Verkehrschaos in Haigerloch: Stau wegen B463-Vollsperrung - Blechlawine überrollt Stetten
Lastwagen an Lastwagen und Auto an Auto drängten sich am Donnerstagmorgen durch Stetten als der Weg von der B 27 in Richtung A 81 und umgekehrt. Der direkte Weg über die B 463 in beide Richtungen blieb wegen einer durch technischen Bauarbeiten bedingten Vollsperrung beim Salzbergwerk verwehrt.
Wenn sich in der 180 Grad-Kurve beim Feuerwehrhaus oder weiter oben bei der engen Kurve beim ehemaligen Gasthaus „Sonne“ zwei Brummis begegneten, dann kam meist der ganze Verkehr zum Erliegen – so lange, bis einer der Lkw-Fahrer die Chance hatte, ein Stück zurückzusetzen und dem Kollegen Platz einzuräumen.
40 Minuten von Stetten nach Haigerloch und zurück
Ortskundige Stettener, die Richtung Balingen mussten, gingen dem Chaos gleich ganz aus dem Weg, indem sie die alte Gemeindeverbindungsstraße nach Owingen nutzten. Der frühere Ortsvorsteher Walter Stocker hatte noch Glück: Als er sich um etwa 6.40 Uhr auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle im Balinger Landratsamt machte, war die Sperrung auf der B 463 noch gar nicht aktiviert.
Andere traf es härter. „Ich habe heute über 40 Minuten von Stetten nach Haigerloch und zurück gebraucht“, meldete sich eine Mutter, die ihre Kinder zur Schule brachte per WhatsApp bei einem Stettener Ortschaftsrat und bezeichnete den Stau als völligen „Ausnahmezustand“.
Ortsvorsteher über B463-Sperrung: „Ganz schöner Verkehr“
Sie habe ein Kind beobachtet, das sich beim Kreuzen der oberen Ortseinfahrt am Friedhof schwertat, um zur Bushaltestelle zu gelangen. „Ganz schöner Verkehr durch Stetten“, stellte auch Ortsvorsteher Julian Higi fest.
Dass bereits Tage vorher an fast der ganzen Ortsdurchfahrt entlang links und rechts Parkverbotsschilder aufgestellt worden waren, erwies sich sogar noch als Glücksfall. Wenn da noch alles hinter und vor den Kurven auf der Stettener Straße zugeparkt gewesen wäre, wäre das Chaos perfekt gewesen, meinte die bereits erwähnte Frau – und lag mit dieser Einschätzung sicher nicht falsch.
Fahrzeuge teilweise im Schritttempo unterwegs
Dass wegen der Umleitung auf der ganzen Ortsdurchfahrt erlassene Tempo 30 hätte es gestern gar nicht gebraucht, denn zeitweilig konnte nur Schritttempo gefahren werden. Fairerweise muss allerdings auch gesagt werden, dass sich die Situation etwas entspannte, als der morgendliche Berufsverkehr vorbei war.
Aber trotzdem herrschte den ganzen Tag über viel Verkehrsfrequenz im Ort. Das verwundert auch nicht, wenn man Verkehrszahlen aus dem Jahr 2021 zugrunde legt. Im Bereich von Owingen und Stetten wurden seinerzeit binnen 24 Stunden gut 15 000 Fahrzeuge gemessen, davon rund zehn Prozent Schwerverkehr. Mittlerweile gehen Schätzungen davon aus, dass die Belastung eher in Richtung 20 000 Fahrzeuge pro Tag tendiert.
Landratsamt hat reagiert
Hätte man die Situation für Stetten nicht vielleicht etwas verträglicher lösen können? Darüber diskutiert der Ortschaftsrat offenbar schon fleißig untereinander. Und anscheinend hatte man auch im Verkehrsamt des Landratsamtes gewisse Bauchschmerzen mit der Umleitung des Bundesstraßenverkehrs durch Stetten und unten am jüdischen Friedhof in Haigerloch vorbei.
Aber weil im Vorfeld offenbar von keiner Seite schwerwiegende Bedenken dagegen geäußert worden sind, hat die Behörde die Sperrung so umgesetzt wie sie jetzt eben ist.
Dennoch hat das Landratsamt inzwischen auf die Situation reagiert und für eine gewisse Entlastung gesorgt. Nach dem Kenntnisstand unserer Zeitung wurde noch am Nachmittag der Verkehr schon bei der B 463-Abfahrt bei Gruol abgeleitet und nicht erst unten bei der Stunzachbrücke Richtung Haigerloch.
Derweil nahmen die Arbeiten an den beiden Förderbrücken des Salzbergwerks über die Bundesstraße hinweg Fahrt auf. Sie sollen bis zum Samstagarbeiten abgeschlossen sein.




