um den Ceratizit-Standort in Empfingen: IG Metall-Mann Georg Faible startet eine Petition. Die Forderungen an das Unternehmen sind deutlich.
Von
Florian Ganswind
Oberndorf
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Stark in die Zukunft? Eigentlich schrieb Ceratizit Empfingen positive Zahlen. Doch der Standort soll trotzdem geschlossen werden. Der Werbebanner, fotografiert im März nach der Bekanntgabe, vermittelte den Mitarbeitern eine andere Botschaft.

Florian Ganswind

Die Ankündigung kam für viele völlig überraschend – und hat in der Region Empfingen ein Beben ausgelöst: Ceratizit will seinen Standort mit rund 230 Beschäftigten schließen. Der Betriebsrat spricht von einer Entscheidung, die die Belegschaft „eiskalt erwischt“ habe.

Die IG Metall Freudenstadt reagiert mit einer deutlichen Kampfansage – und jetzt auch mit einer Online-Petition auf der Plattform WeAct der Kampagnen-Organisation Campact. Innerhalb weniger Tage sind bereits Hunderte Unterschriften zusammengekommen.

„Wirtschaftlich stabil und ein hoch qualifiziertes Team“

„Der Standort Empfingen ist wirtschaftlich stabil, schreibt schwarze Zahlen und verfügt über ein hoch qualifiziertes Team sowie ein breit aufgestelltes, spezialisiertes Produktportfolio“, heißt es in der Petition, die von Georg Faigle, dem zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Freudenstadt, initiiert wurde. Der Vorstand der Plansee-Gruppe, zu der Ceratizit gehört, habe dennoch beschlossen, die Produktion nach Luxemburg und Italien zu verlagern.

Dabei zeigen sich die Betriebsräte weiterhin ratlos. In der ersten Delegiertenversammlung der IG Metall Freudenstadt berichteten sie, dass es im Vorfeld keinerlei Hinweise auf eine mögliche Schließung gegeben habe. „Der Standort selbst konnte noch im Jahr 2024 in einem schwierigen Umfeld ein positives Ergebnis erzielen. Empfingen erzielte im Vergleich zu den anderen Standorten der Division sogar das beste Ergebnis“, so die IG Metall in ihrer Pressemitteilung.

IG Metall lässt sich beraten

Dass ein wirtschaftlich erfolgreicher Standort ohne Vorwarnung auf eine „Abschussliste“ gerät, sorgt bei Gewerkschaftern und Beschäftigten für Fassungslosigkeit. Die IG Metall stellt sich geschlossen hinter die Belegschaft. Man arbeite bereits mit einem Rechtsanwalt und einem betriebswirtschaftlichen Sachverständigen an einer kritischen Analyse der Schließungspläne und an konkreten Alternativen.

Das Unternehmen hatte auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, dass man mit großer Sorgfalt an einem Gesamtkonzept arbeite, das alle Standorte weltweit einbeziehe. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe langfristig zu sichern.

Warum jedoch gerade der wirtschaftlich erfolgreiche Standort in Empfingen geschlossen werden soll, bleibt offen. Auch auf die Frage, warum die Belegschaft erst im Nachhinein informiert wurde, gibt es keine Antwort.

Das sind die Forderungen

Für die IG Metall ist das nicht hinnehmbar. In der Petition werden drei zentrale Forderungen formuliert:

Den sofortigen Stopp der Schließungspläne für Ceratizit Empfingen

Transparente Gespräche mit Betriebsrat und IG Metall über Alternativen

Ein nachhaltiges Standortkonzept, das Arbeitsplätze sichert

„Die geplante Schließung ist weder wirtschaftlich noch sozial nachvollziehbar“, heißt es in dem Petitionstext. „Sie gefährdet nicht nur die berufliche Existenz zahlreicher Familien in der Region, sondern erschüttert auch das Vertrauen in die soziale Verantwortung und langfristige Strategie des Unternehmens.“

Georg Faigle appelliert in der Petition direkt an den Vorstand der Plansee-Gruppe und die Unternehmerfamilie Schwarzkopf: „Zeigen Sie Verantwortung – für Ihre Mitarbeiter, für die Region und für eine faire und zukunftsorientierte Unternehmenspolitik!“

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