Brauchtumsabend in Ergenzingen
: Wetten, dass... und Herzblatt leben auf

Im wahrsten Sinne des Wortes rund ging es beim großen Brauchtumsabend der Narrenzunft am Samstag in der närrisch dekorierten und fast ausverkauften Breitwiesenhalle.
Von
Klaus Ranft
Oberndorf
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Cornelia Ziegler-Wegner (links) fand an diesem Abend ihr „Herzblatt“.

Ranft

Getreu ihrem Motto „Kleinparis zappt sich durch die Fernsehwelt“ boten die Narren Nonstop ein tolles, vierstündiges Programm, mit rund 130 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne. Nach dem Einmarsch der Narren und deren Tänze begrüßte Zunftmeister Philipp Baur das fast durchweg närrisch verkleidete Publikum in wohl gereimten Versen, darunter auch die gesamte Rottenburger Rathaustroika, Ortsvorsteher Timo Wachendorfer und Pfarrer Jens Brückner.

Dann kam er auf die Bühne, vorher groß angekündigt, Thomas Gottschalk alias Manuel Ranft mit goldenem Outfit und entsprechender Haarpracht. Seine Kollegin Michelle Hunziker verweile noch in Amerika, tat dieser kund. Daher nehme er gerne auch mit seiner Schwester (Stephanie Dambacher) Vorlieb und führe zusammen mit ihr durch das Programm. So geschah es dann auch und das Geschwisterpaar machte das in gewohnter Manier salopp und humorvoll.

Dann begann das abendfüllende Spektakel. Mit dem Titel „Alles nur geklaut“ stürzte die Juniorentanzgarde den Saal mit einem fulminanten und choreographisch tollen Auftritt ins „Krimifieber“. Der langanhaltende Beifall dafür galt auch Jenny Eipper und Lisa Schall, die den Tanz eingeübt hatten.

Bald folgt erste Saalwette Gottschalk ohne „Wetten, dass“ wäre ja wie eine Suppe ohne Salz und so ließ die erste Saalwette auch nicht lange auf sich warten. Da wettete die ehemalige Chefin der Ochsenbrauerei, Waltraud Digeser, dass es der Ortsvorsteher nicht schaffen würde, von den im Saal anwesenden Männern 20 Unterhosen auf die Bühne zu bringen. Das war dem Showmaster dann doch ein bisschen zu streng und er nahm dafür die Wette von Günther Schweinbenz an, dass es der Ortsvorsteher nicht hinkriegen würde, sieben Ortschaftsräte auf die Bühne zu kriegen, die eine Pyramide machten und dazu „Humpa Täterä“ sängen. Kaum zu glauben aber wahr: Wachendorfer schaffte es tatsächlich im Laufe des Abends und gewann.

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Am Schluss sorgte der Narrenrat mit seinem Tanz für Furore.

Foto: Ranft

Für 50-jährige Mitgliedschaft in der Narrenzunft wurden (von links) Günther und Ingeborg Schweinbenz geehrt. Für 40 Jahre Rosalinde Baur, Alexander Nisch, Axel Fellmeth, Heike Wagensommer und Ursula Kern.

Foto: Ranft

Dann wagten sich die beiden Originale „Halag und Naze“ (Johannes Baur und Markus Brändle) in die Niederungen Ergenzingens. Man erfuhr unter anderem, dass auf den Glasfaserbaustellen im Ort derzeit nicht mehr albanisch, sondern spanisch gesprochen werde, dass die örtliche Feuerwehr bei ihren Einsätzen mehr Bratwürste als Löschwasser verbrauche und die Ergenzinger Ulknudel Elke Baur ob ihres großen Engagements die Mutter Theresa der Narrenzunft sei.

Partybus mit prominenten Damen Anschließend flimmerte „TV Total“ über eine Großleinwand und die beiden „Macher“ Daniel Widmann und Caroline Heinzelmann deckten auf, dass in Ergenzingen ein Partybus mit prominenten Damen unterwegs war, die „Fleckahuper“ beim großen Umzug in Rottenburg als Musikverein Baisingen angesagt wurden und die beiden PS-Freaks Willi Seitz und Reinhard Renz zeigten auf, dass man das Wort Pferdestärken unterschiedlich definieren kann.

Für den politischen Part ist das Moderatorenduo zuständig, das dem OB die Leviten liest.

Foto: Ranft

Dann waren „Kohle Jim“ (Tobias Schäfer) und seine sechs Damen an der Reihe, die das Publikum animierten, es ihnen gleich zu tun und Sport zu treiben. Zwei weitere Saalwetten, bei denen Musikus Holger Nisch zunächst mit einer Blockflöte und dann mit einer Zugposaune das Publikum in Stimmung bringen musste und Metzgermeister Rolf Brobeil, der vier Würste verkosten und mit verbundenen Augen die von ihm hergestellte zu erraten hatte, gewannen die Kandidaten

Für einen super Auftritt in der Bütt sorgte die 16-jährige Hannah Schweinbenz, die den Fernseher als Kiste aus der nix rechtes rauskomme bezeichnete und daher eine Episode durch die gesamte Familie inklusive Opas und Omas machen musste, um am Schluss festzustellen: „Dr Opa guckt U – Boot – Reportasch, ha jetzt leck mi doch am A…..“

Vor dem traditionellen Gericht der Lausbühlhexen, von Christina Renz und Vanessa Teufel injiziert, hatten sich dieses Jahr die langjährige Zunftmeisterin Gabi Schall und ihr Gatte Darius zu verantworten. Obwohl ihre Missetaten klein waren, wurden sie hart bestraft und zum närrischen Freiwild erklärt. Den großen Hexenstempel auf den Bauch bekam allerdings nur der Ehemann, der auch für die Unzulänglichkeiten seiner Gattin herhalten musste.

Showtanz unter dem Titel Pippi Langstrumpf Einen tollen Auftritt ausgetüftelt und einstudiert von Carina Flaig, Laura Teufel und Jasmin Baur präsentierte die Showtanzgruppe unter dem Titel Pippi Langstrumpf. Für dieses choreographische Highlight gab es langanhaltenden Beifall.

Die Lausbühlhexen halten ihr Hexengericht ab.

Foto: Ranft

Die Gruppe der Ergenzinger Stricker erinnerte mit „Herzblatt“ an Rudi Carell. Stadt- und Ortschaftsrätin Cornelia Ziegler-Wegner hatte am Schluss allerdings wenig Mühe, zwischen OB Stephan Neher, Ortsvorsteher Timo Wachendorfer und dem ehemaligen Ortsvorsteher Reinhold Baur den Richtigen zu finden. Ihr Herzblatt war der amtierende Ortsvorsteher.

Dem OB werden die Leviten gelesen Für den politischen Part zeigte sich zu vorgerückter Stunde das Moderatorenduo zuständig, das auch dem OB kräftig die Leviten las. Dieser habe nämlich vor seiner Wahl im vergangenen Jahr geglaubt: „Die Rautaburger glaubet’s nau, die wählet mi a dritt’s Mol au, jeder andere Kandidat häb als OB jo kein Format“. Für einen musikalisch choreographischen Augen- und Ohrenschmaus sorgten vor dem großen Finale dann die Cowboys des Narrenrates, deren Tanz von Katrin Flug und Heike Grammer einstudiert wurde.