Bundespolizei im Einsatz
: So macht Horbs Nahverkehrstag Kinder fit für den ÖPNV

203 Grundschüler in Gleisnähe – was nach viel Risiko klingt, ist genau das Gegenteil. Beim Nahverkehrstag lernen Horbs Viertklässler, wie man Bus und Zug sicher nutzt.
Von
Cornelius Rück
Oberndorf
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Ein Bundespolizist erklärt den Viertklässlern, was bei der ÖPNV- Nutzung zu beachten ist.

Cornelius Rück

Die Stadt Horb hat alle Viertklässler eingeladen: Bereits zum dreizehnten Mal findet am Bahnhof Horb der Nahverkehrstag statt. An insgesamt acht Stationen erklären Sicherheitskräfte der deutschen Bahn (DB), Bundespolizei und Lokführer den Grundschülern den öffentlichen Nahverkehr.

Warum ist ein solcher Tag wichtig? „Die Viertklässler gehen ab dem nächsten Schuljahr auf die weiterführenden Schulen und sind teilweise auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen“, erklärt Lisa Blume, Lehrerin an der Grundschule Nordstetten. Nina Ledermann, Verkehrsplanerin bei der Stadt Horb, ergänzt: „Viele Kinder, vor allem auf dem Land, haben mit zehn Jahren noch keine Erfahrungen mit dem ÖPNV gemacht und sind beispielsweise damit überfordert, einen Fahrplan zu lesen.“

Spielerisch und praxisnah lernen

An den acht Stationen lernen die Kinder deshalb spielerisch und in der Praxis, wie man einen Fahrplan liest, eine Fahrkarte kauft, welche Gefahren am Gleis lauern und wie man sich dort richtig verhält. An einer der Stationen sehen sich die Viertklässler den Kurzfilm „Ollies Chance“ an, der eindrücklich, aber kindgerecht vor den Gefahren am Bahnhof warnt. An einer weiteren zeigt ihnen Lokführer Simon Trossen vom Unternehmen Nesa, wie die mitgebrachte Diesellokomotive V100 211041 von innen aussieht. Früher wurde sie laut Trossen im Güter- und Reiseverkehr eingesetzt und könne bis zu hundert Stundenkilometer fahren.

Diese alte Diesellok durften die Kinder besichtigen.

Foto: Cornelius Rück

Filip, Schüler der Gutermann-Grundschule, hat schon Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr: „Ich bin schonmal alleine gefahren, aber Angst hatte ich nicht, weil es waren auch andere Schüler im Bus.“ Den Fahrplan versteht er allerdings noch nicht. Helfen kann ihm seine Klassenkameradin, Wiebke. Sie kann den Fahrplan schon lesen und berichtet stolz: „Wir haben heute gesehen, wie ein Zug von innen aussieht.“

Nicht nur die Schüler lernen dazu

Das Busunternehmen Schweizer, der Eisenbahnverein Rottweil, Bundespolizisten, Vertreter des Landesverkehrsministeriums und der DB Sicherheit stellen für den Nahverkehrstag ihre Expertise sowie Fahrzeuge bereit – das „Gleis Süd“ stellt Räumlichkeiten und Verpflegung. Dafür bedankt sich Ledermann herzlich: „Solange unsere anderen Kooperationspartner dabei sind, wollen wir das weitermachen“, erzählt sie. „Ohne sie könnten wir den Nahverkehrstag nicht in dieser Bandbreite durchführen.“

So blickt der Zugführer aus der Lok des Eisenbahnvereins Rottweil.

Foto: Cornelius Rück

Doch nicht nur die Schüler lernen dazu. „Die vergangenen Jahre hatten wir immer mehr als 30 Grad und bestes Sonnenwetter. Jetzt haben wir gelernt, dass wir einen Plan B haben müssen“, meint Ledermann lachend. Doch auch trotz des leichten Regens sei die Veranstaltung wieder ein Erfolg.

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