Altes Rathaus in Lützenhardt: Blum gibt ein großes Versprechen

Das Ehepaar Blum will das ehemalige Rathaus für Lützenhardt und Waldachtal erhalten.
Andreas Wagner„Es wird so sein, dass wir das sogar im Kaufvertrag festhalten können, dass das Haus nie durch die Nachkommen von mir und meiner Frau anderweitig veräußert werden kann“, versprach Blum.
Des Weiteren räumte Blum die Möglichkeit ein, dass die Gemeinde das Haus zu einem symbolischen Preis wieder zurückkaufen kann. Das Ehepaar Blum wolle das Rathaus so umgestalten, dass sich dieses von den Mieteinnahmen selbst trägt. „Mir geht es hier nicht darum ein Schnäppchen machen zu können, sondern ich möchte dieses Haus für meinen Heimatort und Waldachtal sichern“, verdeutlichte Blum.
Der Ortsvorsteher bezeichnete das ehemalige Rathaus als das „Herz und die Lunge“ des Ortes. Es sei ein ortsbildprägendes Gebäude in der Hauptstraße, welches einst sicherlich der ganze Stolz der kleinen Gemeinde Lützenhardt gewesen sei, schrieb Blum in seinem Nutzungskonzept.
Bereits vor dem Jahr 1900 war es Schul- und Rathaus
Errichtet wurde es vor 1900 als Schul- und Rathaus. Später diente es auch als Lehrerwohnhaus, bevor es nach der Gemeindereform 1975 zur Residenz des Bürgermeisters und Sitz der Kurverwaltung wurde. „Es war stets ein Haus der Bürger für die Bürger. Dieser Grundgedanke soll auch in der zukünftigen Nutzung weitergetragen werden“, so Blum.
Im Erdgeschoss soll demnach in Teilen die alte Nutzung weitergeführt werden. In der Kurverwaltung lasse sich das Ortsarchiv unterbringen. Nach der Umgestaltung biete sich der etwa 45 Quadratmeter große Archivraum mit integrierter Küchenzeile ideal zur Mitnutzung bei Veranstaltungen im Kurgarten an – etwa beim Maibaumaufstellen, an Fronleichnam, beim Bauernmarkt oder bei weiteren Events in der Gemeinde an.
Das große Rundbogenfenster und das Seitenfenster ließen sich öffnen, um bei Bedarf auch Teile des Außenbereichs mit einbeziehen zu können. Dies auch in Anbindung des gegenüberliegenden Kurgartens und Mitnutzung bei Veranstaltungen im Kurgarten.
Der Anbau – mit den ehemaligen Feuerwehrgaragen Lützenhardt – und die öffentlichen WC-Anlagen sollen erhalten bleiben. Die WC-Anlage soll weiter der Öffentlichkeit und den Kurgästen zur Verfügung stehen und weiterhin im Eigentum der Gemeinde verbleiben. Hierfür soll der Zugang zur WC-Anlage zugunsten der Gemeinde durch eine Grunddienstbarkeit gesichert werden.
Ziel sei die Belebung und Aufwertung des öffentlichen Bereiches „Kurgarten/Hauptstraße“. Das erste und zweite Obergeschoss sei zum Ausbau von je zwei Wohnungen (Zwei-Zimmer / Drei-Zimmer) geeignet, so dass vier Mietwohnungen entstehen sollen.
Der Bühnenraum sei nicht für einen Ausbau vorgesehen. Die Sanierung und Nutzungsänderungen sollen so umgesetzt werden, dass grundsätzlich der Gebäudecharakter erhalten bleibt.
Keine Änderungen durch Anbauten oder Fenster
Blum führte aus, dass es keine Änderungen durch Anbauten oder neue Fensteröffnungen geben soll. „Die im Gebäude vorhandene Infrastruktur der Gemeinde, insbesondere die Einrichtungen zur Versorgung der Straßenbeleuchtung, des Kurparks, des Musikpavillons sowie sonstige gemeindliche Einrichtungen, kann im Gebäude verbleiben.
Zur rechtlichen Sicherung wird zugunsten der Gemeinde eine Grunddienstbarkeit im Grundbuch eingetragen“, verspricht das Ehepaar. Die laufenden Betriebskosten für die gemeindliche Infrastruktur (Strom, Wartung) seien von der Gemeinde Waldachtal zu tragen.
Weitere Details
Für die Unterbringung
des Ortsarchivs
schlagen die Käufer die Räumlichkeiten im Untergeschoss des Gebäudes (circa 90 Quadratmeter) zur Nutzung vor.
Eine vorzeitige Beendigung
oder Aufhebung der Grunddienstbarkeit sei ausschließlich der Gemeinde Waldachtal vorbehalten. Die Bausubstanz des ehemaligen Rathauses sei in die Jahre gekommen.
Für eine Umnutzung zu Wohnzwecken
müsse daher der Innenbereich vollständig entkernt und neu geplant werden. Energetische Maßnahmen seien an dem Gebäude bislang nicht durchgeführt worden.