Teichkläranlage in Wessingen
: Endlich ran ans Pumpwerk

Nach über zehn Jahren des Stillstands soll’s auf der Teichkläranlage in Wessingen vorangehen mit neuen Pumpen &. Co.
Von
Sabine Hegele
Oberndorf
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Schwarzwälder Bote

Vor gut zwei Jahren schon hatte Wessingens Ortsvorsteher Joachim Breimesser im Bisinger Gemeinderat kein Blatt vor den Mund genommen: Dass ausgerechnet das Ingenieurbüro Sweco aus Balingen (in das einst das für den Bau des Pumpwerks verantwortliche Büro Götzelmann + Partner überging) für die Erneuerung des Wessinger Pumpwerks verantwortlich zeichnen soll, stimmte ihn „nicht begeistert“.

Man schicke doch nicht die gleiche Firma auf Fehlersuche, die das problembehaftete Bauwerk zu verantworten habe.

Am Ende stand ein Vorschlag zur Güte: keine volle Beauftragung, sondern nur eine bis zur Entwurfsplanung.

Neue Situation

Inzwischen stellt sich die Situation ganz anders dar. Nach einer verzögerten Planungsphase präsentierte das Büro Sweco dem Bisinger Gemeinderat im vergangenen April seine Entwurfsplanung. In Ergänzung und aufgrund der technischen Komplexität (sowie auf Wunsch der Bürgervertreter) entschied sich die Verwaltung, eine weitere Planungsvariante einzuholen – und beauftragte damit das Ingenieurbüro Dreher + Stetter aus Empfingen. Dieses empfiehlt ausschließlich den Einbau von Bauteilen (je zwei Pumpen und Zerkleinerer), die sich in der Abwasserentsorgung schon mehrfach bewährt haben. Also keine Prototypen – und auch die Steuerung stellt sich technisch ausgereift und „übersichtlich“ dar. Kurzum: Die Verwaltung präferiert diese kompaktere Bauweise und möchte sie, mit der Zustimmung des Gemeinderats, weiter verfolgen.

Das wird Joachim Breimesser und ebenso den Wessinger Ortschaftsrat freuen. Zumal die Gemeinde für die weitere Bearbeitung des Projekts vom Büro Dreher + Stetter bereits ein Honorarangebot für die Ingenieurleistungen eingeholt hat. Demnach fallen für die Planung der Verfahrens- und Prozesstechnik Kosten in einer Größenordnung von 45.000 Euro an; mit weiteren 21.300 Euro schlagen die Ausgaben für die elektrotechnische Ausrüstung zu Buche. Macht in Summe 66.400 Euro.​

Schon lange eine Problem

Die Gesamtkosten für den Um- beziehungsweise Neubau des Pumpwerks hat das Empfinger Büro mit rund 463.000 Euro errechnet. Aktuell prüft der Fachbereich Finanzen, ob die Gemeinde auf eine Bezuschussung hoffen darf.

Derweil will man von einer Auftragsvergabe absehen (weil das „förderschädlich“ sein könnte). Ist das geklärt, schlägt die Verwaltung vor, soll es mit dem Ingenieurbüro Dreher + Stetter an die weiteren Planungsleistungen gehen.

An dieser Stelle ein Blick zurück. Bereits seit Anfang des Jahres 2014 ist die Teichkläranlage in Wessingen außer Betrieb. Heißt: Das Abwasser aus Wessingen und Zimmern wird seither über eine zirka 1500 Meter lange Druckleitung ins Industriegebiet „Bisingen-Nord“ befördert. Dabei muss das Pumpwerk einen Höhenunterschied von rund 50 Metern überwinden. Vom Übergabeschacht in „Bisingen-Nord“ wird das Abwasser zur Reinigung in die Kläranlage Bisingen geleitet.

Hohe Kosten

Die Stilllegung der Anlage und der folgende Bau des Pumpwerks samt Druckleitung kosteten einst 1,875 Millionen Euro; eine Landesförderung wurde in Höhe von 962.000 Euro gewährt. Das Problem: Das Pumpwerk war von Beginn an sehr störungsanfällig. Zahlreiche Bauteile mussten im Rahmen der Gewährleistung und auch darüber hinaus ausgetauscht werden. Inzwischen sind einige Teile der Anlage leistungs- und altersbedingt verschlissen. An einer Erneuerung der Pumpanlage führt also kein Weg vorbei. Derweil überbrückt eine Notfallpumpe im Pumpschacht die Ausfälle der bestehenden Pumpanlage.

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