Beatparade ohne Bubatz
: Veranstalter ernten Shitstorm nach Cannabis-Verbot bei Festival

Auf dem Festivalgelände der Beatparade, die am 27. Juli in Empfingen gefeiert wird, darf laut Veranstaltern kein Cannabis konsumiert werden. Das Verbot löst in sozialen Netzwerken eine Debatte über Alkohol und Cannabis aus.
Von
Daniel Begemann
Oberndorf
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Joints dürfen auf dem Festivalgelände der Beatparade nicht geraucht werden.

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Würde Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sich am 27. Juli bei der Beatparade in Empfingen wohl fühlen? Vermutlich ja, meint ein Leser in einem Kommentar auf der Facebookseite des Schwarzwälder Boten. Denn gefeiert werden soll nach Angaben des veranstaltenden Jugend- und Kulturvereins (JKV) auf dem Festplatz ab 18 Uhr zwar mit Bier und anderen Getränken, aber ohne Cannabis. „Söder würde das gefallen“, schreibt der Nutzer.

Zahlreiche Leser äußern sich kritisch zu dem Verbot eines Joints beim Feiern. Facebook-Nutzer Tristan schreibt: „Ich finde es eine absolute Frechheit, es ist viel harmloser als Alkohol und ich darf nicht mal nen Joint rauchen auf dem Fest. Ihr seid richtige Nicht-Gönner, das hat mit Akzeptanz seines Gegenübers zu tun. Anfänge sind immer schwierig, aber man muss es auch umsetzen. Es wird doch eh gekifft.“

„Konservative Moralvorstellungen“

Auch andere Leser kritisieren, dass Alkohol im Gegensatz zu Gras in Ordnung zu sein scheint. Facebook-Nutzer Wolfgang schreibt: „Es ist schon witzig, wie sich plötzlich jeder als Moralapostel etablieren will. Ein Veranstalter ist der Meinung, seine konservative Moralvorstellungen sind höher einzuschätzen als ein legales Bundesgesetz und die persönliche Freiheit. Dafür hat man dafür gesorgt, dass die Droge Alkohol (zweite Bierbar) in Strömen fließt. Es ist einfach nur noch lächerlich, dass die älteste Droge der Welt nicht akzeptiert wird, aber die zweitälteste Droge darf schon ab 16 Jahren überall getrunken werden. Alkohol ist ein Nervengift und macht schwerstabhängig und tötet jährlich Tausende Menschen, durch Missbrauch, Gewaltdelikte und im Straßenverkehr.“

„Eine Doppelmoral“

Er kritisiert eine „typisch deutsche Doppelmoral“. „Auf dem Oktoberfest vor dem Kinderkarussell besoffen herumtorkeln und kotzen, das ist gesetzeskonform und kein Aufreger. Aber wenn man abends im öffentlichen Park gemütlich den Tag ausklingen lassen möchte, dann muss man erst einmal schauen, ob auch der Kinderspielplatz weit genug entfernt ist und man muss vorher die Gemeindeverordnung lesen, um auf Nummer sicher zu gehen. Solange Alkohol für Jugendliche zugänglich ist, braucht ihr euch keine Sorgen um die Einstiegsdroge zu machen, denn es ist Alkohol.“

„Lieber chillige Musikliebhaber“

Leser Patrick meint: „Ich verstehe das Problem nicht, wenn sich jemand einen Joint anmacht.“ Dave meint: „Lieber chillige Musikliebhaber als aggressive Mainstream-Leute unter Alk. Da bleiben die Musikliebhaber meist fern.“

Leser Rolf schreibt: „Cannabis tabu? Ich lach mich schlapp.“ Facebook-Nutzer Daniel meint: „Ich bin mir nicht mal sicher, ob die das so einfach können. Gesetze stehen über Verordnung und Verordnung über individuelle Vereinbarung.“

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